Saddam und die Bibel

Andrew Jones hat sich Saddams Hinrichtungsvorbereitung bei Youtube angesehen (ich nicht, werde es auch sicher nicht tun und es gibt hier auch keinen Link dahin). Er fand die Umstände entwürdigend. Dann aber las ich bei ihm diesen Satz:

Justice is one thing and i am not against the death penalty when it is warranted.

Die Frage ist doch: wann ist sie eigentlich angebracht? Das Thema ist wieder mal ein Paradebeispiel für biblische Hermeneutik: Manche würden einfach sagen, Todesstrafe sei “biblisch”, weil sie in der Bibel vorkommt. Andere würden sagen, das sei damals vielleicht selbstverständlich gewesen, aber einige Aussagen in der Bibel weisen sehr deutlich in die Richtung, dass niemand das Recht hat, Gewalt zu übern und einem anderen das Leben zu nehmen, auch nicht im Namen der “Gerechtigkeit”, und dass im Neuen Testament der Akzent auf Versöhnung liegt statt auf Strafe.

Ich finde diese Argumentation schlüssiger. Manche Linien muss man noch etwas weiter ausziehen, manche Gedanken mutig zu Ende denken. Wenn wir beim ersten Ansatz gelieben wären, hätten wir noch Sklaven und Kopftücher. Die Trinität wäre dagegen “unbiblisch” wie bei den Zeugen Jehovas. Aber das hatten wir ja schon mal.

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