Die Kleinen sind die wahren Sünder

Elektroautos, berichtet die taz, tragen kaum zu einer Reduktion der Treibhausgase bei, so lange sich unser Strommix nicht parallel gravierend ändert. Wesentlich effektiver wäre es, wenn die Verbrennungsmotoren sparsamer würden. Prinzipiell wäre das kein Problem, die Autoindustrie müsste „nur“ populäre Fehlentwicklungen wie Geländewagen einstellen. In Golfstaaten wie Niedersachsen gewiss eine Zumutung.

Dennoch: Die Tiguans, X3, Q5, Kugas und wie sie noch heißen, sind nicht nur ein Designverbrechen und Symbol des „Eskapismus“ der Stadtbewohner, die sich die automobile Illusion von Freiheit und Weite in die Garage stellen, wie jüngst der Designer Paolo Tumminelli sagte, sondern auch ein massives Umweltproblem:

Wenn zehntausend Menschen statt einer dicken Limousine – etwa anstelle eines 7er BMW – einen dicken Porsche Cayenne kaufen, ist der Schaden für die Umwelt noch überschaubar. Anders ist das aber, wenn Millionen Menschen statt eines Golfs einen Tiguan anschaffen, dessen höhere CO2- und Verbrauchswerte in keinem Verhältnis zum Nutzungswert stehen. Relativ gesehen machen die großen weniger Sinn als die kleinen, doch absolut gesehen sind erstere die wahren Sünder.

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4 Antworten auf „Die Kleinen sind die wahren Sünder“

  1. Ich hab’ mir den letzten Satz im Zitat jetzt dreimal durchgelesen – und kapiere ihn einfach nicht, rein inhaltlich … Zu früh am Morgen? Oder Tippfehler?!

  2. „Erstere“ bezieht sich auf „Tiguan statt Golf“, die großen werden ja erst danach genannt. Stimmt schon alles. Das Zitat habe ich auch nicht abgetippt, sondern in bewährter Guttenberg-Technik übernommen 🙂

  3. Für ein SUV ist er tatsächlich relativ kompakt. Aber dass man ihn „klein“ nennen kann, zeigt schon den ganzen Wahnsinn.

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