Ansprechende Theologie

Ich ackere gerade mal wieder N.T. Wright (Jesus and the Victory of God) durch. In einer Lesepause bin ich auf diesen Satz gestoßen:

A lot of theology is seen as boring. It doesn’t seem to intersect with the way we think and talk. To do theology today you have to begin with the films people have seen, the books they have read, the songs they listen to.

Timothy Radcliffe bei der Verleihung des Michael Ramsey Prize

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In der Zwickmühle

Die letzten beiden Tage hatten mich gleich zwei Sachen befallen: Ich hatte mir einen Muskel unter dem Schulterblatt gezerrt, so dass ich vor allem schlecht liegen konnte bzw. mich nicht richtig umdrehen (und das tue ich ständig in der Nacht…). Dazu gesellte sich spontan eine Magen-Darm Infektion (Ob das damit zu tun hatte, dass ich letzte Woche in Fulda war?).

Das Grummeln im Bauch machte mich gestern ziemlich müde. Aber Liegen war schwierig wegen der Schmerzen im Rücken. Für sich genommen kann man das eine wie das andere ja ganz gut aushalten. So war es ein bisschen vertrackt. Aber heute geht’s zum Glück schon besser 🙂

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Du musst dich entscheiden, Harald…

Schock beim Zeitunglesen: Oliver Pocher findet, dass sein Einstieg als Juniorpartner bei Harald Schmidt im Herbst Manuel Andrack als Sidekick überflüssig macht. Madame Natalie hat er (noch) nicht erwähnt.

Ist das der Anfang vom Ende, oder gar schon das fortgeschrittene Endstadium des TV-Klassikers? Bevor die ARD entscheidet – hier die Chance, Eure Meinung kund zu tun. Ich schicke das Resultat dann an den WDR:

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Barmherzigkeit ist nicht genug

The Church needs the Poor war das verheißungsvolle Thema einer Predigt, die ich mir vor einiger Zeit in Auszügen anhörte. Ich kam allerdings nur bis zu der Aussage, dass die Armen eigentlich gar nicht Sache des Staates, sondern die Aufgabe der Kirche seien.

An dem Punkt bin ich dann irritiert ausgestiegen (die amerikanische Trennung von Staat und Religion treibt schon komische Blüten – in Europa höre ich solche Töne zum Glück selten). Denn praktisch läuft das doch darauf hinaus, dass die Kirche die Opfer der Gesellschaft aufpäppelt, aber nichts dagegen unternimmt, dass es immer weitere Opfer gibt. Im Bild gesprochen: Wir verarzten die Unfallopfer, aber wir ändern die Verkehrsregeln nicht, beziehungsweise die Straßenbeschilderung. Etwas weniger bildhaft: Wir behandeln unsere Sklaven besser, aber wir schaffen Sklaverei nicht ab. Vor lauter Barmherzigkeit bleibt so die Gerechtigkeit auf der Strecke. Und Recht ist nun mal auch und vor allem Sache des Staates, in der Demokratie heißt das also: auch unsere Aufgabe.

Da war ich dann schon froh, bei David Bosch (Transforming Missions, S. 394) zu lesen, wie Gerechtigkeit inzwischen von vielen als integraler Teil christlicher Mission verstanden wird. Das ist ein großer Fortschritt gegenüber einem einseitig auf Verkündigung “ewiger Heilstatsachen” ausgerichteten Ansatz, der sich auf kirchliches Handeln in einem verengten Sinne beschränkte, den Bosch so beschreibt:

Obwohl also – durch alle Jahrhunderte christlicher Missionsgeschichte – immer ein bemerkenswerter Dienst stattfand im Hinblick auf die Fürsorge für die Kranken, die Armen, die Waisen, und andere Opfer der Gesellschaft, wie auch im Hinblick auf Bildung, landwirtschaftliche Unterweisung und dergleichen, wurden diese Dienste fast immer als “Hilfsdienste” betrachtet, nicht als missionarisch an sich. Ihr Zweck war es, Menschen dem Evangelium gewogen zu machen, sie zu “erweichen”, und damit den Weg zu ebnen für das Werk des wirklichen Missionars, dessen nämlich, der Gottes Wort über das ewige Heil verkündet. In den meisten Fällen wurde daher eine strikte Unterscheidung beibehalten zwischen “horizontalen” oder “äußeren” Schwerpunkten (Nächstenliebe, Bildung, medizinische Hilfe) auf einerseits und den “vertikalen” oder “geistlichen” Elementen auf der Tagesordnung der Mission (etwa Verkündigung, die Sakramente, Gottesdienstbesuch) andererseits. Nur die letztere wirkte sich aus auf die Vermittlung des Heils.

Es gibt also nicht erst Mission und dann Barmherzigkeit, sondern Gerechtigkeit ist ein unverzichtbares praktisches Element des Evangeliums vom kommenden Reich Gottes. Und nichts macht das Evangelium unglaubwürdiger als eine Kirche, die sich um Gerechtigkeit nicht kümmert.

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Spruch der Woche

Es gibt nur ein Ziel – das Reich Gottes. Es gibt nur einen zentralen Bezugspunkt – Jesus, den König. Und es gibt nur einen geschichtlichen Brennpunkt – die Armen und Machtlosen.

Emilio Castro

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Foto © Igor Sperotto

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Wer nicht für uns ist…

Christsein in einem zunehmend pluralistischen Umfeld stellt einzelne und Gemeinden vor die Aufgabe, sich ständig zu erklären, zu definieren und zu positionieren. Ein paar Freunde haben von Begegnungen bei Miteinander für Europa berichtet, die sie als bereichernd, aber auch als herausfordernd und (freilich eher in Kleinigkeiten) auch verunsichernd empfanden.

Man kann nun den Ansatz wählen, dass man jeden, der sich nicht ausdrücklich distanziert, als potenziellen Partner betrachtet oder aber jeden, der sich nicht ausdrücklich zum eigenen Anliegen bekennt, als Konkurrenten. Je nach Prägung und Persönlichkeitstyp fällt der eine eher auf der inklusiven und der andere eher auf der exklusiven Seite vom Pferd. Im Lukasevangelium finden wir die beiden Pole ganz nah beisammen:

Lukas 9,50: Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch
Lukas 11,23 Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich

Ich muss gestehen, im Kontext habe ich keine situative Aufschlüsselung gefunden. Wenn Lukas geahnt hätte, für welche Verwirrung das noch sorgen würde, hätte er vielleicht noch ein paar Notizen eingefügt. So müssen wir uns nun den Kopf zerbrechen:

  • Ist das also eine unauflösliche Grundspannung? Und wie werden wir dem dann praktisch gerecht?
  • Können wir zum Beispiel Bono und Grönemeyer im Kampf gegen globale Armut folgen oder brauchen wir eine eigene, “fromme” Initiative? Brauchen wir vielleicht beides und vernetzen es dann irgendwie?
  • Ist nur der Christ, der die entsprechenden rituellen Stationen absolviert hat und das “richtige” Bekenntnis aufsagt? Oder ist Glaube so eine mystische, undefinierbare und Herzenssache, dass man das nie genau wissen kann und schon gar nicht beurteilen darf?

Kleine aktuelle Fußnote: Die französischen Sozialisten fanden es gar nicht lustig, dass Präsident Sarkozy einen der ihren zum Außenminister machte und streben nun den Parteiausschluss von Bernard Kouchner an. Ein Glück, dass es solche Engstirnigkeit nur in der Politik gibt…

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“V-Day”

Man kann nur spekulieren, wie viele bierkastenbepackte Leiterwägen heute am gründlich verregneten (wer hat da gebetet?) Himmelfahrtstag im Morast stecken geblieben sind. Aber nachdem echte Väter im Gegensatz zu solchen, die das erst noch werden müssen, gar nicht soo scharf auf diese Art Ausflug sind, ist das zu verschmerzen. Nervig dagegen das Vatertagsgetue der Radiosender. Da hilft nur Abschalten.

