Natürlich bereichert

Mit den hilfreichen Anregungen einiger Kommentatoren ausgestattet bin ich am Mittwoch beim Treffen der NGE-Berater in Fulda gewesen. Klaus Schönberg vom Paradies-Projekt und Stefan Lingott von Novavox waren ebenfalls mit Kurzreferaten am Start und Oliver Schippers moderierte das ganze souverän, locker und launig.

Im Vorfeld hatte ich mir ja noch über modernistische Aspekte im Naturverständnis Gedanken gemacht. In den Gesprächen und Begegnungen während dieses interaktiv gestalteten Tages bin ich einer bunten Vielfalt von sehr aufgeschlossenen Leuten begegnet, die so gar nicht an fertigen Konzepten zu kleben schienen, sondern sich bereitwillig und neugierig auf die verschiedenen Impulse einließen und engagiert mitdiskutierten. So engagiert und aufgeschlossen, wie ich es tatsächlich schon eine ganze Weile nicht erlebt habe.

Es ist ja nicht alltäglich, unter so vielen Menschen zu sein, die sich ernsthaft Gedanken über Zukunft und Veränderung manchen und dabei nicht in starren Schablonen, denken, sondern offene Fragen stellen, und die bereit sind, sich auf einen Weg zu machen, auch wenn die Route noch nicht vollständig berechnet ist. Das war hier der Fall, und zwar auf ziemlich hohem Niveau.

Eine neue Frage, die ich aus der Diskussion mitgenommen habe: Ist Matthäus 28,18-20 eigentlich die einzige (bzw. alles entscheidende) Formulierung des Auftrags der christlichen Kirche? Und wenn ja, ist sie dann vor allem so zu verstehen, dass es jedem einzelnen Christen aufgetragen ist, andere „zu Jüngern zu machen“, oder deutet die Plural-Formuiierung an, dass es sich hier um einen Mannschaftssport handelt?

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2 Antworten auf „Natürlich bereichert“

  1. Ich bin überzeugt, wir verfehlen das Ziel, wenn wir uns auf „den Missionsauftrag“ („The Great Commission“ Matthäus 28,18-20) beschränken. “ Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Joh. 20:21)
    Luther verwendete das Wort „Jünger“ als es noch die Bedeutung von „Lehrling“ hatte. Heute hat es eine andere oder gar keine Bedeutung in den Ohren der meisten und sollte m. E. verbannt und durch Nachfolger oder eben Lehrlinge Jesu ersetzt werden.
    Und sowieso: Matt. 28:19 sagt nicht, wir sollen „andere“ zu Nachfolgern Jesu machen, sondern „alle Völker“, also Ethnien!

  2. So hätte ich das auch eher verstanden, Viktor. Auch um dem Missverständnis vorzubeugen, es gehe um eine Totalverchristlichung der Welt und um den Druck vom einzelnen zu nehmen, missionarisch „effektiv“ zu sein. Vielleicht würde ohne diese enge Auslegung ja sogar mehr befreite und fröhliche Mission (im weiten Sinne des „zeigen, was man liebt“) geschehen?

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