Luthermergent

In den USA gibt es einen lutherischen Zweig von Emergent. Oder einen emergenten Flügel der Lutheraner. Je nach Blickwinkel. Hier gehts zur Website. Die Wortschöpfung ist sicher suboptimal. Nett sind aber all die deutschen Namen. Und es gibt eine Karte, auf der man sich und seine community eintragen kann.

Ob das für Simons Initiative (apropos: ich mach‘ gern mit…) Richtung Landeskirche etwas abwirft? Vielleicht wo es um Theologie geht, aber bei den Strukturen sind die Amis in hiesiger Diktion ja eher „Freikirchler“.

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Neunzehn Grad

… kündigt die Wettervorschau für das Wochenende an. Kaum zu glauben, wo wir gestern noch üppig Schnee hatten. Also gleich einen Tisch im Straßencafé reservieren.

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Auslese – falsch herum

Der Spiegel interviewt Udo Rauin von der Uni Frankfurt zu dessen Beobachtung, dass der Anteil inkompetenter Lehrer überdurchschnittlich hoch ist. Einen Hauptgrund dafür sieht der Forscher im Beamtenstatus der Pädagogen:

Der führt genau dazu, dass sich die Falschen für den Beruf interessieren, weil es eine vermeintliche Sicherheit gibt. Diese suchen eben viele Studierende, die sich der Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt nicht aussetzen wollen. Man müsste den Beamtenstatus tatsächlich abschaffen, um wenigstens die schlimmsten Übel zu vermeiden.

Da könnte man auch mal ganz zart fragen, ob der in den Kirchen nicht auch längst überholt ist und abgeschafft gehört. Dann würde das System vielleicht auch etwas flexibler und etwas weniger auf Wahrung und Ordnung des Bestands abgestellt, als es derzeit (zumindest nach außen hin) hier und da noch den Anschein hat…

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Bewegend: „Gott im Berg“

Der Kreuzweg am Karfreitag im Henninger-Keller hat zumindest meine Erwartungen übertroffen. Insgesamt waren zwischen 10.00 und 15.00 Uhr rund 400 Leute da. Manche kamen sogar noch einmal zurück, um Freunde und Angehörige mitzubringen.

Unser kleines, aber sehr feines Vorbereitungsteam hatte im Vorfeld viele Unwägbarkeiten an dem neuen, den meisten noch unbekannten Ort zu überwinden gehabt, aber am Ende klappte alles großartig. Die Arbeit und Anspannung haben sich wirklich gelohnt.

Die schönste Aufgabe hatten die Mitarbeiter, die am Eingang standen und die vielen bewegten Reaktionen entgegen nahmen – angefangen bei feuchten Augen über dankbare oder begeisterte Worte bis hin zu der Frage, ob es das nächstes Jahr wieder gibt.

Bestimmt – wenn wir dürfen. Den Bericht der Lokalzeitung könnt ihr hier nachlesen.

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Bibelfest?

Antenne Bayern macht(e) mit seinen Hörern ein Bibelquiz. Gestern mittag war diese Passage dran:

Sie schlugen mich, aber es tat mir nicht weh; sie prügelten mich, aber ich fühlte es nicht. Wann werde ich aufwachen? Dann will ich’s wieder so treiben.

Die Anruferin aus Unterfranken war sich sicher, das stünde nie und nimmer in der Bibel. Aber noch besser war die Antwort des Senders: „Das Alte Testament, Kapitel 23, Vers 25„. Da blieb mit dann doch die Spucke weg. Und ich habe mich wieder mal gefragt, was man leuten glauben darf, die so gründlich recherchieren…

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Blöde Frage?

Ich kämpfe mit einem Gottesdienstentwurf aus Pete Rollins‘ „How (not) to speak of God“ für den Karsamstag. Dort wird in verschiedenen Formen die Frage aufgeworfen, ob wir Christus auch dann folgen würden, wenn wir noch gar nicht wüssten, dass alles gut ausgeht. Die Implikation ist die, dass wahre Liebe und Nachfolge bedingungslos sind und dass ein Spekulieren auf ein Happy End billiger Opportunismus wäre.

