LebensArt Audio: Hoffnung

Für alle, die iTunes oder QuickTime haben oder deren Player AAC-Dateien abspielt, gibt es den Mitschnitt vom letzten Sonntag hier zum Download.

Für alle, die das in Schwierigkeiten bringt: Meine begrenzten technischen Kenntnisse und Möglichkeiten (sprich: die Export-Funktion von Garage Band) reichen leider nur so weit, mp3 Dateien wären bei gleicher Qualität viel größer und bei gleicher Größe ziemlich schlecht.

Mitlesen könnt Ihr auch; und falls einer tatsächlich bis zum Ende hört und wissen will, wie der katholische Pater am Ende nun hieß (das Alter – wenn man sich nicht alles notiert…): es ist Father Alec Reid.

Hoffnung

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Hoffnungslose Optimisten

Am Samstag haben Daniel und ich auf der Straße Leute interviewt zum heutigen Gottesdienstthema Hoffnung. Beim Bearbeiten wurde immer deutlicher (manche Sätze muss man ein paar mal hören…), dass zwar alle versuchen, optimistisch zu sein, aber dass eine echte Hoffnung fehlt. Was bleibt, ist ein schulterklopfendes “wird-schon-wieder” – eben die rosa Brille von der lieben Tante Evolution, von der in Geo zu lesen war, mit der wir unsere (triste?) Welt schönen.

Nun lebe ich auch lieber unter Optimisten als unter Schwarzsehern. Optimismus ist besser als Verzweiflung, aber ist er genug? So lange es uns halbwegs gut geht, kommen wir damit vielleicht durch. Was aber, wenn die Umstände schlimm werden? Die Tragik ist doch, dass wir bei scheinbar – oder tatsächlich – übermächtigen Problemen ohne Hoffnung einfach den Kopf in den Sand stecken, um unseren Optimismus nicht zu verlieren. Und dass wir jetzt schon so leben, dass wir etwa beim Klima reale Risiken herunterspielen oder ignorieren – beziehungsweise und für unzuständig erklären. Brutal gesagt: Auf der Titanic waren auch lauter Optimisten unterwegs…

Charakteristisch ist dagegen die weitgehende Fehlanzeige beim Thema Hoffnung.

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Nachgelegt: Strafe und Versöhnung

Sam hat zum Post von neulich über fromme Brillen gefragt, warum ich Gott als (strafenden) Richter ein Problem nannte. Ich hatte geschrieben, Gott als Kläger und Richter ist ein “Problem”, weil sich der Gedanke in unserer Kultur aufgrund der anderen Situation (Demokratie statt Monarchie bzw. Feudalismus, Dekonstruktion vieler offenkundig missbrauchter “Absoluta”, und nicht zuletzt der Wirkung von Jesu Ethik der Gewaltlosigkeit!)) sehr schwer vermitteln lässt. Viel schwerer als zu Anselms Zeiten oder im ersten Jahrhundert.

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Warum also in der christlichen (und, zugespitzt: nach eigenem Verständnis sogar missionarischen) Verkündigung immer diesen Einstieg wählen, statt erst einmal den Weg über plausiblere Metpahern zu gehen und das Schwierige (das in der Bibel auch vorkommt) später anzuschneiden? Ganz abgesehen davon, dass bei der “klassischen” Akzentuierung eben die erwähnte Schwierigkeit bleibt, was noch vergeben werden muss, wenn doch bezahlt wurde. Dazu habe ich einfach noch keine befriedigende Erklärung gehört.

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Stolz und Dankbarkeit

Ich habe als geistliche Übung mir Gedanken darüber gemacht, worauf ich stolz und wofür ich dankbar bin. Für alle, die jetzt die Stirn runzeln, vorab nur dies: stolz sein ist biblisch, sofern er sich auf Gott und Gottes Güte bezieht. Insofern bin ich beides, stolz und dankbar. Und ich muss das hiermit einfach auch mal “laut sagen”.

Und wofür nun? Ich bin dankbar, dass ich eine Frau habe, die mich wirklich liebt – und dass unsere Liebe in den Jahren nicht irgendwo auf der Strecke geblieben ist vor Arbeit und Kindern und Missverständnissen oder gelegentlichen Enttäuschungen -, die frei ist von Zynismus und in allen Menschen das Positive sehen kann (und damit auch in mir, selbst wenn ich es nicht mehr sehe…) und die immer offen für Neues ist und Träume hat.

