Wie jetzt?

Heute las ich auf der Website einer Missionsgesellschaft:

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind die Missionsländer Nr. 1 (Dies trifft auch auf die übrigen westeuropäischen Staaten zu)

Mit Lothar Matthäus müsste man nun in 1a, 1b und so weiter differenzieren 🙂

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gePISAckt

Ab und zu hört man ja mal von Schülern den Kommentar, die eine oder andere Lehrkraft habe ihren Beruf verfehlt. Eltern wischen das oft als Ausflucht vom Tisch, aber eine Studie der Uni Frankfurt weist nun nach, dass das erstaunlich häufig der Fall ist. Als Vater fängt man da an, sich plötzlich wieder Gedanken zu machen, mit dem der Nachwuchs es da so alles zu tun bekommt.

Die hohen Burnout-Quoten unter Lehrern haben demnach weniger mit dem Stress im Job, sondern mit fehlender Motivation zu tun. Die engagierten Lehrer haben ein erheblich geringeres Risiko – und, dachte ich beim Lesen, gäbe es die unmotivierten Kollegen nicht, würde diese Zahl vielleicht noch weiter sinken…

Die Frankfurter Forscher plädieren unter anderem dafür, den Beamtenstatus von Lehrern abzuschaffen. So werden berufliche Fehlentscheidungen revidierbar und manch fragwürdige Motivation (“sicherer Job”…) entfällt. Hoffnung dagegen vermittelt der Bericht von Spiegel Online über ein katholisches Gymnasium in der Nähe von Köln, in dem Glaube und Kreativität auf sich aufmerksam macht und wo sich 80% der Lehrer regelmäßig fortbilden. Ob so etwas auch in der Stadt möglich wäre?

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Training, Training, Training…

Bei meinem Besuch in London bin ich kurz Tim Hughes begegnet. Er erzählte von Worship Central und einem Event am 15. März, zu dem Matt Redman, Mike Pilavachi, Brenton Brown und – jetzt kommt! – N.T. Wright in die Westminster Hall kommen. Das wäre sicher einen Wochenendtrip wert. Hier geht’s zum Podcast.

 Files Wc Images Ben


Kurz darauf traf ich Graham Tomlin, der in Wycliffe Hall in Oxford unterrichtet hat und nun das St. Paul’s Theological Centre in London leitet. Dort gibt es auch ein Ausbildungsprogramm, das in drei Jahren zur Ordination führt und mit einer Teilzeitanstellung in einer Gemeinde verbunden wird, also praxisbegleitend funktioniert. So etwas würde ich mir hier in Deutschland auch wünschen.

Ach ja: Grahams Buch “Luther und seine Welt” ist letztes Jahr im Herder-Verlag erschienen. So weit sind wir schon: Ein Anglikaner schreibt in einem katholischen Verlag über Luther 😉

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Der Zorn der Götter

Die Götter sind verschnupft. Vor den Kameras und in den Redaktionen rätselt die globale Priesterschaft, was ihren Zorn ausgelöst hat und wie man sie wieder besänftigt. Angst geht um: Früher waren es Missernten, heute sind es Kurseinbrüche. Die Bären haben die Bullen gefressen.

Man ist sich einig, die Schuldigen sitzen in Amerika. Der Präsident hat schon nationale Buße angekündigt über zu hohe Steuern. Aber wie das immer so ist mit den Göttern: Ihr Zorn trifft auch Unschuldige. Gewinne trocknen aus, Menschen werden aus ihren Jobs gespült, Ersparnisse schmelzen dahin. Das Klima an den Märkten ist schlecht.

Ich blickte umher, doch niemand war da,
keiner von diesen hier konnte mir raten und Antwort geben auf meine Fragen.
Seht her: Sie alle sind nichts, ihr Tun ist ein Nichts;
windig und wesenlos sind die Bilder der Götter.
(Jes 41,28-29)

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Hatte Jesus eine Freundin?

Es war letzte Woche das heimliche Gesprächsthema bei meinen Konfirmanden – das heißt, es waren wohl eher die Mädchen an dieser Frage interessiert. Und was wurde Jesus nicht alles schon angedichtet an Beziehungen, Affären, Kindern…

Aber die Frage verrät eventuell mehr über uns als über Jesus. Mag sein, dass er mal verliebt war, aber über alles andere schweigen sich die seriösen Quellen eben aus. Man kann nun spekulieren nach Herzenslust. Bevor man aber damit loslegt, sollte man sich bewusst machen, dass es nicht die Kultur der Soaps und Telenovelas war (die es für uns heute undenkbar erscheinen lässt, dass Jesus keine “Beziehung” hatte), sondern eher eine Kultur wie heute noch im Orient, in der Männer und Frauen kaum in Berührung kamen und man sich seine(n) Partner(in) nicht selbst suchte, sondern Ehen in der Regel arrangiert wurden.

