Newbigin hatte bereits festgehalten, dass Gemeinden die Gesellschaft durch das aktive Leben der Christen im Alltag mit prägen. Das gelingt ihnen aber nur, wenn sie nicht vereinzelt, sondern Teil einer größeren Gemeinschaft sind. Um diese aufzubauen und zu erhalten, braucht es Struktur und Leitung. Leitung ermöglicht – richtig verstanden – erst die Partizipation und ist daher kein Gegensatz, wie antiklerikale Parolen suggerieren.
Bestandswahrung kann nicht das Ziel sein, wenn das Evangelium die gute Nachricht von Gottes Herrschaft in allen Bereichen des Lebens und der Gesellschaft ist. Doch diese Gesellschaft ist fragmentiert, sie zerfällt in viele verschiedene Beziehungsnetze. Wo der Bezug zum Ganzen verloren ist, da wächst auch die Versuchung, sich auf die eigene Gruppe zu beschränken. Daher klagen viele Gemeinden, ihre Pfarrer seien zu wenig für sie da, während die Pfarrer klagen, sie würden von den eigenen Leuten zu stark beansprucht. Es ist aber weder ihre Aufgabe, sich der geistlichen Nöte der Gemeindeglieder anzunehmen noch selbst Gottes Repräsentanten in der Gesellschaft zu sein, sondern die Gemeinde dahin zu führen, Gottes Botschaftspersonal für die ganze Gesellschaft zu sein.
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