Unkomplizierter Typ…

Bush ist gewählt worden, weil er wirklich glaubt, was er sagt. Er wird nicht von komplizierten Gedankengängen belastet. Er ist ein Fundamentalist, und wie jeder Fundamentalist hört er nicht zu, wenn die Leute ihm etwas erzählen, was er nicht hören will. Er war nicht bei einer einzigen Beerdigung eines Soldaten, er kennt keine Empathie.

Susan Sarandon in der

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Plöde Propaganda

Heute lief ich durch Nürnberg und entdeckte ein Großplakat der Zeitarbeitsfirma Assmann, wo ein formatfüllendes weibliches Hinterteil, mit denkbar knappen Shorts bekleidet und farbbekleckst, warb – und zwar mit dem Slogan “Mal mit mir”. Vielleicht war das der wenig einfallsreiche Versuch, den Firmennamen grafisch umzusetzen. In jedem Fall suchen sie dort vermutlich Männer, die meisten Frauen mit Selbstachtung würden so einem Laden sicher einen Vogel zeigen.

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Dann an einer Bushaltestelle warb “Bild” mit dem Satz: “Papa, ich bin schwul.” Drunter war zu lesen: Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht.

Damit stellt “Bild” die Realität der eigenen Praxis auf den Kopf. Um der Auflage willen “outen” die Redaktuere nicht etwa sich selbst, sondern andere, und zwar ungefragt und unbarmherzig. Durch Bild werden Menschen doch nicht etwa mutiger, selbst einen eigenen Standpunkt zu finden und zu vertreten. Sonst sähe diese Republik anders aus. Der Untertitel müsste vielmehr lauten:

Jede private Angelegenheit braucht einen Skrupellosen, der sie ausbeutet.

Und beim Alternativentwurf mit der Schlagzeile “Das Bier ist alle” müsste man umformulieren:

Jede Banalität braucht eine Nervensäge, die sie hinausposaunt.

Gute Nacht!

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Werdende Väter

Diesen Tag über hat mich beschäftigt, mit welcher tiefen und weiten Parallelität wir es im Advent zu tun haben. Da ist einerseits die Geschichte auf die wir zurückschauen: Die schwangere Maria, deren Bauch sich allmählich schmerzlich spannt und die – für seine Umwelt noch unsichtbar – Jesus in sich trägt, mit dem ein neues Zeitalter auf der Erde beginnt. Buchstäblich. Die Erfüllung der Verheißungen, die die großen Propheten des Exils von Gottes neuem Bund mit den Menschen und der neuen, vom Zerfall erlösten Schöpfung in so vielen packenden Bildern besungen haben.

Und da sind wir, die wir nicht mehr auf das “Christkind” warten. Wir schauen zurück auf seine Geburt, auf sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung, und erkennen in ihm den Prototypen dieser neuen Schöpfung. Doch während er schon “durch” ist, steckt diese neue Schöpfung noch im Geburtskanal. Überall um uns herum erkennen wir die Geburtswehen, die sich manchmal nur wie schmerzhaftes Sterben und Klagen anhören. Für jemanden, der nicht weiß, was da passiert, kann das beängstigend sein. Im Licht des Evangeliums ist es aber ein Zeichen der Hoffnung, dass Gott seine Verheißung mit dem Kommen Christi, auf das wir noch warten, dann in vollem Umfang erfüllt. Für uns Menschen wie für die nichtmenschliche Schöpfung sind dann die Wehen vorbei, und was wir nun ahnen und glauben, werden wir dann sehen und fassen können.

Unsere Rolle könnten wir vielleicht mit Joseph vergleichen. Wir haben dieses neue Leben nicht verursacht, aber Gott hat uns trotzdem in die Geschichte einbezogen, uns eine fürsorgliche Nebenrolle gegeben. So wie Joseph für die schwangere Maria sorgte, so können und sollen wir für unsere Mitgeschöpfe sorgen. Nicht in dem Sinne, dass wir alles richten könnten; aber wenigstens das uns Mögliche tun, im Vertrauen darauf, dass Gott das Unmögliche tut. Vor allem leiden wir ein bisschen mit, dezent im Hintergrund. Wir sind nicht die Hauptpersonen dieses Dramas. Und das, bis der Tag kommt, an dem Friede – Schalom – auf Erden einkehrt: In den Familien und Beziehungen, in der Politik, und in der Natur und ihren Elementen. Darauf warten wir – ganz gespannt und konzentriert, wie ein werdender Vater.