Das mit dem Naturerlebnis ohne nass zu werden hat heute dann trotzdem noch geklappt. Hier ein paar Impressionen aus der fränkischen Schweiz:

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PS: Ja, die Teufelshöhle. Nein, ist nicht “okkult”… 🙂

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Teure Überstunden

Gestern sprach der Pastor einer internationalen Gemeinde darüber, dass seine Leute in letzter Zeit wegen der guten Auftragslage ihrer Unternehmen immer mehr Überstunden machen (müssen?) und außerhalb der Arbeit zu fast nichts mehr Zeit haben. Wir haben uns damit getröstet, dass wenigstens bei gut ausgebildeten Leuten bald kaum noch einer um seinen Arbeitsplatz fürchten muss und die Chefs weniger Möglichkeiten für mehr oder weniger subtile Erpressungsversuche haben.

Heute dann las ich in der SZ, dass Überstunden die Gesundheit (und damit auch die langfristige Leistungsfähigkeit) der Mitarbeiter deutlich strapazieren. Aber auch für Leute wie mich, denen kein Chef im Nacken sitzt, haben die Experten von der Gesellschaft für Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie ein paar wichtige Hinweise:

Ein unregelmäßiger Arbeitsrhythmus führt zu gesundheitlichen Beschwerden. Das gilt umso mehr, wenn er nicht selbst gewählt ist, sondern von außen vorgegeben wird. Wenn die Arbeitszeiten nicht mit dem sozialen Rhythmus übereinstimmen, werden sie vollends zur Belastung.

Bei flexiblen Arbeitszeiten ist es wichtig, heißt es dort, dass man auf Dauer nicht am Schlaf spart, regelmäßig Pausen macht und die freie Zeit auch wirklich zu sozialen Aktivitäten nutzt. Denn wer zu lange zu viel arbeitet, erholt sich auch nicht so schnell wieder. Ich geh‘ jetzt erst mal eine Runde joggen…

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Sprechende Räume

Neulich war ich bei der xy-Gemeinde zu Gast und musste seither noch eine Weile über den Eindruck des Raumes nachdenken. Um richtig verstanden zu werden – das ist nun keine Aussage über die netten, gastfreundlichen und ernsthaften Menschen, auch nicht indirekt.

Weiter im Text: Es ist das totale Kontrastprogramm zum klassischen Kirchengebäude: Keine hohen Deckengewölbe und kalten Fußböden, keine (unbequemen?) Bänke, in die sich der Besucher zwängt, kein Halbdunkel, das man je nach Stimmungslage als düster oder mystisch interpretieren darf.

Aber dem Raum mit Teppichboden, Reihen aus gepolsterten Stühlen mit verchromten Beinen, Ikea-Vorhängen und weißer Rauhfasertapete fehlt der optische Mittelpunkt.

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Push Up

Flyer Mai07 Zum ersten und vielleicht einzigen Mal im Leben auf einem Laufsteg zu stehen war schon etwas Besonderes – selbst wenn ich dort ja nur am Reden war. Dafür war die Modenschau, die LebensArt gestern abend eröffnete und Begeisterungsstürme hervorrief, schon etwas ganz Besonderes. Vielleicht kann ich wenigstens noch ein paar Fotos nachreichen.

Den Podcast zum Thema Schönheit, Selbstbild und mehr gibt es hier zu hören, unten steht das PDF dazu, und der zwischendurch erwähnte Clip evolution ist hier zu bewundern.

Push Up

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Zu spät geliebt!

Spät hab‘ ich dich geliebt,
o Schönheit,
so alt und so neu,
spät dich geliebt!

Und siehe,
drinnen warst du und ich draußen,
suchte dich da
und warf mich auf all das Schöne,
das du gemacht,
und war doch selbst so hässlich.

Du warst bei mir, aber ich nicht bei dir.

Fernab hielt mich von dir all das,
was doch nicht wäre, wär‘ es nicht in dir.