Das Problem (das mich, je länger ich lese, richtig wütend macht) ist dabei die Frage selbst. Denn erstens blendet sie aus, dass Jesus im Tod von allen verlassen war. Also wäre es anmaßend, sich einreden zu wollen, wir hätten eine bessere Figur abgegeben. Umgekehrt wäre ein dauerhaftes Festhalten an einem toten Christus (wie eine fiktive Geschichte es suggeriert) auch aus der Sicht des Paulus blanker Unsinn: „Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden.“ (1. Kor 15,17)

Der hypothetische Schritt, sich an die Seite eines nicht nur scheinbar, sondern ganz offenkundig sinnlos Gescheiterten zu stellen, wäre nur eine tragische Pose – eine absurde Selbstinszenierung, die den Triumph des Nihilismus feiert, statt ihm eben jene Hoffnung entgegenzusetzen, aus der heraus Jesus selbst den Weg ans Kreuz überhaupt erst angetreten hatte.

Wir sollen vielleicht lernen, Jesus mehr als unser eigenes Leben zu lieben und ihm zu folgen. Aber es kann ja nicht darum gehen, ihn mehr als das Leben zu lieben. Weil er nämlich das Leben und die Liebe selbst ist. Die Antwort auf eine Auferstehung ohne Kreuz kann nicht ein Kreuz sein, das künstlich ohne Auferstehung auskommen muss. Es geht um die ganze Geschichte…

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Der andere Heldentod

David Hart kontrastiert das Ostergeschehen mit dem Heldentod der attischen Tragödie. Auch wenn der Kontrast zwischen griechischem und hebräischem Denken oft überstrapaziert wird, finde ich diese Beobachtungen spannend, weil sie uns heute noch in ähnlichen Formen begegnen:

Die Form, der Kontext und die Substanz der attischen Tragödie unterstreicht einen bestimmten narrativen Mythos, der Gewalt als die Ur-Gemeinschaft von natürlicher und moralischer Welt darstellt, und das menschliche Gemeinwesen als eine belagerte Zitadelle, die sich zum Teil dadurch erhält, dass sie den Mächten, die sie bedrohen, Tribut zollt.

Die Helden der griechischen Tragödie sterben, um eben jene Ordnung zu bestätigen und zu erhalten, die diesen Tod gefordert hat. Sie führen zu einer Kapitulation vor der unvermeidlichen Gewalt des Daseins, das ist ihre einzige Weisheit. Ihre Helden werden nicht edel durch das Leid, das ihnen widerfährt, sondern das Leid wird durch den Glanz des Edlen, der es erduldet, metaphysisch und religiös verklärt, ohne dabei überwunden zu werden. Es geht nicht um ein paar boshafte Taten einzelner Götter, sondern um einen unauflöslichen gewaltsamen Konflikt zwischen Chaos und Ordnung, der älter ist als die Götter. Der Krieg wird dem Frieden ontologisch vorangestellt, daher muss dieser durch solche Opfer immer wieder befestigt werden.

Um zu verstehen, warum die Osterbotschaft auch eine Botschaft des Friedens ist, muss man den Unterschied zwischen Tragödie und Osterevangelium betrachten:

Die Tragödie verallgemeinert die Gestalt des strahlenden Helden: und dennoch wird er ausgeschlossen und beiseite geschoben; sein Leiden kann keine neue civitas begründen, sondern es stellt das Gleichgewicht der alten Ordnung wieder her; er wagt sich hinaus in die Leere und bestätigt damit wieder, dass außerhalb der Stadtmauern nur Leere existiert. Christus aber, der außerhalb der Stadt leidet, macht seinen Tod zu einem Akt der Inklusion, der die Welt neu beginnen lässt; seine Auferweckung hebt die Grenzen auf zwischen Stadt und Ödland, Leben und Tod, rein und unrein, Ausgeschlossensein und Zugehörigkeit, indem er diese Unterscheidungen einfach umgeht… (The Beauty of the Infinite: The Aesthetics of Christian Truth, S. 385)