Beziehungskisten unter Teenagern, wie sie bei uns an der Tagesordnung sind, und von denen ganze Industriezweige leben, waren damals kaum denkbar. Das mag uns fremd anmuten, aber vielleicht ist es ja auch ganz heilsam: Man kann “normal” sein (und glücklich!), auch wenn man Single ist und bleibt. Schon komisch, dass wir uns das heute fast nicht mehr vorstellen können und dann einen Jesus nach unserem Bild erschaffen wollen statt umgekehrt.

Aber wie gesagt – vielleicht war Jesus mal still und heimlich ein bisschen verliebt und kann auch die Teenager im 21. Jahrhundert verstehen? 😉

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Santa Cruise

Die SZ berichtet über das Tom Cruise Video, in dem der Filmstar für Scientology wirbt. Wer will, kann es sich über den Link dort auch ansehen. Es zeigt ein verblüffendes Sendungsbewusstsein.

Noch interessanter ist das Interview mit Andrew Morton in der ZDF Mediathek. Nachdem ich beides angesehen habe, frage ich mich mal wieder, wo genau die Grenze zum Fanatismus verläuft. Inhaltlich sind Scientology und christlicher Glaube in der Regel leicht zu unterscheiden. Christen halten sich nicht für höhere Wesen und sind sogar der Meinung, dass sich das einzig wahre höhere Wesen freiwillig auf unsere Ebene begibt. Andere Richtung also.

Aber dieses “die Welt braucht uns”, “nur wir können andere retten”, “entweder bist Du ganz dabei oder Du bist draußen” kam mir nur allzu bekannt vor. Aus dem Mund von Herrn Cruise klingt das dann noch einmal so richtig unheimlich. Wie kann man Verwechslungen aufgrund einer solchen Rhetorik vermeiden?

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Adieu DVD?

Wie Simon und Daniel konnte ich diesen Test nicht auslassen. Weiter ins obere Drittel schafft man es wohl erst mit einem iPhone, das gibt es aber bei meinem Provider (noch) nicht in Deutschland.

68%How Addicted to Apple Are You?

Nebenbei bin ich nach einigem Nachdenken ganz optimistisch, was die Keynote betrifft. Das MacBook Air ist (so lange das jüngst patentierte Dock im iMac Design fehlt) nichts für mich, aber der Filmverleih mit Beteiligung aller großen Studios ist langfristig ein großer Schritt, der auch das fehlende optische Laufwerk im MBA erklärt und an die ersten iMacs ohne Floppy (was war das nochmal?) erinnert. Wenn diese Rechnung aufgeht, dann könnte unsere Medienwelt bald ganz anders aussehen.

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Kaffee-Erlebnisse

Die letzten Wochen litt meine Espressomaschine an einem Defekt und die Werkstatt ließ sich (auch wegen der Feiertage, es ist ein Familienbetrieb) reichlich Zeit. Also habe ich einige neue Entdeckungen gemacht in dieser Zeit. Zum Beispiel dies: Lavazza hat einen wirklich passablen Espresso im Programm, der öko und fair ist: ¡Tierra!. Der Coffeeshop in meiner Nachbarschaft verkauft das Kilo Bohnen zum Supermarktpreis. Wenn mein Maschinchen es wieder tut, wird das wohl Standard bei uns im Haus.

Ab und zu war ich mit geliebten Menschen bei Starbucks (in Nürnberg gibt es nun vier) und bin etwas erschrocken über die saftigen Preise, ebenso wie die inzwischen automatischen Maschinen, den faden Kaffee und den gebührenpflichtigen Hotspot. Dagegen haben sich die McCafés nun bis nach Erlangen verbreitet – und werden bundesweit in Kürze wohl Tchibo überrunden. Das wiederum ist kein Wunder: Der Kaffee (auch aus dem Automaten) ist deutlich besser als der des US-Konkurrenten (von Tchibo ganz zu schweigen) und auch noch preiswerter. Mit Stempelkärtchen ist jede fünfte (!) Tasse umsonst. Und man kann gratis eine Stunde surfen.

Das einzige, was dort stört, sind die Leute, die von der Burger- und Frittentheke mit ihren roten Tabletts kommen, die netten Sessel sehen und sich mit ihrem fettigen Futter lautstark neben einem niederlassen. Vielleicht könnten man sie mit klassischer Musik vergraulen?

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Everything is Spiritual

Martina und ich haben heute abend Rob Bells DVD “Everything is spiritual” angesehen. Unglaublich, wie der Mann ohne einen Zettel frei sprechend erst die Schöpfungsgeschichte als poetischen Text minutiös analysiert, dann in die Astro- und Quantenphysik eintaucht, ständig mit Zahlen und Fachbegriffen um sich wirft, nebenher auf ein Whiteboard kritzelt und hier und da einen Witz reißt, um sich schließlich aus der elften Dimension wieder zurück zu schwingen und das Schöpfungsgedicht im Kontrast mit konkurrierenden Mythen ganz neu zum Sprechen zu bringen: über den Menschen als geistleibliches Wesen und den Sinn des Staunens bzw. Glaubens, weil das ganze Leben geistlich ist, wenn man nur bereit ist, die Augen dafür zu öffnen

Null special effects, aber irgendwie doch “großes Kino”.

