Nützliche Melancholie

Melancholie hatte für mich schon immer eine große Anziehungskraft. Sie wird in der modernen Wohlstandsgesellschaft entweder unterschätzt oder missachtet. Wir sind heute doch alle nur noch auf Ziele und Ergebnisse fixiert. Wir wollen nie unseren Kurs verlassen, nie zugeben, dass wir im Unrecht sind. Melancholie aber entsteht immer dann, wenn man über sich und die Welt nachdenkt. Es ist ein nützliches Gefühl. Dowlands Musik [Stings neues Album mit Liedern aus dem 16. Jahrhundert] ist für mich daher eine wichtige Therapie. Ich glaube, dass auch andere Menschen heute diese Art nachdenklicher und spiritueller Musik brauchen.

Sting im Gespräch mit der Zeit

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Ungewissheit

Jason erzählte letztes Wochenende die Geschichte des Journalisten John Diamond, der über seine Krebserkrankung und den zu erwartenden Tod schrieb und daraufhin wohlmeinende, aber haarsträubende Zuschriften von Christen erhielt, die er enttäuscht, aber nicht verbittert, als Gewissheitskrämer bezeichnete. Später fügte er noch an: Gewissheit führt zu Überheblichkeit, Zweifel zum Glauben.

Ungewissheit als Sprungbrett zum Glauben ist eine Sache, die herausfordert. Ich werde nicht gern verunsichert. Trotzdem geschieht es immer wieder. In den letzten Monaten habe ich mich vielen Leuten darüber unterhalten, wie ihre und meine vermeintlichen Gewissheiten sich an manchen Punkten in Luft aufgelöst haben – Schicksalsschläge, Desillusionierung, Selbstzweifel, offene theologische Fragen.

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Fromme Brillen

Wir hatten gestern ein anregendes Gespräch über das Evangelium und dabei besonders die Frage, wie Erlösung zu verstehen ist. Das klassische Schema westlicher und besonders konservativ-evangelikaler Lesart ist, dass Christus durch seinen Tod am Kreuz den Preis für die schuldige Menschheit bezahlt und sie so mit dem gerechten Gott versöhnt hat. Wer sich auf dieses Angebot einlässt, empfängt Vergebung als eine Art Freispruch und “kommt in den Himmel”.

Im Hintergrund dieser Argumentationslinie erkennt man die Satisfaktionslehre von Anselm von Canterbury, die auf das römische Recht aufsetzt und das mittelalterliche Feudalwesen widerspiegelt: Die Sünde der Menschen ist ein Vergehen an der Ehre Gottes. Christus leistet mit seinem stellvertretenden Tod die nötige Genugtuung, der eigentlich Schuldige wird daher freigesprochen. Thomas von Aquin hat den Gedanken dann erweitert, die katholische Kirche hat ihn im Konzil von Trient dogmatisiert und auch im Protestantismus ist das stellvertretende Strafleiden zur alles bestimmenden Theorie geworden.

Die Problematik dieser Gedanken ist die,

  • dass Gott als Kläger und Richter in einem erscheint, wir als die Angeklagten
  • die Beziehung zwischen Mensch und Gott primär in den juristischen Kategorien von Schuld und Strafe beschrieben wird (statt in Beziehungskategorien wie Vertrauen und Misstrauen, Angst und Hoffnung, Liebe und Hass, …)
  • dass der Begriff von Gerechtigkeit griechisch bzw. lateinisch verstanden wird (jeder bekommt, was er verdient)
  • die eigentliche hebräische Bedeutung dahinter verloren geht (Gottes Bundestreue, mit der er zu seinen Zusagen steht)

Noch etwas weiter gedacht heißt das, dass in diesem einseitigen Verständnis des Evangeliums

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Fragen über Fragen

Das Wochenende mit Jason Clark liegt hinter uns, und vor uns die Suche nach unserer gemeinsamen Antwort auf eine ganze Reihe wichtiger Fragen. Jason hat sie in einer sehr guten, besonnenen, humorvollen und anregenden Art gestellt und dabei einiges angeschnitten, was unsere aktuelle Situation gut trifft und vielleicht auch erhellt.

