Dixie-Chicks-Tag

Die CD stand eine Weile im Schrank, aber die letzten Tage haben die drei standhaften Damen aus Texas mich wieder ganz neu angesprochen. Heute besonders: Not Ready to Make Nice und Easy Silence. Klug getextet – schön gesungen und gespielt. Im letzten Lied heißt es am Anfang:

When the calls and conversations
Accidents and accusations
Messages and misperceptions
Paralyze my mind
Busses, cars, and airplanes leaving
Burnin‘ fumes of gasoline and
And everyone is running and I
Come to find a refuge in the

Easy silence that you make for me
It’s okay when there’s nothing more to say to me
And the peaceful quiet you create for me
And the way you keep the world at bay for me
The way you keep the world at bay

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Statistiken…

… sollte man genau lesen, damit kein Quatsch herauskommt, wie dieses Interview wieder einmal beweist:

sueddeutsche.de: Eine Tageszeitung titelte kürzlich: „Jede zweite Ehefrau geht fremd“ …
Beer: Woher wissen die das?
sueddeutsche.de: Die berufen sich auf Ihre Theratalk-Studie.
Beer: Dann haben die wohl etwas falsch verstanden.
sueddeutsche.de: Moment, in dem Artikel steht, dass 55 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer schon einmal eine Affäre hatten.
Beer: An unserer Studie nahmen aussschließlich Untreue teil. Davon sind 55 Prozent Frauen, 45 Prozent Männer. Mit dem Anteil der Untreuen in der Gesamtbevölkerung hat das nichts zu tun.

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Intuitionen

Diese Woche habe ich über ein paar Entscheidungen nachgedacht, bei denen ich gegen ein leichtes Unbehagen gehandelt habe. Irgendwie dachte ich, man muss auch mal über seinen Schatten springen. Ein paar Jahre später hat sich dann aber herausgestellt, dass ich die Lage intuitiv richtig erfasst hatte. Die späteren Probleme waren damals nicht klar zu sehen, aber ich hatte es irgendwie doch geahnt.

Unterm Strich aber ist die Verlegenheit, Entscheidungen unzureichend begründen zu können, doch leichter zu ertragen als die Selbstvorwürfe, warum ich damals nicht auf meine (?) innere Stimme gehört habe. Also versuche ich jetzt, konsequenter zu sein. Ich hoffe also, dass ich in drei Jahren nicht wieder so einen Post schreibe.

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Gut gearbeitet

Die erste von drei Klausuren für unsere Alpha-Kerntruppe liegt hinter uns und es war eine sehr gute Zeit. Paul Donders von Xpand hat durch seine Fragen und Aufgabenstellungen unsere Köpfe kräftig rauchen lassen und geholfen, unsere Ideen zu sortieren. Und für einen wahrhaft fürstlichen Rahmen sorgte unser 2. Vorsitzender und Gastgeber Dr. Emanuel Prinz zu Salm, der uns zu sich nach Rhede eingeladen hatte.

Mit dicken Rollen vollgeschriebener Flipcharts sind wir wieder zurückgekehrt. In gut drei Wochen dann geht es hier in die nächste Runde.

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Eine Stunde am Tag

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Es muss eine Stunde am Tag geben, wo der planende Mensch all seine Pläne vergisst und handelt, als hätte er überhaupt keine.

Es muss eine Stunde am Tag geben, wo der Mensch, der zu reden hat, verstummt. Dann formt er im Geist keine Anträge mehr, und er fragt sich: hatten sie einen Sinn?

Es muss eine Stunde geben, wo der Mann des Gebets anfängt zu beten, als geschähe es zu ersten Mal in seinem Leben, wo der Mann der Entschlüsse seine Entschlüsse beiseite schiebt, als wären sie alle zerronnen, und wo er eine neue Weisheit lernt: die Sonne vom Mond zu unterscheiden, Sterne vom Dunkel, das Meer vom festen Land und den Nachthimmel von der Wölbung eines Hügels.

Im Schweigen lernen wir zu unterscheiden. Wer das Schweigen flieht, flieht auch die Unterscheidungen. Er will nicht allzu klar sehen. Verwirrung ist ihm lieber.

Thomas Merton

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Ende der Hitze

Beim Radfahren habe ich heute noch einen Sonnenbrand abbekommen. Aber wenigstens die kommende Nacht verheißt etwas Abkühlung, es ziehen von drei Seiten Gewitter heran.

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Liebe und Glück

Für die Liebe ist bloßes Geben und Nehmen nicht genug; sie will in Freiheit geben und nehmen. das heißt, sie will verschenken, nicht nur angenommen werden. Selbstlose Liebe, die an einen selbstsüchtigen Empfänger verschwendet wird, schafft kein vollkommenes Glück. Nicht weil Liebe Erwiderung oder Lohn fordert, sondern weil sie im Glück des Geliebten beruht. Und wenn der Geliebte selbstsüchtig empfängt, ist der Liebende nicht befriedigt. Er erkennt, dass es seiner Liebe nicht gelungen ist, den Geliebten glücklich zu machen. Er hat seine Fähigkeit zu selbstloser Liebe nicht wecken können.

