Weltschmerz

Foto von Gabriel Matula auf Unsplash.com

Mitten in einem Text, der auf Englisch geschrieben ist, lese ich das deutsche Wort „Weltschmerz“. Ich stutze. Ist das denn ein typisch deutsches Gefühl? Vielleicht sogar ein echt fränkisches? Der Ausdruck stammt nämlich von dem Schriftsteller Jean Paul – und der war ja Oberfranke. 

Weltschmerz, das ist eine Form von Melancholie und Traurigkeit über den Zustand der Welt, mich selbst eingeschlossen. Über die Kluft zwischen dem, wie es sein könnte, und wie es tatsächlich ist. Über die Tatsache, dass so viel sinnloser Schmerz in der Welt ist.

Auch 200 Jahre nach Jean Paul ist das noch ein Thema. Im Internet finden sich allerlei pragmatische Tipps, wie man den Weltschmerz loswird: Weniger Social Media, kein Doomscrolling, öfter mal Rausgehen, das Unvermeidliche akzeptieren.

Schön und gut, denke ich mir. Aber vielleicht zeigt sich im Weltschmerz ja auch eine tiefe Wahrheit, oder besser: eine Art Sehnsucht nach mehr als nur privatem Glück.

Dann wäre das doch ein schöner Export aus Franken in die weite Welt!

(Foto: Gabriel Matula auf unsplash.com)

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