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Das gibts ja wirklich

Neulich habe ich überlegt, ob man statt des politisch korrekten und schwer gestelzten “mit Migrationshintergrund” nicht einfacher “migrantisch” sagen sollte. Nun stelle ich dank kurzer Internetsuche aus einer Laune heraus fest, dass andere schon längst so reden und die (humorlosen?) Sprachpuristen auch schon die Unwort-Geschütze in Stellung gebracht haben.
Ok, schön ist es nicht, aber wenigstens kurz mit seinen zwei Silben. Und nicht so furchtbar ernst!

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Fade Hoffnung

Ich befasse mich “dienstlich” mit dem Advents-Thema Hoffnung. Auf der Suche nach Material kam ich heute bei Alanis Morisette vorbei. Sie singt in Utopia von einer harmonischen Gesellschaft, aber das ganze Lied wirkt (gegenüber ihren zornigen und leidenschaftlichen Songs) schrecklich blutleer. Beim Refrain wird dann auch klar warum das so ist:

This is utopia this is my utopia
This is my ideal my end in sight
Utopia this is my utopia
This is my nirvana
My ultimate

 Images Flyer 2006-12

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Optimismus: Rosa Brille

Immer noch beim Thema Hoffnung, nun am Geo-Heft vom Oktober: “Die Kraft der Zuversicht”. Da wird Hoffnung mit einer rosa Brille “aus der Trickkiste der Evolution” verglichen. So funktioniert sie in der merkwürdig doppelbödigen Beschreibung der Wissenschaft:

… eigentlich wiegt das Negative in unserem Leben viel schwerer. (…) Was also tun? Die Antwort: die positiven Kräfte “künstlich” stärken. Täuschen! Belügen! Beschummeln! Und zwar uns selbst. “Positive Illusionen”, “optimistische Fehlschlüsse” oder “unrealistischen Optimismus” nennen Psychologen dieses Phänomen.

Münchhausen hätte seine helle Freude an dieser Sache. Liebe Evolution, danke für diese großartige Möglichkeit, mich über die – bei nüchterner Betrachtung: trostlose – Realität hinwegzulügen. Und weil mit dem Tod für mich als Individuum aufgrund deiner fürsorglichen Fügung auch wirklich alles aus ist (auch wenn meine Moleküle recycelt werden), taugt die Strategie für die verbleibende Zeit auch bestimmt. Falls mich die Zuversicht aufgrund einer Stoffwechselstörung unerwarteterweise doch noch verlässt, kann ich ja den Zeitraum bis zum gnädigen Vergessen irgendwie selbsttätig verkürzen, was meinst du…?

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Die Erfindung der Geschichte

Lesslie Newbigin hatte ja viel Spannendes über die Geschichtlichkeit des Glaubens und die Bibel als einzigartige Interpretation der Weltgeschichte zu sagen. Thomas Cahill geht noch einen Schritt weiter und bemerkt, dass es Geschichte, wie wir sie kennen, ohne die Bibel gar nicht gäbe. Sie ist eine “Erfindung” des Judentums, dessen Stammvater Abraham die mesopotamische Kultur verlässt, in der das ewige Rad des Himmels das ständige Werden und Vergehen auf der Erde symbolisiert und umgekehrt. Angesichts dieser beiden Pole – Ewigkeit des Himmels und Vergänglichkeit alles Irdischen – ist schlicht nichts Neues möglich und denkbar, sondern es erscheint als Illusion und Verrücktheit.

Dass etwas “neu” war, war also nichts Positives. Hoffnung auf Fortschritt und Veränderung waren nicht angesagt. Doch für Abraham wird es möglich, weil sein Gott zu ihm spricht und auf dieser Reise sich ein immer persönlicheres und exklusiveres (andere Götter ausschließendes) Verhältnis zu diesem einen (später dann: einzigen) Gott entwickelt. Und damit zum ersten Mal so etwas wie Individualität.

Gott offenbart sich also nicht nur in der Geschichte, sondern seine Offenbarung ermöglicht Geschichte eigentlich erst so richtig. Für uns ist das so selbstverständlich, dass wir oft ahnungslos über ganz unerhörte Aussagen hinweglesen:

»Wayyelekh Avram« (»da zog Abram weg«), zwei der kühnsten Worte der Weltliteratur. Sie verweisen darauf, dass alles, was der langen Evolution der Kultur und des Empfindungsvermögens vorausgegangen war, aufgegeben wurde. Aus Sumer, dem zivilisierten Ort des Vorhersehbaren, kommt ein Mann, der sich, ohne zu wissen, wohin ihn seine Reise führen wird, auf den Weg in die Wildnis macht, weil sein Gott es ihm befohlen hat (…). Aus einem Menschengeschlecht, das weiß, dass alles irdische Streben mit dem Tod enden muss, geht ein Führer hervor, der an ein außergewöhnliches Versprechen glaubt. Im Menschen erwacht der Traum von etwas Neuem, etwas besserem, das noch bevorsteht – in der Zukunft.