Heute morgen (Jason war schon wieder daheim) haben wir die Sachen noch einmal zusammengetragen. Die keineswegs vollständige Liste umfasst Themen wie:

  • Wie können wir das Evangelium so erzählen, dass es nicht so verengt und einseitig unter den missverständlichen und für viele Menschen abstoßend wirkenden Vorzeichen von Schuld, Zorn und Strafe erscheint?
  • Wie leben wir eine überzeugenden Gegenentwurf zur materialistischen und hedonistischen Konsumkultur unserer Gesellschaft, die das eigene individuelle Glücksempfinden an die oberste Stelle setzt und eine immense Anspruchshaltung entwickelt?
  • Wie leben wir als Gemeinde Nachfolge Christi so, dass es nicht exklusiv ist und strikt trennt zwischen denen “drinnen” und denen “draußen”, sondern dass Menschen daran teilnehmen können, auch wenn sie noch auf dem Weg zu Glauben sind?
  • Wie helfen wir als gute und respektvolle Zuhörer Menschen, die dem Glauben oder dem organisierten Christentum distanziert gegenüberstehen, Gottes Spuren und das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem Leben zu entdecken?
  • Wie können wir anderen Menschen gemeinsam dienen (und das weder als evangelistischen “Köder” verwenden noch dabei verschämt verschweigen, was uns eigentlich dazu bewegt und motiviert)?
  • Wie finden wir ein gesundes Gleichgewicht zwischen diesem Dienst nach außen und dem gemeinsamen Lernen und Wachsen in den Beziehungen zu einander?

Sieht so aus als liegen ereignisreiche Tage vor uns.

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Das “Prekariat”

Nein, das ist kein Vikariat für Prädikanten, wie der fachkundige Landeskirchler vielleicht vermuten könnte. Die FAZ schreibt heute mit einem dicken Schuss Sarkasmus über die neu entdeckte Unterschicht in Deutschland, die keiner will und alle irgendwie brauchen:

Undank ist der Welten Lohn: Keiner will sie haben. Dabei helfen sie der heimischen Plattenindustrie (Volksmusik, Schlager, Techno, Aggro Berlin, Nazi-Rock), kurbeln die Technikwelle an (DVD, Handy), erobern den Körper für die Kunst (Tätowierungen, Piercing, Gebißschmuck), fördern die Geselligkeit (Fußballclubs, Jugendbanden), die Debattenkultur (Talk-Shows am Nachmittag) und die Ehrlichkeit: Außer ihnen haben nur noch die großen Absahner der Spekulationswirtschaft verstanden, daß diese Gesellschaft einfach zu reich und ihre Wirtschaft einfach zu produktiv geworden sind, um länger ausschließlich von Lohnarbeit zusammengehalten zu werden.

Harald Schmidt gab der öffentlichen Diskussion über die Unterschicht in der Münchner Runde (kein Unterschichtenfernsehen…) noch bis zum Wochenende.

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Beschneidung

Wir haben zwei Apfelbäume. Im Winter hat Martina den einen sachte und den anderen ziemlich rabiat zurückgeschnitten. Der erste ist riesig uns sehr ansehnlich gewachsen, hat aber nur zwei Äpfel getragen. Der andere war ganz und gar voller Früchte. Es hat mich daran erinnert, dass ein Baum “denkt”, dass er angegriffen und existenziell bedroht wird und daher alle Kraft in die Frucht (d.h. einen neuen Baum!) steckt.

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Die letzten Monate habe ich mich manchmal wie der zweite Apfelbaum gefühlt (Ich bin gar nicht sicher, ob das überhaupt je völlig vorbei geht). Von manchen Dingen war ich wie abgeschnitten. Manchmal dachte ich, diesen schmerzlichen Verlust oder jene ernüchternde Einsicht über mich selber könnte ich nicht als glücklicher Mensch überleben, weil es scheinbar an die Substanz ging. Langsam fällt der Groschen im Herzen (es ist ja keine Frage der Theorie): Nämlich dass es nicht darum geht, selber groß und ansehnlich zu werden, sondern Früchte zu tragen, die mich vielleicht noch weit überdauern. Wie es aussieht, brauchen die noch eine Weile.

Liebe Freunde erzählen mir das immer wieder mal, wenn ich niedergeschlagen bin. Aber die beiden Bäume haben mir ein Bild dazu gegeben – und einen Geschmack, denn die Äpfel waren viel besser als alles, was der Supermarkt hergibt. Jetzt halte ich mir dieses Bild vor Augen. Nebenbei: Heute habe ich das Periodical des IGW zum Thema “Leiden” überflogen und viele gute Gedankenanstöße drin gefunden. Danke an Mike und die Autoren!

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Hallo Wien!