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Ein Thema, das die “Welt” bewegt

Die Welt fragt ihre Leser, ob Kreationismus in den Biologieunterricht gehört. Ich denke, nicht unbedingt. Aber dann wäre es nötig, dass die Art, wie über Evolution geredet wird, wieder redlicher und wahrhaftiger wird. Dazu gehört für mein Empfinden etwa, dass man die immer wieder auftretende Überheblichkeit gegenüber anderen Kosmologien (z.B. anderer Zeiten und Kulturen) ablegt, die auch ihren (unterschiedlich zu bewertenden) Sinn und Wahrheitsgehalt haben.

Dazu gehört auch, dass man über die Grenzen naturwissenschaftlicher Aussagen ehrlich Rechenschaft gibt. Sie können das “wie” beschreiben, aber nach ihren eigenen Grundsätzen keine Aussagen über das “warum” und “wozu” machen. Wo das geschieht (etwa wenn man so tut, als wäre “die Evolution” eine Quasi-Person), ist es nur Spekulation und sollte als solche kenntlich gemacht werden.

Schließlich tut jeder Wissenschaftszweig gut daran, die Vorläufigkeit seiner Ergebnisse einzuräumen. Es gab Theorien vor Darwin und es wird vermutlich auch irgendwann neue Theorien geben. Wenn wir heute schon wüssten, wie die einmal aussehen, wäre das den Nobelpreis wert. Wenn sie aber einmal da sind, wird sich jeder wundern, warum das vorher niemand gesehen hat.

All das vermisse ich bei vielen Lehrern und – noch häufiger – bei populärwissenschaftlichen Beiträgen im Fernsehen und in anderen Medien. Obwohl ich kein Kreationist bin.

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Na also!

Unser großer Nachbar Nürnberg hat seine Emissionen von Treibhausgasen seit 1990 um 22% gesenkt und die bis 2010 angepeilten 27% sind erreichbar. Zumindest ein Schritt in die richtige Richtung.

Und unser Verkehrsminister Tiefensee will die EU Ratspräsidentschaft dazu nutzen, Flugzeuge über Zertifikate in den Klimaschutz einzubeziehen. Kaum zu glauben, dass die bisher nicht in der Rechnung enthalten waren.

Die Grünen haben eine Verringerung um 80% bis 2050 ins Programm aufgenommen. Vielleicht sind sie in der nächsten Regierung wieder dabei

Alle, die für den Klimaschutz gebetet haben, können sich freuen. Und alle anderen können mitmachen (natürlich nicht nur beten, aber das ist ja klar). Da geht noch was. Muss auch, wenn man sieht, was passiert, wenn nichts passiert.

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LebensArt Audio: Hoffnung

Für alle, die iTunes oder QuickTime haben oder deren Player AAC-Dateien abspielt, gibt es den Mitschnitt vom letzten Sonntag hier zum Download.

Für alle, die das in Schwierigkeiten bringt: Meine begrenzten technischen Kenntnisse und Möglichkeiten (sprich: die Export-Funktion von Garage Band) reichen leider nur so weit, mp3 Dateien wären bei gleicher Qualität viel größer und bei gleicher Größe ziemlich schlecht.

Mitlesen könnt Ihr auch; und falls einer tatsächlich bis zum Ende hört und wissen will, wie der katholische Pater am Ende nun hieß (das Alter – wenn man sich nicht alles notiert…): es ist Father Alec Reid.

Hoffnung

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Hoffnungslose Optimisten

Am Samstag haben Daniel und ich auf der Straße Leute interviewt zum heutigen Gottesdienstthema Hoffnung. Beim Bearbeiten wurde immer deutlicher (manche Sätze muss man ein paar mal hören…), dass zwar alle versuchen, optimistisch zu sein, aber dass eine echte Hoffnung fehlt. Was bleibt, ist ein schulterklopfendes “wird-schon-wieder” – eben die rosa Brille von der lieben Tante Evolution, von der in Geo zu lesen war, mit der wir unsere (triste?) Welt schönen.

Nun lebe ich auch lieber unter Optimisten als unter Schwarzsehern. Optimismus ist besser als Verzweiflung, aber ist er genug? So lange es uns halbwegs gut geht, kommen wir damit vielleicht durch. Was aber, wenn die Umstände schlimm werden? Die Tragik ist doch, dass wir bei scheinbar – oder tatsächlich – übermächtigen Problemen ohne Hoffnung einfach den Kopf in den Sand stecken, um unseren Optimismus nicht zu verlieren. Und dass wir jetzt schon so leben, dass wir etwa beim Klima reale Risiken herunterspielen oder ignorieren – beziehungsweise und für unzuständig erklären. Brutal gesagt: Auf der Titanic waren auch lauter Optimisten unterwegs…

Charakteristisch ist dagegen die weitgehende Fehlanzeige beim Thema Hoffnung.