Der – gar nicht edle – Kreuzestod Christi verändert die Welt auch deswegen, weil das Böse und das Leid nicht etwa unsprüngliche Elemente der Schöpfung darstellen, sondern spätere, enstellende Übermalungen der ursprünglich guten Schöpfung sind – die nun wieder sichtbar wird, wenn Gott den end-gültig rechtfertigt, die Gewalt erleidet, und das System verurteilt, das Gewalt verübt.

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Höllisch warm

Ich habe mein Wetter Widget mit „Hell“ gefüttert. Es kam heraus, dass die Hölle auf den Cayman Islands liegt (gleich um die Ecke von kofferweise Schwarzgeld…) und es dort sonnig ist bei derzeit 30 Grad tagsüber – noch die ganze Woche.

Also eher „turn or sunburn“?

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Dünne Luft

Steven Levy von Newsweek hat sein neues MacBook Air vermutlich mit einem Stapel alter Zeitungen versehentlich weggeworfen. Er könnte nicht der letzte sein, dem das passiert.

Trotzdem klingt das zwei Wochen vor dem ersten April fast so, als habe Apples Werbeabteilung sich den Gag ausgedacht. Billiger als Anzeigen zu schalten ist das allemal. 🙂

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Studienfahrt Gottesbeweis

Peter L. Berger fand, der Comer See sei ein aussagekräftiges Indiz für die Existenz Gottes. In den letzten vier Tagen versuchte ich, diesem Gedanken auf den Grund zu gehen. Das geht natürlich nur vor Ort, also haben Martina und ich uns dort umgesehen. Auch wenn wir vielleicht etwas früh dran waren, war der Zeitpunkt gut gewählt: Das Wetter war fast durchgehend schön, den Regen und die Kälte konnten wir am San Bernardino abschütteln und trafen beides erst gestern wieder auf dem Rückweg durchs Rheintal.

Und was soll ich sagen – Berger hat Recht! Am Seeufer kann man unter Palmen und Pinien sitzen und bei einem Cappuccino den Winter vergessen, während auf dem See vor Bellagio die Fähren und Boote vorbeituckern.

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(Ein paar bizarre Erlebnisse bleiben auch nicht aus – Autofahren auf italienischen Serpentinen ist immer ein Abenteuer und das deutsche Verständnis von gesundem Abstand muss man irgendwann aufgeben. An unübersichtlichen Stellen einfach hupen und Gas geben. Zu viel darf man aber auch nicht aufgeben: Bei einem Abstecher nach Mailand landeten wir in einer obskuren Tiefgarage im Zentrum, wo der Parkwächter verlangte, dass wir den Schlüssel da lassen. Ich zögerte einen Moment, aber als ich mich vor meinem inneren Auge aufgelöst in einer Polizeiwache wiederfand, wo amüsierte Carabinieri mich fragten: „Sie haben dem Mann wirklich ihre Schlüssel gegeben?“, legte ich lieber wieder den Rückwärtsgang ein. Zumal ich für zwei Stunden 14 Euro hätte berappen müssen. Um die Ecke auf der Straße gab es dann 5 Stunden für zwei)

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Neuer Mitarbeiter

Seit gestern arbeitet ein MacBook Pro für mich. Äußerlich keine große Veränderung gegenüber dem Vorgänger, aber endlich wieder genug Platz auf der Festplatte und nach ein paar kleineren Problemen laufen auch die meisten Programme flott und anstandslos unter Leopard, das rundum überzeugt. Und der neue, helle Bildschirm wie auch die lange Akkulaufzeit macht richtig Spaß.