Es geht wieder auf Ende Oktober zu und die Frage stellt sich, was machen wir zu Halloween? Die Marketing-Maschine läuft und hofft auf gute Absätze von Gruselmaterial und Süßigkeiten. Ich kannte es eigentlich nur aus Peanuts, wenn der große Kürbis über das Kürbisfeld steigt, was er übrigens nun seit genau 40 Jahren macht. Doch plötzlich kommt das Totenfest hier schwer in Mode. Ich kann mich dafür nicht begeistern, auch wenn ich bei manchen piepsstimmigen Geisterchen am meiner Tür schmunzeln muss, und zwar

  • weil es hemmungslos kommerzialisiert wird
  • weil es keine gewachsene Tradition ist bei uns (dasselbe gilt für rotnasige Rentiere…)
  • weil das “Erpressen” von Süßigkeiten auch ohne Halloween schon gut klappt
  • weil der Bogen immer wieder überspannt wird von kleinen und größeren Vandalen

Mehrere Richtungen zeichnen sich ab, hier ein Ausschnitt aus dem bunten Treiben:

1. Boykottieren

Die Strategie, mit der viele konservative Gruppen schon beim Fasching (in mancher Hinsicht das Pendant der Brasilianer, Venezianer und Rheinländer zu Halloween – die Angelsachsen feiern ja traditionell keinen Karneval) keine nennenswerte Wirkung erzielt haben. Manche fromme Kindergärten feiern keinen Fasching, aber es gibt im Februar ein Kostümfest – zuuuufällig zeitgleich. Die Kinder sagen natürlich trotzdem Fasching. Mit Verboten “erreicht” man eh nur die eigenen Kinder und ermöglicht ihnen oft auch keine eigenständige Auseinandersetzung mit der Thematik. Könnte ja sein, dass sie Halloween von sich aus doof finden.

2. Ignorieren

Wäre mir eigentlich am liebsten, aber kann man das auf Dauer machen? Gut, es ist bequem.

3. Konterkarieren
Da gibt es nun eine Reihe von Ansätzen:

  • Die Nordelbische Kirche schickt ihren einzig verbliebenen Heiligen ins Rennen und verteilt “Luther-Bonbons”, weil am 31.10. Reformationsfest ist.
  • Campus für Christus hat die Köpfe seiner Kreativabteilung rauchen lassen und zeigt bzw. verteilt – tata! – den Jesus-Film. Dass der immer passt, verrät der Slogan “Nach der WM ist vor Halloween”. Ich habe lange über die Verbindung der beiden Ereignisse gegrübelt, aber jetzt hab ich es – glaube ich – kapiert: Bei der kultigen WM ist die tot(gesagt)e Nationalmannschaft erschienen, und von Märchen, Zauber und Geist war ja auch viel die Rede. Die Mini DVD ist – noch ein toller Einfall – als “J-Pod” verpackt, ein Papp-Imitat der zahllosen (selbst schon peinlichen) Apple-Designplagiate auf dem mp3-Markt.
  • Der absolute Hammer kommt, wie so oft, aus den Staaten. Dort spielen Christen ihr eigenes Gruseltheater: Hell House. Da werden dann Sketche vorgespielt, wie jemand wegen seines Lotterlebens in der Hölle landet – zum Beispiel, weil er Harry Potter liest. Nachdem die Qualen drastisch genug ausgemalt wurden, taucht nach dem apokalyptischen Cliffhanger aber noch der deus ex machina in Form von bewaffneten Engeln bzw. Jesus auf und alles wird gut (wenn Du nur dieses kleine Gebet an deinen persönlichen Heiland mitsprichst, lieber Zuschauer). Halt wie im richtigen Leben…

Vielleicht gibt es bessere Ideen. Wie wäre ein Abend mit dem Motto “Hallo Wien”: Kaffeehaus-Atmosphäre, Walzer (“Heuriger” geht leider erst ab Martini), ein bisserl schwarzer Humor der Feder von Wiener Liedermachern und Literaten? Das würde wenigstens mir schon mal Spaß machen.

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Verkohlt?

Da habe ich mir doch neulich das Wortspiel mit Melanie Kohl / Melancholie geleistet. Little did I know – nun lese ich in der Wikipedia (kein Witz!):

Der Kohlkopf ist das Heiligen-Attribut der Heiligen Melanie, die als reiche Römerin – gemeinsam mit ihrem Ehegatten – um das Jahr 415 ihren ganzen Besitz den Armen schenkte.

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Steht doch in der Bibel

Heute hatte ich ein kurzes Gespräch über eine theologische Frage, bei der ich mit der Argumentation meines Gegenübers nicht einverstanden war. Seine Reaktion war “aber das steht doch in der Bibel”.

