Allerlei Heilige

Viele große Heilige haben ihre religiösen Erfahrungen beschrieben, und viele geringere Heilige haben sie zu bestimmten Phasen, Ebenen oder Stadien systematisiert. Diese Unterscheidungen mögen denen nützen, die Bücher schreiben und die sie zur Unterweisung benutzen, aber es ist von großer Wichtigkeit, dass wir die Welt der Maße verlassen, wenn wir über das Leben des Geistes sprechen.


“Reaching Out: A Special Edition of the Spiritual Classic Including Beyond the Mirror: The Three Movements of the Spiritual Life” (Henri J. M. Nouwen)

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Perfekt getimt

Martina ist wegen Daniels 16. Geburtstag am Montag erst abends zu ihrem Kurs nach Hannover gefahren und hat damit die erste Streikphase ausgelassen, ohne in der zweiten am Dienstag früh hängen zu bleiben. Perfektes Timing.

Jetzt muss sich das ganze Geschehen nur noch bis Freitag abend beruhigen, damit sie wieder gut zurück kommt. Bisher sieht es ja ganz gut aus… 🙂

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Hör nicht auf sie…

Falsche Propheten hatten im Judentum nicht viel zu lachen – richtige in der Regel (und zu ihren Lebzeiten) leider auch nicht. Heute hat der Mammon Jahwe in des Volkes Gunst verdrängt, nun heißt der Berufsstand Analysten. So kann man wenigstens gutes Geld mit Kaffeesatzlesen an den Börsen verdienen, wie man bei Welt Online nachlesen kann:

Anleger, die gegen den Strom schwammen und vor einem Jahr die bei Analysten Unliebtesten zehn Dax-Aktien orderten (…), können sich heute über eine Performance von 55,1 Prozent freuen, 14,1 Prozentpunkte mehr als der breite Markt.

Das ist doch mal ein interessanter Gedanke: Vergiss die Stars und kümmere dich um die Loser. Riskiere etwas und geh nicht auf Nummer sicher. Glaube – und zwar nicht einfach das, was die Mehrheit sagt. Und am Ende hast Du mehr erreicht. Die letzten werden die ersten sein – von wem war der Spruch nochmal?
🙂

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Webauftritte

Zufällig ist mir heute auf einer fröhlich gestalteten Homepage dieser Wer-wir sind-Text begegnet und hat mich zum Nachdenken gebracht. Vor kurzem habe ich es mal am Beispiel von Mars Hill von der positiven Seite beleuchtet. Es geht mir nun mit diesem Beispiel nicht darum jemanden vorzuführen (daher kein Link), sondern um zwei Beobachtungen, die man wohl auf manch anderer Homepage auch machen könnte: Erstens kommt schön heraus, wie unbeholfen viele Christen in ihrer Außendarstellung sind. Zweitens werden auch einige theologische Schlagseiten überraschend deutlich. Hier der Text:

Wir sind eine Freikirche, mit der Bibel als alleinige Grundlage
Wir glauben an Gott den Vater, an Jesus Christus seinen Sohn,an den Heiligen Geist und die Annahme von Jesus als unseren persönlichen Herrn.
Wir glauben das die Bibel Gottes Wort ist.
Wir glauben, das sich eines Tages alle Menschen vor Gott für ihr Tun,Handeln und Reden verantworten müssen.
Wir wollen den Menschen von XYZ und Umgebung die frohe Botschaft bringen und halten uns an den Sendbefehl in Matthäus 28, Vers 19,.
Wir treffen uns, jeden Sonntag zumm Gottesdienst und wochentags in verschiedenen Hauskreisen.

Der Text vermittelt einen groben Eindruck davon, was der Gemeinde(leitung) wichtig ist, aber Außenstehenden macht er es nicht leicht. Denn er beginnt mit einer doppelten Abgrenzung: Der Selbstbezeichnung “Freikirche” und Exklusivität der Bibel.

Die Übersicht der Glaubensinhalte umfasst drei Punkte:

  1. Die Dreieinigkeit und die persönliche Bekehrung (die syntaktisch quasi als vierte Person erscheint – oder es wird der Eindruck erweckt, man müsse von den drei zuvor genannten nur Jesus “annehmen”)
  2. Die Bibel (schon wieder?)
  3. Das jüngste Gericht (!?!)

Gnade, Vergebung, Liebe sind vermutlich bei “frohe Botschaft” mit gemeint, erwähnt werden sie nicht mehr eigens. So wie Schöpfung, Kreuz, Taufe oder Abendmahl. Schließlich stehen die beiden letzten Aussagen in einer gewissen Spannung: Wir wollen den Leuten die frohe Botschaft (was daran nun froh macht, bleibt unklar) bringen, treffen wir uns also deshalb am Sonntag…?

Diese Gemeinde gehört einem Gemeindeverband an – vielleicht wäre das eine lohnende Aufgabe, dort gute Hilfestellungen und Textbausteine anzubieten. Andererseits ist es auch irgendwie ehrlich, so wie es da steht.