Schwierigkeiten machen bislang ecto (ich schreibe diesen Post eigentlich nur, um die Betaversion von ecto 3 zu testen) und die alte Version von Photoshop Elements. Und es wäre nett, Time Machine hier auf dem Storage Server laufen zu lassen.

Wie auch immer – hier ein kleiner Einblick via iSight. Jetzt muss ich wieder was tun…

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Die gute alte Hölle

Am vergangenen Sonntag hat Michael die Hölle ein gutes Stück entmythologisiert, indem er den Begriff von den Übermalungen aus 2000 Jahren Kirchengeschichte befreite. Mit dem sehr gelungenen Beitrag hat er viele zum Nachdenken gebracht – und eine Menge Fragen aufgeworfen.

Ich hatte letzte Woche selbst so ein Erlebnis, wo ich mir die gute alte Hölle herbeigewünscht habe, in der die Bösen dieser Welt ihr Fett weg bekommen. Die SZ interviewte Prof. Manfred Nowak über Folter und Menschenrechte. Besonders ging mir dieser Abschnitt unter die Haut:

Sie haben die in Nigeria gängige Foltermethode angewendet, einem Menschen aus kurzer Distanz ins Bein zu schießen und ihn ohne medizinische Behandlung seinem Schicksal zu überlassen. Diesem Menschen fault dann bei lebendigem Leib der Fuß ab. Sie können sich die Qualen und den Gestank überhaupt nicht vorstellen.

Mein allererster und völlig unheiliger Impuls ist: die Schweine müssen bestraft werden, und zwar hart. Und weil das der nigerianische Staat vermutlich nie tun wird und wohl auch kein UN-Tribunal, könnte wenigstens Gott dafür sorgen, dass die Folterknechte und Ihre Auftraggeber nicht ungeschoren davonkommen?

Der andere Punkt bleibt aber das Gottesbild: Wenn da der Aspekt der Strafe dominiert und Gott eine Art kosmisches KZ betreibt, würde die Genugtuung blitzschnell in Angst umschlagen. Und die Fixierung auf einen strafenden Gott macht Christen dann doch geneigter, selbst auszuteilen. Das könnte ausgehen wie bei Richter Gnadenlos, der letzte Woche auf Youtube vor sich hin kokste und offenbarte, dass sich hinter der demonstrativen Härte wohl noch nie ein guter Kern verbarg. Harte Gottesbilder bringen wohl kaum unsere besten Seiten zum Vorschein.

Andererseits ist es ein starkes Argument gegen jede Form eigenmächtigen Urteilens und Strafens, dass wir an dem Gedanken energisch festhalten, dass kein anderer als Gott allein für vollkommene Gerechtigkeit sorgt – am Ende und auf seine Weise, die eben allzu oft nicht mit unseren ungeduldigen und zornigen Forderungen zusammenpasst. Alles andere wäre ja eine Art Lynchjustiz, die das bestehende Unrecht nur potenziert. Um das zu verhindern, sollten wir uns also Gottes Gericht nicht allzu plastisch ausmalen, sondern lieber über seine Barmherzigkeit meditieren. Wenn Jesus das mit der Feindesliebe ernst gemeint hat – was bedeutet das für das jüngste Gericht, dass Gott sich da treu bleibt?

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Maßstäbe und Urteile

Die katholische Kirche hat die Todsünden auf den Stand des 21. Jahrhunderts gebracht und zugleich auch den himmlischen Bußgeldkatalog aktualisiert. Viel Gutes ist dabei, anderes geht wenigstens in eine positive Richtung und wieder anderes wirft Fragen auf – auch kein Schaden.

