Führungskräfte

Neulich habe ich mich mit einem Manager unterhalten. Er berichtete, dass er mitbekommen hatte, wie ein an Aufstieg (oder war es Position?) interessierter Mitarbeiter, der sich unbeobachtet wähnte, eine Mitarbeiterin völlig unnötig herablassend und barsch behandelt hatte. In seinen Augen war der Mann für Führungsaufgaben damit disqualifiziert.

Die Klarheit, in der er das formulierte, fand ich bemerkenswert. Wer würde nicht gern in einem Unternehmen arbeiten, wo die “Chefs” aus Prinzip (und nicht nur wenn es ihnen nützt) höflich und freundlich sind? Und wie wäre es, wenn wir diesbezüglich unsere Maßstäbe in christlichen Gemeinden da auch etwas nachjustieren, ohne dabei süßlich und gekünstelt zu werden?

Klar, in einer Familie redet man auch mal unverblümt, aber es muss ja nicht verletzend sein. Aber wie die Familie wäre auch eine Gemeinde ein tolles Übungsfeld für Dinge, die man überall im Leben gut brauchen kann.

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2 Antworten auf „Führungskräfte“

  1. „Beobachtung richtig, aber Konsequenz falsch!“.
    Wenn jemand die steile Leiter rauf will, warum nicht!
    Aber es fehlen Vorbilder und wenn die guten Vorbilder lieber die „Klappe halten“ wird es irgendwann keine guten Vorbilder mehr geben.
    Ein Mitarbeiter macht instinktiv das, was er meint, was der Vorgesetzte machen würde. Wenn er dann keine Korrektur erfährt, sondern nur abgestempelt wird, und der Vorgesetzte meint, er hätte
    diesen Mitarbeiter mit der innerlichen Verurteilung in seinem Aufstiegsbemühungen blockiert irrt.
    Der Mitarbeiter wird irgendwann eine Hierarchie überspringen, und dem alten erfahrenden Manager ablösen.
    Betrachtet man die Agitation einiger Vorstände wundert mich dieses Verhalten des Mitarbeiters, der eine Kollegin „zusammen scheißt“ überhaupt nicht. Vielleicht gehört dieser Manager der leise Kritik geäußert hat, zu der aussterbenden Managerklientel, die es in Deutschland zur Zeiten des Wirtschaftswunders gegeben hat.
    Ich hatte das Glück eine Reihe von guten und schlechten Managern zu haben. Nur wenige Manager sind in der Lage ein ehrliches Feedback zugeben, was für die Entwicklung eines Mitarbeiters aber notwendig ist.
    Ob ein Manager gut oder schlecht ist, lässt sich nur aus dem Blickwinkel seines Wertesystems verstehe
    In China ist ein guter Manager, ein Manager der es schafft, dass die Mitarbeiter für ein Minimum an Geld ein Maximum an Qualität schaffen.
    In Deutschland ist ein guter Manager, der gute Mitarbeiter hält und weniger gute Mitarbeiter feuert. Ältere Mitarbeiter haben in Deutschland nur eine Chance, wenn sie sich rechtzeitig unentbehrlich machen, bei der derzeitigen Anzahl an Arbeitslosen wird dies immer schwieriger.
    Übrigens arbeite ich seit 20 Jahren in einem Unternehmen, was von Idealisten gegründet wurde und inzwischen aufgrund des Wertewandel ein ganz normales Unternehmen geworden ist.
    Inzwischen sind „Höflichkeit“ und „Empathie“ durch „Gewinnmaximierung“ und „Arroganz“ abgelöst worden. Interessant finde ich, dass die Unternehmenskultur mit dem Betriebsergebnis korreliert. Je weniger Gewinn, desto mehr Kontrolle, Arroganz und Hochnäsigkeit.
    Da die Gemeinde ein bunter Querschnitt der Gesellschaft ist (jedenfalls im Durchschnitt) treffen dort extreme Wertesysteme aufeinander.
    Unternehmen müssen ihr Wertesystem dem Markt anpassen, Gemeinden in der Regel nicht und sind daher wertestabiler, sofern die Leitung einer Gemeinde stabil ist.

  2. Ich kann es leider nicht konkreter schildern, aber die Situation war anders und die Entscheidung war gut und konsequent. Der Mann wird sicher keine Ebene überspringen. Und er ist auch nicht für alle Zeit abgestempelt…

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