Rob Bell - Everything is Spiritual - Now Available on DVD at www.EverythingIsSpiritual.com

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Eins Z

Der ob des Klinsmann-Coups heftig verschnupfte Lothar Matthäus trampelt wieder verbal durch den Porzellanladen und liefert den Beweis dafür, dass er als Bayern Trainer denkbar ungeeignet ist: Weder 1a noch 1b.

Der Brüller ist aber dieser Satz:

Ich könnte auch auf Englisch oder Italienisch mit den Spielern reden. Zudem habe ich ebenfalls im Ausland gearbeitet und eigentlich auch ohne Sprachkenntnisse (…) guten Kontakt zu den Spielern und auch die entsprechenden Ergebnisse gehabt.

Let’s hope you have a little lucky next time, Lothar…

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Beten ohne auszutrocknen

Ich hatte es ja kürzlich schon vom Beten. Eigentlich ganz einfach und manchmal doch erstaunlich kompliziert – so wie wir selbst und so wie unser Leben in dieser komplexen Welt.

Gestern war der erste Teil unseres (bis auf den letzten Platz belegten) Gebetsseminars. Ich kann den Inhalt dieses wohltuenden Abends nur in Fetzen wiedergeben. Es ging eigentlich um das “mentale” Gebet – das Beten mit dem Verstand, bei dem wir Gott bestimmte Anliegen vortragen, ihn für uns selbst und andere bitten. Dieses -man könnte sagen: effektive – Gebet ist eine notwendige und legitime Form, die aber auch schnell (und ohne dass wir das wollten oder gut fänden) zu einer Art Geschäftsbeziehung zwischen Gott und und führen kann. Vor allem, wenn sie die einzige Form des Betens bleibt.

Daher kamen wir auch immer wieder auf das “affektive” Gebet, wo wir zweckfrei mit Gott darüber reden, wie es uns geht und was uns bewegt, ihm unser Herz ausschütten. Darum geht es dann nächste Woche wieder. Ein Satz von Stans Möhringer, der gestern bei mir hängen blieb, war: “Das mentale Gebet trocknet aus.” Oh ja…

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Arme Muslime?

Jürgen Kroenig schreibt in der Zeit darüber, warum aus seiner Sicht vieles in der aktuellen Diskussion um jugendliche Gewalttäter “mit Migrationshintergrund”, wie es politisch korrekt und sagenhaft umständlich heißt, am Kern der Problematik um die Integration von Zuwanderern vorbeigeht – aus falscher Rücksichtnahme auf Empfindlichkeiten, und weil man bestimmte Fragen einfach ausblendet.

Weder Law-and-Order Parolen noch der Ruf nach mehr Sozialarbeitern bringen die Lösung. Hier ein kleiner Auszug:

Erfahrung lehrt, dass sich manche ethnische Gruppen offenkundig besser an liberale Demokratien und ihre Arbeits- wie hedonistisch getränkte Freizeitkultur anzupassen vermögen als andere Minderheiten. Im verhuschten, politisch korrekten Diskurs wird viel zu selten erörtert, ob nicht auch kulturelle wie religiöse Gründe die miserable sozioökonomische Stellung bestimmter Minoritäten erklären könnten.

Die Statistik jedenfalls spricht eine klare Sprache: Muslimische Einwanderer und ihre Sprösslinge sind in aller Regel ärmer, eher arbeitslos und schlechter ausgebildet als zum Beispiel Immigranten aus Indien oder anderen Ländern Asiens. In Frankreich, Deutschland wie Großbritannien leben fast 40 Prozent der muslimischen Bevölkerungsgruppen von Zuwendungen des Staates, anders als Chinesen oder Inder, unter denen Arbeitslosigkeit fast unbekannt ist.

Desweiteren: Die weitverbreitete Praxis, muslimischen Frauen Erziehung und persönliche Entfaltung zu verweigern, trägt dazu bei, Armut zu perpetuieren. Im Westen hängt wirtschaftliches Wohlergehen, ob man das bedauert oder nicht, nun mal häufig von zwei Einkommen pro Familie ab. Und die Integration davon, ob auch die Frauen ihren Platz in der Gesellschaft und der Arbeitswelt finden.

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Sündenböcke

Ich hoffe und bete, dass Roland Kochs Rechnung nicht aufgeht, seine schwindenden Wahlchancen auf Kosten der Integration ausländischer Jugendlicher aufzubessern. Nicht einmal die Polizeigewerkschaft hat er auf seiner Seite, und die sind mit Sicherheit besser vertraut mit den Ursachen jugendlicher Gewalt. Die NPD klatscht Beifall.

Und Peter Struck hat nur ausgesprochen, was viele denken: Koch kamen die Vorfälle gelegen; er will sich mit diesem Thema profilieren, nachdem es ihm auf konstruktive Weise offenbar nicht ausreichend gelungen ist. Albern, dass Struck sich jetzt dafür entschuldigen sollte.

Koch dagegen “fehlen die Worte”. Fast jedenfalls. Kein Schaden für Deutschland, wenn er mal schweigt.

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