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Wieder: Terror

Ziemlich genau drei Monate von dem Anschlag letzte Woche bin ich selbst am Flughafen von Glasgow gewesen. Schon ein komisches Gefühl. Aber viel erschütternder ist die Nachricht, dass die Bomber zum großen Teil in ihrem Berufsalltag Leben gerettet und Wunden geheilt haben. Was geht in solchen Köpfen vor sich, wenn man Patienten versorgt und sich derweil auf einen Selbstmordanschlag vorbereitet?

Jörg Lau von der Zeit verweist auf einen Aufruf progressiver Muslime, dass man sich im konservativen Islam endlich mal engagiert mit den Radikalen auseinandersetzen muss und die Dinge nicht einfach von sich weisen oder herunterspielen darf. Hier ein paar Zitate – übersetzt:

Terrorismus ist nur eine extreme Auswirkung einer Ablehnungs-Mentalität, die unter Muslimen allzu verbreitet ist. Obwohl wenige den Versuch unternehmen, Terroranschläge zu rechtfertigen, leugnen viele hartnäckig, dass letztlich Muslime verantwortlich waren, und greifen zurück auf raffinierte Verschwörungstheorien, in denen die muslimischen Entführer/Bombenleger nur ahnungslose Schachfiguren eines Schmierentheaters sind, in dem Amerika/Israel/Indien/Freimaurer die Regier führen.

… Sie illustrieren diese Verleugnung, indem sie oberflächliche Parallelen ziehen zwischen al-Qaida und Anschlägen auf Abtreibungskliniken oder der IRA. Aber solche Vergleiche treffen nicht; keine andere Gemeinschaft hat Extremisten, die einen dezentralen Krieg gegen eine ganze Zivilisation anzetteln und wahllos große städtische Zentren in Schlachtfelder verwandeln wollen.

Das Christian Vision Project hat einen interessanten und lesenswerten Bericht aus Pakistan von Joshua White, Living with Islamists. Whites Fazit ist dies:

Ich bin zu der Ansicht gekommen, das so eine Art sich selbst interpretierendes Zeugnis eine Berufung für einen echten Weltbürger ist, und ganz bestimmt für einen Christen, der den Weg Jesu ernst nimmt. Es ist ein Zeugnis, das die Wirklichkeit von Politik und die Brutalität des modernen Terrorismus nicht ignoriert, aber mit mehr antwortet als nur Macht und Pragmatismus. Es ist ein Zeugnis, das nach Wegen sucht, sich auf Menschen einzulassen, die andere Visionen von Glauben und Gesellschaft haben und das sich für grundlegende Religionsfreiheit ausspricht. Am meisten jedoch ist es ein Zeugnis, das Demut und Überzeugtsein im Durcheinander der wirklichen Welt verknüpft – und das auf eine Art, die still, aber unübersehbar auf den Glauben hinweist, den wir bekennen.

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Muss alles anders werden?

Brian McLaren findet: Ja – und weiß, dass das allzu leicht plump und allzu vollmundig klingt. Was also meint er? Sein neues Buch “Everything Must Change” erscheint im Oktober und dieses Zitat vermittelt einen ersten Eindruck, worum es ihm geht:

… indem wir das Heil im Wesentlichen ins Leben nach dem Tod verlegen und davon ausgehen, dass Gott vorhat, die Erde zu vernichte, führt uns die konventionelle Anschauung zu der Annahme, dass es mit der Welt immer schlimmer wird und dass diese Verschlechterung Gottes Plan sei. Diese Annahme hat die Tendenz, zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu werden. Nicht nur das, sondern in manchen Versionen der herkömmlichen Anschauung sollten wir uns umso besser fühlen, je schlechter es der Welt geht, weil ja unsere Rettung – nach dem Tod und der Vernichtung der Welt – näher rückt. Nur zu oft führt die herkömmliche Sichtweise dazu, dass man den “Fortschritt” der Menschheit in Richtung Selbstvernichtung feiert statt sie abzuwenden. Drastisch ausgedrückt: Was Humanität und diese Erde angeht, bringt diese herkömmliche Weltanschauung allzu leicht – natürlich unbeabsichtigt – eine Art religiösen Todeswunsch hervor.

Hier liest Brian aus dem Vorwort:

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Lebendige Geschichte

Heute morgen habe ich endlich einmal an einer Führung durch die Bierkeller im Erlanger Burgberg teilgenommen. Man kann den Text von Entlas-Wirt Friedrich Engelhardt auch online nachlesen, aber ohne die Dunkelheit, die Geräusche und Gerüche ist das nur ein schwacher Ersatz:

Wir wurden eingeladen, geistlich (!) in den Berg hinein zu gehen – und das bedeutete staunend. Die Begeisterung und Leidenschaft für die Keller konnte man unserem Führer jedenfalls in jeder Sekunde abspüren. Es war ein außergewöhnlicher Mix aus Stadtgeschichte, persönlichen Anekdoten, Bemerkungen über die Nachbarn aus Forchheim oder den städtischen Wirtschaftsreferenten, so manchen Lebensweisheiten und eben ganz vielen verschiedenen Sinneseindrücken: Kellergänge und -hallen im Kerzenschein, Musik und Stille, ein paar Schritte in fast völliger Schwärze.

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