Karikaturen-Knatsch

Es ist schlimm, wie der Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen eskaliert. Bei dem Konflikt wird hier zu Lande immer auf das Thema Freiheit abgehoben. Das ist auch richtig so, und es hat sogar christliche Wurzeln, dass wir heute Freiheit hoch halten im Westen, manchmal auch dann noch, wenn sie missbraucht wird. Obwohl wir – bei Islamisten etwa – da auch schon Einschränkungen diskutieren.

Übersehen wird dabei gelegentlich, dass es auch um Achtung und Respekt geht und dass Freiheit davon nicht zu trennen ist. Auch das ist ein biblischer Gedanke. Wir haben uns an eine Kultur der Respektlosigkeit gewöhnt, die zumindest in muslimischen Ländern undenkbar scheint. Hier gibt es im Interesse eines friedlichen Miteinanders etwas zu lernen. Wenn das passiert, wird keine Zensur nötig sein, machbar ist sie ohnehin nicht.

Letzten Ende liefern wir mit dem unweisen Gebrauch von Freiheit immer den falschen Leuten den Vorwand, andere gegen einander aufzuhetzen und am Ende die Freiheit selbst zu beschädigen.

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verräterische Rechtschreibung

Ich war noch dabei, mich umzugewöhnen, nun lese ich: Das “Du” in der Anrede wird nun doch wieder groß geschrieben. Eine gute Nachricht, wo doch manchmal der Zeitgeist eher selbstbezogen daherkommt.
Es hat mich nur zum Nachdenken gebracht: In Englischen wird I immer groß und you immer klein geschrieben. Gleichen die Engländer und Amerikaner das durch Höflichkeit wieder aus, stehen sie mehr zu sich selbst, oder sind sie am Ende doch verkappte Egomanen?

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Vergeben macht gesünder

Michael hat mich auf eine Untersuchung der Stanford University aufmerksam gemacht, die zu dem Ergebnis kommt, dass Vergeben unsere Gesundheit und Lebensqualität deutlich fördert. Statt eines frommen Appells wird Vergebung in neun praktikablen Schritten umgesetzt.

Der Autor der Studie, Dr. Luskin, hat mit Frauen aus Nordirland, von denen ein naher Angehöriger gewaltsam zu Tode gekommen waren, Übungen durchgeführt, die Stress und Depression signifikant lindern konnten.

Es reicht also nicht, Vergebung zu predigen. Man muss sie offenbar richtig üben und lernen. Dazu bietet die Klinik in Stanford Seminare an. Der SF Chronicle beschreibt das anschaulich.

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Vier Hochzeiten und ein Nervenzusammenbruch

Mag der eine oder andere frustrierte Zeitgenosse vom Harem träumen: Vier Frauen muss man(n) auch erst mal verkraften. Die NN berichten heute von einem Saudi, der psychologisch betreut wird, nachdem er in sechs Monaten vier Frauen geheiratet hatte. Die zerstrittenen Eltern hatten sie ihm aufs Auge gedrückt: Papa zwei, Mama zwei. Also doch nach Genesis 2,24 lieber erst mal sauber sich abnabeln, gut überlegen und sich dann eine (!) Frau suchen…

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Ein grüner Bush?

In gewisser Hinsicht muss man den Mullahs dankbar sein: George Bush will die ölsüchtigen Amis auf Entziehungskur schicken. Die Aktien von alternativen Energieerzeugern schießen in die Höhe.

Vielleicht könnte ein anderer Schurkenstaat ja jetzt noch helfen, die Emissionen von Treibhausgasen zu senken? 🙂

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Teenager…

Martina hat mir einen Bericht über Hirnforschung gegeben. Dort heißt es, die Entwicklung während der Pubertät führe zu einer “geringeren Gedächtnisleistung, verminderter visueller Wahrnehmung, weniger entwickelter Bewegungsfähigkeit, und zu niedrigeren Intelligenzquotienten”.

Soll das heißen, Teenager benehmen sich nicht nur manchmal dumm, sondern sie sind es tatsächlich und können gar nichts dafür?

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Beichte via Podcast

Das Projekt Confess.or in Berlin macht die Beichte zum öffentlichen Kunstobjekt. Gott (und vor allem der kirchliche “Machtapparat”) wird aber nach Aussage der Künstler dabei aus dem Spiel gelassen. Dafür wandert der Inhalt via Podcast ins Netz.

Auch wenn die meisten von uns darauf verzichten können, ihre Beichte im Internet von anderen belauschen zu lassen – es ist allemal interessant, was hier mit Grabkerzen, Beichtstuhl, einem Mac mini angestellt wird.

Ob es letztlich befriedigender ist, mit einer Stimme aus der Dose zu reden und mit dem, was man sagt, allein zu bleiben, um sich selbst das Urteil (oder den Freispruch?) zu verkünden, muss dann jeder selbst wissen. Das Bedürfnis, überhaupt etwas zu beichten, scheint aber vorhanden.

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Kinder: Auch “gute” Scheidungen schlecht

Dass gute Scheidungen besser seien als schlechte Ehen mag (je nach Blickwinkel) für die Eltern gerade noch so stimmen, für Kinder ist es erwiesenermaßen falsch. Die SZ berichtet über eine Studie aus den USA, wie hier traumatische Erfahrungen der Kinder von Erwachsenen systematisch schön geredet wurden. Mit dieser Ideologie wird betroffenen Kindern sogar noch das Trauern unmöglich gemacht.
Ohnehin sind zwei Drittel der geschiedenen Ehen “niedrig konfliktreich”. Es gäbe auch andere Lösungen. Hier findet man ein paar gute Gründe, nach solchen zu suchen.

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Hintergrund: Der Rosenkranz

Für alle, die beim Kubik-Lernwochenende oder auch so angefangen haben, über das Rosenkranzbeten nachzudenken, hier ein interessantes Artikelchen zum geschichtlichen Hintergrund. Bei allem, was ich über die Kelten schon gelesen hatte – das war mir neu, dass auch der Rosenkranz auf ihr Konto geht.

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Christlicher Lebensstil in Korea

Es passieren immer wieder mal völlig unerwartete Dinge: Heute morgen bekam ich eine e-mail aus Korea mit der Anfrage, ob “Mit Gott im Job” ins Koreanische übersetzt werden könnte.

Ich gestehe, dass ich beim Schreiben keine Minute an Korea gedacht habe, aber wenn es dem Christian Lifestyle Movement (das war alles, was ich auf der Website lesen konnte…) nützt, phantastisch! Ich bin jedenfalls mal gespannt, (ob) was daraus wird.

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T9 und Deutsch

Eben hat das T9 auf meinem Handy in einer SMS fünf mal die Worte nicht gekannt, obwohl es alles gutes Deutsch war. Oder vielleicht ist das gerade das Problem?

Nervig. Wenn dies ein Germanist liest: Vielleicht sucht Sony Ericsson ja noch Leute?

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Im Himmel

Im Himmel wird es keine Polizisten mehr geben,
weil es keine Verbrechen gibt.
Es wird keine Soldaten mehr geben,
weil es keinen Krieg gibt.
Es wird keine Ärzte mehr geben,
keine Chirurgen, keine Krankenschwestern.
Es wird keine Gefängniswärter mehr geben
Wachmänner, Leichenbestatter,
Versicherungsvertreter, Richter,
Uhrmacher, Feuerwehrleute, Evangelisten,
Klatschreporter, Prostituierte
oder Krankenwagenfahrer.
Aber Dichter wird es geben.
Dichter und Musiker.
So viel wissen wir.

Übersetzt aus:


“Poems: The Best of Steve Turner”

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