Aber reicht das aus? Nicht immer, scheint mir: Kein geringerer als Jesus wird mit Bibelzitaten versucht und mit bester biblischer Begründung (fanden wenigstens seine Richter) hingerichtet. Zu allem Überfluss hat Jesus die Schrift an einigen Punkten kräftig korrigiert. Wenn wir nicht mit bestem Gewissen die fatalsten Fehler machen wollen, brauchen wir eine relativ klare Vorstellung, wo die Mitte der Schrift zu suchen ist, von der aus die Peripherie sich ordnen lässt.

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Deutsch zum Abgewöhnen, heute: “Familienväter”

Ich bin mal wieder über Sprachmüll gestolpert. Ein “dreifacher Familienvater”, hieß es diese Woche auf allen Kanälen, hat den Lotto-Jackpot geknackt. Das Geld wird er auch brauchen können, bei drei Familien wird man schnell arm.

Aber wahrscheinlich hat er nur drei Kinder, vermutlich in einer Familie. Bisher dachte ich, der Begriff Vater setze das Vorhandensein einer Familie mit einer gewissen Logik voraus. Und sei es, aber das wissen wir ja alle, eine Familie, die auseinander gegangen ist – oder sich vielleicht mit neuen Komponenten patchworkmäßig neu konfiguriert hat. All das passiert, Männern wie Frauen.

Nur dass niemand je “Familienmutter” sagt. Das wäre doch eine völlig überflüssige Doppelung von Selbstverständlichkeiten.

Ich bin für Gleichberechtigung. Der Begriff “Familienvater” ist diskriminierend. Weil er irgendwie suggeriert, Männer seien familienscheu (oder gar familienfeindlich) – und man es deshalb extra dazu sagen muss, wenn ein Erzeuger sich zum Nachwuchs bekennt oder so ähnlich.

Vielleicht können alle Väter, die das lesen, eine Protestnote unterzeichnen und an den Duden schicken. Oder an den Bundesverband der Zeitungsverleger, wenn es sowas gibt (bestimmt, oder?), an Journalistenschulen, Germanistikprofessoren, Fernsehsender und Ursula von der Leyen. Wir könnten anfangen mit “liebe Buchstabenschreiber” und dann erklären, warum Familienvater eine genauso dämliche Wortschöpfung ist.

Gute Nacht…

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Newbigin (18): Die Gemeinde als Auslegung des Evangeliums

Die Kirche kann keine Rolle akzeptieren, in der sie Einzelpersonen für eine Art von Nachfolge wirbt, die nur die privaten, familiären Seiten des Lebens betrifft. Um einer Botschaft treu zu sein, bei der es um das Reich Gottes geht, seine Herrschaft über alle Dinge und alle Völker, muss die Kirche den hohen Anspruch auf öffentliche Wahrheit erheben.

Jede Gesellschaft hat ihre “öffentliche Wahrheit” – selbstverständliche Annahmen und Denkvoraussetzungen. Der konservative Weg zurück, eine Restauration “christlicher” Vergangenheit ist nicht möglich. Aber das Beispiel der alten Kirche, die sich vom römischen Imperium nicht auf private Innerlichkeit beschränken ließ und über ihrem Widerspruch gegen dessen Dogma zur Märtyrerkirche wurde, zeigt, dass Anpassung keine Alternative ist. Zumal der liberale säkulare Staat aufgrund seiner inneren Schwäche inzwischen von zerstörerischen Kräften bedroht wird, gegen die er einen schweren Stand hat, zum Beispiel neuer religiöser Fanatismus. Für Christen, die verantwortliche in einer demokratischen Gesellschaft leben, geht es dabei weder um “konstantinische Autorität” (christlicher Staat) noch “vorkonstantinische Unschuld”.

In dieser radikal neuen Situation erscheint es als “unmögliche Möglichkeit”, dass Menschen Gottes Angebot der Rettung verstehen und annehmen. Missionarischer “Erfolg” ist also nicht primär eine Frage der richtigen Techniken und Konzepte, sondern nichts weniger als ein unergründbares Wunder Gottes. Jesus war, wie die Geschichte von der Speisung in Johannes 6 zeigt, weder ein Freund triumphalistischer Machtbeweise, noch ließ er sich sein Verhalten von den Ansprüchen und Bedürfnissen seiner Umwelt diktieren. Ebenso geht es für die Kirche darum, sich der Nöte aller Menschen anzunehmen und zugleich nur dem souveränen Gott allein verantwortlich zu bleiben.