Da hast du gerufen,
geschrien,
den Bann meiner Taubheit gebrochen,
hast geblitzt,
gestrahlt
und meine Blindheit verscheucht.

Deinen Duft hab‘ ich geatmet
und seufze nun nach dir.

Ich habe dich geschmeckt
und hungere und dürste nun.

Du hast mich berührt,
und ich bin entbrannt
in Verlangen
nach deinem Frieden.

Aus: Aurelius Augustinus, Bekenntnisse

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GebetsPaartner

Uli Eggers hat im Editorial zur aktuellen Aufatmen ein paar sehr ehrliche Gedanken und Erfahrungen über das gemeinsame Beten als Ehepaar, und welche Schwierigkeit das in der Regel für die Männer mit sich bringt. Dabei trifft er für mein Gefühl voll ins Schwarze, wenn er schreibt:

Offensichtlich erwarten Frauen hier eine Nähe-Erfahrung – und genau das setzt Männer unter Druck. Es geht um mehr als Gott und mich – also wird die Sache kompliziert. (…) Oft wissen wir ja selber nicht so genau, wo wir uns gerade mit Gott und Ehefrau und diesem oder jenem Problem exakt befinden.

Vielleicht ist das aber auch nur ein Problem männlicher Wahrnehmung, das dazu führt, dass ich mich verknote.

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Stoff fürs Wochenende

 Typo3Temp Pics 49B43Ac4F6Scot McKnight analysiert die vielfältigen Ängste in der Diskussion um Frauen in Leitungsämtern. Die freiwillige Feuerwehr hat ihre eigene Art, das “Frauenthema” offensiv anzugehen und erregt damit erhebliches Aufsehen, wie das freche Plakatmotiv hier zeigt.

Traurige Nachrichten aus Hannover: Bischöfin Margot Käßmann reicht die Scheidung ein – und das erstmalig unter deutschen Bischöf(inn)en während der Amtszeit. Wer jetzt überlegt, daraus ein Argument für Männer in diesen Positionen zu stricken, muss allerdings auch die Frage beantworten, warum er sich beim Wirbel um Ted Haggard (und den vielen anderen ähnlichen “Fällen”) nie gegen Männer in Leitungsämtern ausgesprochen hat. Oder gleich für den garantiert scheidungsfreien Zölibat – aber auch der hat so seine Tücken.

Die beste Antwort auf Markus Söders Kritik an Köhler gibt Zippert in der Welt.

Bevor es zu bissig wird: Über einen Verweis bei Marlin bin ich bei Experimental Theology gelandet und habe dort eine schöne Serie über die Theologie des Humors gefunden.

Gar nicht zum Lachen fanden einige Evangelikale, dass Francis Beckwith, Präsident der Evangelical Theological Society, zurückgetreten und von der reformierten zur zur katholischen Kirche übergetreten, beziehungsweise dahin zurückgekehrt, ist. Seine Erklärung steht hier und die Kommentare dort sprechen für sich.

Die Nürnberger Nachrichten widmen dem Thema Volkskirche einen Artikel und bestätigen mit den üblichen Statistiken Michael Herbsts These vom siebten (und damit letzten) fetten Jahr der Institution in unserer Region. Kronzeuge ist der neue Bischof von Eichstätt, der klarer als manch protestantischer Kollege feststellt:

Die Volkskirche ist nicht mehr existent. Was wir jetzt haben, ist nur noch ein Nachhall der Volkskirche.

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Mein Rasenstück

 Dürer RasenJeder Kopfarbeiter sollte einen Garten haben. In meinem habe ich zu Beginn der Dürre auf unserer löchrigen Wiese Rasen neu angesät und vorher Moos und Unkraut heraus gerissen. Dann musste ich wochenlang viel gießen und heute habe ich zum ersten Mal gemäht.
Endlich mal sichtbare Resultate – das gibt es sonst nicht so oft. Aber hin und wieder braucht man solche aufbauenden Erlebnisse. Jetzt geh ich noch einmal raus und genieße den Duft des frisch gemähten Grases in der lauen Mailuft…

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