Höllisch heiß

Der Sommer kam spät in unseren Breiten und der Winter war kalt, da hatten manche schlichten Gemüter den Klimawandel schon als Spuk verbucht oder sich den Parolen der ewig Skeptischen zugeneigt. Und ja, Al Gore und ein paar Klimaforscher waren zwischenzeitlich leider auch in die Schlagzeilen geraten.

Die gemessenen Tatsachen sprechen jedoch die ganze Zeit schon eine ganz andere Sprache, und nun, wo auch der letzte hier ins Schwitzen gekommen ist und wir nicht mehr täglich Fußball-Winterspiele auf der Südhalbkugel anschauen, nachdem die Bahn auch uns in Deutschland eine Klimakatastrophe bis zum Kollaps einzelner Reisender beschert hat, hört auch die Öffentlichkeit wieder hin:

Denn global gesehen war das erste Halbjahr erschreckend warm. Das Eis an den Polen schmilzt rasanter denn je. Der Juni war – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, auch wenn sie dabei sehr trocken wird – der 304. Monat in Folge, der über dem langjährigen Mittel des 20. Jahrhunderts liegt. Wer noch mehr Einzelheiten aus dem Bericht des US(!)-Wetterdienstes möchte, findet sie hier.

Statt über Klimaanlagen zu reden, die innen kühlen und draußen weiter heizen und Treibhausgase produzieren, sollten wir lieber drüber nachdenken, wie wir so konsequent wie möglich Emissionen senken und alternative Energien erschließen können. Statt in einigen Jahren Hilfseinsätze zu machen, um Orkan- und Flutopfer zu retten und Lebensmittel in verdorrte Regionen zu liefern, könnten wir alles dran setzen, zu verhindern, das das Leben vieler Millionen noch mehr zur Hölle wird als jetzt schon. Das wäre – mancher mag es nicht glauben oder erkennt den Zusammenhang nicht – genauso christliche Nächstenliebe.

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