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Nachgelegt: Strafe und Versöhnung

Sam hat zum Post von neulich über fromme Brillen gefragt, warum ich Gott als (strafenden) Richter ein Problem nannte. Ich hatte geschrieben, Gott als Kläger und Richter ist ein “Problem”, weil sich der Gedanke in unserer Kultur aufgrund der anderen Situation (Demokratie statt Monarchie bzw. Feudalismus, Dekonstruktion vieler offenkundig missbrauchter “Absoluta”, und nicht zuletzt der Wirkung von Jesu Ethik der Gewaltlosigkeit!)) sehr schwer vermitteln lässt. Viel schwerer als zu Anselms Zeiten oder im ersten Jahrhundert.

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Warum also in der christlichen (und, zugespitzt: nach eigenem Verständnis sogar missionarischen) Verkündigung immer diesen Einstieg wählen, statt erst einmal den Weg über plausiblere Metpahern zu gehen und das Schwierige (das in der Bibel auch vorkommt) später anzuschneiden? Ganz abgesehen davon, dass bei der “klassischen” Akzentuierung eben die erwähnte Schwierigkeit bleibt, was noch vergeben werden muss, wenn doch bezahlt wurde. Dazu habe ich einfach noch keine befriedigende Erklärung gehört.

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Stolz und Dankbarkeit

Ich habe als geistliche Übung mir Gedanken darüber gemacht, worauf ich stolz und wofür ich dankbar bin. Für alle, die jetzt die Stirn runzeln, vorab nur dies: stolz sein ist biblisch, sofern er sich auf Gott und Gottes Güte bezieht. Insofern bin ich beides, stolz und dankbar. Und ich muss das hiermit einfach auch mal “laut sagen”.

Und wofür nun? Ich bin dankbar, dass ich eine Frau habe, die mich wirklich liebt – und dass unsere Liebe in den Jahren nicht irgendwo auf der Strecke geblieben ist vor Arbeit und Kindern und Missverständnissen oder gelegentlichen Enttäuschungen -, die frei ist von Zynismus und in allen Menschen das Positive sehen kann (und damit auch in mir, selbst wenn ich es nicht mehr sehe…) und die immer offen für Neues ist und Träume hat.

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Das gibts ja wirklich

Neulich habe ich überlegt, ob man statt des politisch korrekten und schwer gestelzten “mit Migrationshintergrund” nicht einfacher “migrantisch” sagen sollte. Nun stelle ich dank kurzer Internetsuche aus einer Laune heraus fest, dass andere schon längst so reden und die (humorlosen?) Sprachpuristen auch schon die Unwort-Geschütze in Stellung gebracht haben.
Ok, schön ist es nicht, aber wenigstens kurz mit seinen zwei Silben. Und nicht so furchtbar ernst!

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Fade Hoffnung

Ich befasse mich “dienstlich” mit dem Advents-Thema Hoffnung. Auf der Suche nach Material kam ich heute bei Alanis Morisette vorbei. Sie singt in Utopia von einer harmonischen Gesellschaft, aber das ganze Lied wirkt (gegenüber ihren zornigen und leidenschaftlichen Songs) schrecklich blutleer. Beim Refrain wird dann auch klar warum das so ist:

This is utopia this is my utopia
This is my ideal my end in sight
Utopia this is my utopia
This is my nirvana
My ultimate

 Images Flyer 2006-12

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Optimismus: Rosa Brille

Immer noch beim Thema Hoffnung, nun am Geo-Heft vom Oktober: “Die Kraft der Zuversicht”. Da wird Hoffnung mit einer rosa Brille “aus der Trickkiste der Evolution” verglichen. So funktioniert sie in der merkwürdig doppelbödigen Beschreibung der Wissenschaft:

… eigentlich wiegt das Negative in unserem Leben viel schwerer. (…) Was also tun? Die Antwort: die positiven Kräfte “künstlich” stärken. Täuschen! Belügen! Beschummeln! Und zwar uns selbst. “Positive Illusionen”, “optimistische Fehlschlüsse” oder “unrealistischen Optimismus” nennen Psychologen dieses Phänomen.

Münchhausen hätte seine helle Freude an dieser Sache. Liebe Evolution, danke für diese großartige Möglichkeit, mich über die – bei nüchterner Betrachtung: trostlose – Realität hinwegzulügen. Und weil mit dem Tod für mich als Individuum aufgrund deiner fürsorglichen Fügung auch wirklich alles aus ist (auch wenn meine Moleküle recycelt werden), taugt die Strategie für die verbleibende Zeit auch bestimmt. Falls mich die Zuversicht aufgrund einer Stoffwechselstörung unerwarteterweise doch noch verlässt, kann ich ja den Zeitraum bis zum gnädigen Vergessen irgendwie selbsttätig verkürzen, was meinst du…?

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