Thomas Merton, Keiner ist eine Insel, S. 18

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Blick nach oben

Gestern abend ist die ISS gut sichtbar am diesigen Nachthimmel über uns hinweggezogen. Heute morgen lese ich, dass die (eine?) Toilette da oben streikt. Alle Erlanger haben um 22:04, um 23:39 und morgen um 1:14 Uhr noch einmal die Gelegenheit, einen Blick zu erhaschen. Die Zeiten für andere Orte gibt es hier.

Und hoffentlich ist das Problem dann schon gelöst.

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Zitat der Woche

Der Prophetenwahn – in unserer Zeit etwas recht Häufiges – ist der äußerste Gegensatz zum Herdenwahn, der zu allen Zeiten noch häufiger ist. Der falsche Prophet wird jede Antwort annehmen, vorausgesetzt, dass es seine, dass es nicht die Herdenantwort ist. Die Herdenmentalität andererseits heißt jede Antwort gut, die in der eigenen Herde umläuft, vorausgesetzt, dass es nicht die Antwort eines Propheten ist, der nicht seit mindestens fünfhundert Jahren tot ist.

Thomas Merton, Keiner ist eine Insel

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Zu viele Katzen

Heute morgen im Gottesdienst hatten wir eine Lesung aus der Volxbibel. Statt des verlorenen Schafes hat sich dort in Lukas 15 eines von 20 (!) Haustieren eines Katzenfans verlaufen. Es taucht zum Glück wieder auf, und Frauchen/Herrchen feiert eine Party.

So spontan war ich etwas ratlos: Ich war wohl nicht der einzige, der (weil allergisch gegen die lieben Tierchen) eine Wohnung mit 20 Katzen nie betreten würde. Die Feier würde also ohne mich stattfinden müssen. Meine Nachbarin (die eher an den Geruch in der Bude dachte) fand auch, dass jemand, der 20 Katzen hat, etwas merkwürdig ist.

Das ist der Bauer mit seinen 100 Schafen nicht. Hier geht es ja nicht um Tierliebe im spätmodernen Sinn – die Hirten damals und die Bauern heute sind da eher pragmatisch-unsentimental. Es ist eher so wie bei dem Abschnitt mit der verlorenen Drachme: ein wertvolles Besitzstück.

Eine Aktualisierung von biblischen Gleichnissen ist sicher wichtig, kann aber auch leicht schief gehen: Ich war über eine Katze weniger nicht so unglücklich. Katzen schlagen sich in der Regel ganz gut durch…

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Umkehrschluss

Diese Woche hat jemand eine Statistik zitiert, nach der (wenn ich mich recht erinnere, aber auf ein paar Prozent kommt es auch gar nicht an…) 85% der Menschen bis zum 14. Lebensjahr zum Glauben gefunden hatte. Die Schlussfolgerung war, dass Kinder- und Jugendarbeit enorm wichtig ist.

Ist sie auch. Nur kann man aus der Statistik eben auch entnehmen, dass man offenbar in eine christliche Familie und Gemeinde mehr oder weniger hineingeboren werden muss. Und möglicherweise kann man auch schließen, dass außer ein paar Alibiaktionen die bestehenden Gemeinden (so gut wie) nichts unternehmen, um Erwachsenen zu helfen, ihren Weg zum Glauben zu finden.

Denn vielleicht liegt es nicht an den Leuten und nicht am Alter, sondern an der Art, wie unsere Gemeinden funktionieren…?

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Was ist natürlich?

Nachdem das Thema Homosexualität immer wieder mal hochkocht, hier ein guter Rat des Verhaltensforschers Paul Vasey auf Zeit Online zu Analogien aus dem Tierreich. Dort wird in bestimmten Fällen homosexuelles Verhalten beobachtet. Aber welche Schlüsse darf man daraus ziehen für die politische Diskussion (ganz zu schweigen vom Thema Monogamie, wo oft ähnlich verfahren wird)?

Vasey jedenfalls will nicht, dass seine Forschungsergebnisse missbraucht werden. Von niemandem:

Die Schwulenbewegung verwendet diese Ergebnisse als politisches Instrument. Allerdings greifen Anti-Homosexuellen-Verbände, wie konservativen Christen, genauso auf Forschungsergebnisse zurück, um gegen Homosexuelle zu argumentieren. Jeder nutzt also die Forschung für seine politischen Zwecke. Als Wissenschaftler kann ich nur sagen: Wenn ein Politiker Tiere benutzt, um zu behaupten, was natürlich ist und was nicht, dann hat der Politiker unrecht.