Zugleich hat man im Vatikan eine Statue für Galilei aufgestellt. Wenn man den Artikel von Hans-Conrad Zander in der Welt liest, dann bekommt das klassische Galileo-Bild aber ungeahnte Schatten. Und die unselige Inquisition sieht wenigstens einen Moment etwas menschlicher aus. Denn vielleicht gilt auch hier, dass man sich hüten muss, nicht so zu werden wie das, was man mit aller Entrüstung verurteilt…?

Vor allem, wenn man Protestant ist. Denn da, im Lager der “Bibeltreuen”, sah die Situation nur insofern besser aus, als es keine organisierte Inquisition gab, wie Zander bemerkt. Und die Argumentationsmuster sind seltsam vertraut:

Luther selber hatte damals den Streit um Kopernikus mit einem Satz auf den protestantischen Punkt gebracht: „Der Narr will die ganze Kunst Astronomiae umkehren. Aber wie die Heilige Schrift anzeiget, so hiess Josua die Sonne stillstehen, und nicht das Erdreich.“

Luthers Freund Philipp Melanchthon, sonst bereit, sich mit jedem zu versöhnen, vielleicht sogar mit dem Papst, rief auf zur Allianz zwischen protestantischer Bibeltreue und gesundem Menschenverstand: „Die Augen sind Zeugen, dass sich der Himmel in vierundzwanzig Stunden umdreht. Doch gewisse Leute haben, entweder aus Neuerungssucht, oder um ihre Klugheit zu zeigen, geschlossen, dass sich die Erde bewegt.”

Und wie erging es Kepler, Galileis deutschem Zeitgenossen, bei den Protestanten? Kepler, dem evangelischen Theologen aus dem Stift in Tübingen? Wie wurde er doch seiner kopernikanischen Neigungen wegen in Tübingen angefeindet! Dem Katholiken Galileo Galilei waren von Venedig bis Florenz die Lehrstühle nur so nachgeworfen worden. An einen Lehrstuhl für Kepler im protestantischen Tübingen kein Gedanke.

Das letzte protestantische Wort war – buchstäblich ex cathedra – von der Kanzel der Kathedrale Sankt Peter zu Genf herab gesprochen worden. Johannes Calvin in gewohnter Strenge: „Wer wird es wagen, die Autorität von Kopernikus über die des Heiligen Geistes zu stellen?“

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Die Außereuropäischen

In England redet man ja in einer Art und Weise über “Europe”, die suggeriert, dass die Insel nicht zum Kontinent gehört. Größtmögliche Distanz bei Wahrung aller Vorteile lautet das Credo.

Die ARD hat das endlich begriffen, und nun berichtet Christoph Lütgert aus dem Washingtoner Studio des Senders über den aktuellen Sturm an der britischen Südküste. England – ein Außenposten der USA? Außer der Sprache haben sie ja vieles gemeinsam… 🙂

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Ambivalenz des Aussteigertums

Am Wochenende war ich mit einem Freund im Kino, es lief Into the Wild. Der Film hat alle möglichen Auszeichnungen bekommen und wohl auch verdient. Er erzählt die Geschichte von Christopher McCandless, der das Leben, das seine spießigen Eltern für ihn vorgeplant hatten, verlässt, zwei Jahre unter falschem Namen durch die Staaten trampt und schließlich nach Alaska geht.

Er kehrt aus der Wildnis nie wieder zurück, und doch erzählt der Film bei aller Tragik auch eine Geschichte der Heilung und Versöhnung. Die Eltern beginnen, den Verlust des Sohnes zu betrauern und die eigenen Lügen zu überwinden, der Sohn schließt seinen Frieden mit der Familie und begreift am Ende, dass das Glück doch vor allem in der Gemeinschaft mit anderen Menschen zu finden ist.

Es ist nur schwer, nach dem Film die Sprache wieder zu finden. Er zeigt die Aussteiger-Thematik in ihrer ganzen Ambivalenz, und schon allein deswegen ist er sehenswert. Vielleicht unterm Strich etwas zu verklärt, wie die Zeit im Interview mit Regisseur Sean Penn vermutet.

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