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Lifeshapes

Ich sitze seit einiger Zeit über Lifeshapes – ein Konzept, das Mike Breen in St. Thomas Crookes in Sheffield (GB) entwickelt und nun nach Arizona mitgenommen und dort im Willow Creek/Saddleback Stil publiziert hat. Aber vielleicht kann man es besser mit Alpha vergleichen (Tipp für alle, die einen Beta-Kurs suchen – der Kalauer klappt nur Englisch, aber die Feststellung bleibt: nicht alle Kreationen, die “beta” heißen, waren wirklich better).

Ich bin darüber, die Sachen für die Kleingruppen zu übersetzen und leicht zu bearbeiten. Wir werden es analog zu “Leben mit Vision” in den nächsten Wochen in Gottesdiensten und einigen Kleingruppen durchführen. Vielleicht wird ja tatsächlich dann ein regelmäßig stattfindender Kurs draus. Hat irgendwer von Euch schon Erfahrungen damit gesammelt?

Ich versuche es auf Deutsch mal mit “in Form” (Glaube, Nachfolge, Christsein, Gemeinde – was Ihr wollt), weil “Lebensformen” immer so nach Regenbogenfamilie klingt und “Formen des Lebens” nach Amöben.

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Newbigin (17) Der Mythos der säkularen Gesellschaft

Ich mach’s ganz kurz: Die säkulare Gesellschaft ist ein Mythos. Ein schöner, nobler, reizvoller Mythos, doch es gibt keine wirkliche Neutralität, hat sie nie gegeben. Nach allem, was Newbigin in den Kapiteln zuvor geschrieben hat, erstaunt einen das auch nicht mehr.

Er hat Recht behalten, denn alle möglichen Formen von Religiosität haben den Säkularismus abgelöst. Wir sehen das heute viel deutlicher als es 1989 war. Ich komme also lieber möglichst bald zum nächsten Kapitel, dem eigentlichen Höhepunkt dieses Buches: The congregation as the hermeneutic of the gospel.

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Wochenende mit Jason Clark

Nächstes Wochenende ist Jason Clark bei uns. Für uns als Gemeinde steht die Frage an, in welcher Richtung und mit welcher Motivation wir uns die nächsten Jahre fortbewegen (Stillstand ist keine Option…). Jason bringt von seinem Hintergrund (Vineyard/emergent UK) und seinem Wissen und Erfahrung her vieles mit, was für uns interessant ist.

Heute haben wir ein Weilchen telefoniert. Jason war gestern mit seiner Tochter in Berlin. Zum Deutsch reden kam er kaum, weil die Leute immer gleich auf Englisch geantwortet haben, vielleicht kann er ja bei uns mehr ausprobieren.

Als Gast von außen kann er – auf Deutsch oder Englisch – viel unbefangener Fragen stellen und seine Beobachtungen schildern als einer von uns. Aber er ist auch ein taktvoller, besonnener Typ, der niemanden sinnlos verschreckt oder provoziert. Also: Wer schon immer mal in Erlangen vorbeischauen wollte, das wäre doch eine gute Gelegenheit.

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Kopf in den Treibsand?

Gestern las ich ein Interview mit Al Gore über seinen Film, der momentan für Furore sorgt. Darin erwähnt er, dass er George W. Bush zur Diashow (der Vorläuferin von “Eine unbequeme Wahrheit”) eingeladen hatte, der aber nicht kommen wollte und erklärt hat, den Film wolle er auch nicht sehen. Typisch für den krampfhaft durchhaltenden Berufsoptimisten, Vogel-Strauß-Politiker und schlechtesten Präsidenten der US-Geschichte?

Aber auch wir Deutschen, sagt Gore der FAZ, können uns nicht auf unseren Klima-Lorbeeren ausruhen. Wer sich also (trotz der einen oder anderen Schwäche) Gores Film ansehen will, sollte am besten gleich mit dem Rad hin fahren, fand heute ein Rezensent. Genau – da freut sich doch der Erlanger. 🙂

Selbst die Evangelikalen in den USA werden zunehmend grüner, unter ihnen Schwergewichte wie Rick Warren (nebenbei: hat er schon einen roten iPod nano?), James Dobson und Chuck Colson. Wer hätte das gedacht? Da fällt mir ein – Tim LaHaye könnte seine apokalyptische “Finale” Serie neu schreiben. Neuer Titel – wie wär’s mit Waterworld?

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