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Alpha EMEA Week (2): Die Richtung stimmt – immer noch

Der Berufsverkehr braust über die Brompton Road und das Caffé Nero hat zum Glück schon auf. Etwas Katerstimmung herrscht noch im Royal Borough of Kensington and Chelsea nach der Finalniederlage gestern. Dafür haben letzte Nacht keine feiernden Fans unseren Schlaf getrübt. Heute ist mein letzter Tag auf der EMEA Week. Viele gute Begegnungen liegen schon hinter mir und manches, was sich schon angedeutet hatte, ist noch klarer geworden.

Ein wesentlicher Beitrag dazu kam wieder von Graham Tomlin. Er hat gestern noch einmal zwei sehr hilfreiche theologische Grundlagenreferate gehalten, in denen ich mich sehr gut wiederfinden konnte. Zuvor hatte schon Nicky Gumbel deutlich gemacht, dass die Motivation für Evangelisation die Transformation der Gesellschaft ist. Statt „Hintern für den Himmel“ (meine Worte…) also: Mitarbeiter für Gottes neue Welt. Und weil die Aufgaben in dieser Welt so riesig sind (man muss nur die Teams aus Kenia, Zimbabwe oder Ruanda fragen, da ist es vielleicht am deutlichsten zu spüren.

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Zurück zu Graham: Er erklärte, dass Evangelisation eine Form der Katechese ist. In einer Zeit, in der man keinen „objektiven“, neutralen Standpunkt mehr findet (wenn es ihn je gab…), von dem aus man die unterschiedlichen Überzeugungen betrachten und bewerten könnte, kann man über Wahrheiten nicht mehr intellektuell entscheiden, sondern muss ihnen existenziell nachgehen. Es geht nicht um Ideen, sondern um einen Lebensstil. Und den kann man nur verstehen, wenn man sich zumindest versuchsweise darauf einlässt und in einer Gemeinschaft die Grammatik des Glaubens lernt. Zweitens ist Evangelisation ein Akt der Gastfreundschaft. Die Gemeinschaft, die von Gott als dem dreieinigen ausgeht, ist offen für andere: Auf Rublevs berühmter Ikone ist ein Platz leer. In dieser Gemeinschaft dann ist der Raum für Gespräch, so wie in den Tischgemeinschaften mit Jesus, wo sich so viele wesentliche Dinge abgespielt haben. Und nicht zuletzt in diesem Sinne vermittelt Evangelisation (das war der dritte Punkt) einen Vorgeschmack von Gottes Zukunft versöhnter Beziehungen und einer geheilten Schöpfung.

Der Gedanke der Transformation liegt in der Herrschaft Gottes begründet, um die sich bei Jesus alles dreht. Hier denkt Graham stark von der Missio Dei her: Gott bezieht uns ein in die Erneuerung und Wiederherstellung seiner Welt. David Bosch sagte, Evangelisation bedeutet, Menschen in diese Mission zu rufen. Und auch wenn wir keinen vollkommenen Himmel auf Erden erreichen werden, so ist es doch ein Beitrag mit ewiger Bedeutung. Kirche muss von dieser Missio Dei her gedacht und zentrifugal – nach außen gewandt – gedacht und gelebt werden, nicht nach innen gekehrt. Und das ist zuerst eine Frage der Herzen, nicht der Gebäude. Wir geben das, was wir bekommen haben, gleich weiter – und merken dabei, wie es mehr statt weniger wird, je länger wir das tun.

Alpha wird ein immer bunterer und größerer Ökumenischer Mikrokosmos. Gestern war ein koptischer Bischof unter uns der von einer Arbeit unter Aidskranken berichtete und Heilungen, die sie dort auch erleben; in Chile arbeiten Katholiken, Pfingstler und Evangelikale fröhlich zusammen; 35 verschiedene Gemeinden haben in Soweto eine Alpha Celebration veranstaltet, in Irland gibt es erste Alpha-Kurse für Gehörlose und unter Obdachlosen, in Seattle hat man für Einwanderer einen sprachlich stark vereinfachten Kurs entwickelt. Andere Dinge habe ich ja schon erwähnt.

Je länger ich über das alles nachdenke, desto begeisterter bin ich, ein Teil dieses Beziehungsgeflechts zu sein, das diese gute Nachricht verbreitet und immer mehr und konkreter auch daran geht, in vielen kleinen Schritten die Welt zu verändern. Denn auch wenn vor Ort mal eine Weile lang nichts vorwärts zu gehen scheint, alle zusammen kommen wir eben doch voran. Und wenn Alpha auch bei uns immer noch mehr dazu hilft, nicht nur Kirchenbänke zu füllen, sondern Menschen für die Missio Dei freizusetzen, dann ist es jeden Aufwand wert.

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