(Thomas Cahill, Abrahams Welt. Wie das jüdische Volk die westliche Zivilisation erfand, Köln 2000, S. 67)

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Gewendet

Wer hätte sich das träumen lassen? Der Spiegel schickt – als eine Art Trailer für das Sonderheft “Weltmacht Religion” – den Katholiken Matthias Matussek per Video ins Rennen um die Gunst des (neoreligiösen?) Publikums 🙂

Er zitiert darin den Vatikan-Korrespondenten Alexander Smoltczyk, der von einer “traurigen Moderne” spricht und feststellt: “das Land, das Luther, Nietzsche und Marx hervorgebracht hat, hat den Glauben an die Gottlosigkeit verloren.” Und er führt die Anmut von Mozarts Musik an, die den Glauben an mechanistische und reduktionistische Weltbilder absurd erscheinen lässt.

Dagegen sieht ja das Wort zum Sonntag richtig blass aus.

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Anregende Unterhaltung

Der November hat ob der Rekordtemperaturen Schuldkomplexe bekommen und sich hinter zähem Hochnebel verbarrikadiert. Ich habe mich die längste Zeit des Tages mit Kopfschmerz herumgeplagt und der Perspektive, dass es noch fast vier Wochen lang immer dunkler wird. Der verschwand schließlich über einer Tasse Kaffee mit Avi und Ruth Snyder von Juden für Jesus, die auf dem Rückweg von Nürnberg nach Essen vorbeikamen. Avi hat mich an Alan Hirsch erinnert. Er ist ein paar Jahre älter und noch ein paar Zentimeter kürzer und die dunklen Augen funkeln noch einen Tick lebhafter. Avi ist mehr der Evangelist und Praktiker, und er kommt ohne alle Umschweife zum Punkt.

Wir haben uns auch ein wenig über die heiklen Themen unterhalten, mit denen man immer wieder zu tun bekommt (“biblisch” motivierter frommer Zionismus, Endzeit-Ideologien oder die Frage, ob der Schlüssel zur Zukunft in stellvertretender Buße für die Vergangenheit zu suchen sei – und wenn ja, warum Jesus dazu keinen Piep gesagt hat…). Aber es hat mich auch wieder an Newbigins “Logik der Erwählung” erinnert, mit diesem charakteristischen Ping-Pong zwischen Juden und Heidenvölkern, in der das Evangelium seinen Lauf nimmt. Und an alles, was ich von Buber und N.T. Wright über jüdisches Denken in den letzten Jahren gelernt und dabei mächtig profitiert habe.

Bei allen Kontroversen, die diese Arbeit im Judentum und den Kirchen und dem mühsam austarierten Miteinander auslöst: Jenseits aller Stilfragen bleibt Jesus und das Evangelium eine Provokation für beide Seiten. Gut, dass jemand dafür sorgt, dass wir sie nicht wegbügeln.

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Tarnen und Täuschen

Wenn sich die Berichte bewahrheiten sollten, dann hat Siemens seine Anti-Korruptions-Abteilung Compliance eher dazu benutzt, Korruption zu tarnen statt zu bekämpfen, und die Unterstützung von Transparency International dient in diesem Fall auch eher dem Image als der Sache.

Die (üblichen?) Ankündigungen von kompromissloser Aufklärung bekommen damit einen bedrückend doppeldeutigen Klang. Wenigstens hieß es nicht “brutalstmöglich”. Auch die Selbstverpflichtungen der Mitarbeiter bekommen einen faden Beigeschmack, wenn sie lediglich dazu dienen, dass der einzelne zwar belangt wird, die Firma aber die Hände in Unschuld waschen kann. Wie in Agentenfilmen: Wenn Sie auffliegen – wir wissen von nichts…

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Allmächtiger Google?

Das ZDF spricht mit dem Suchmaschinen-Experten Sander-Beuermann von der Uni Hannover zur Übermacht von Google im Internet. Wenn die Nutzer nicht reagieren und mitwirken an einer dezentralen Suchmaschinen-Struktur, droht dieses Szenario:

Google oder eine andere Firma dieser Größenordnung hat dann mehr als 97 Prozent Marktanteil und diese Firma reguliert, welches Wissen Menschen über das Internet zugänglich ist. Big Brother lässt grüßen.

Alternativen bieten exalead, metager, metager II, seekport und neomo.

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