Entwarnung?

Europa ist erleichtert und verwirrt: Der US-Geheimdienst ist nicht der Meinung, dass der Iran eine nukleare Bedrohung darstellt. Ob das nun die Wahrscheinlichkeit eines US-Angriffs vermindert?

Ich bin mir nicht so sicher: Im Falle des Irak hat die Bush-Regierung ja auch wider besseres Wissen zugeschlagen. So gesehen wäre es nach diesem Bericht noch wahrscheinlicher. Nach dem Motto: Was kümmern uns die Berichte der CIA, die haben sich schon öfter geirrt…?

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Kulturvölker

Gehören wir noch dazu? Beim ZDF lagen am Freitag abend Udo Jürgens vor Mozart und Peter Maffay vor Beethoven auf Platz 2 bzw. 4 der “Besten”. Bach lag abgeschlagen auf 34 während die Böhsen Onkelz sich auf 25 tummelten. Dass wenigstens Grönemeyer gewonnen hat und nicht Howard Carpendale oder Modern Talking ist da nur ein ganz, ganz schwacher Trost.

Ich habe eine Weile zugeschaut, dann die Liste im Internet gefunden und mich mit Grausen über den weiteren Verlauf der Sendung abgewandt. Aber vielleicht sagt diese Liste ja mehr über das Publikum des ZDF aus als über Deutschland. Ein Funken Hoffnung bleibt…

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Ein bisschen wie Beten

Gestern kam das Bluetooth Headset, das ich bestellt hatte. Es ist niedlich klein und federleicht. Nun gehöre ich auch zu den Leuten, die lauthals redend durch die Gegend laufen können.

 P E 10762668Früher hätte man die Jungs im weißen Kittel geholt, aber inzwischen haben die meisten sich daran gewöhnt, dass immer und überall einer telefoniert und dass man dazu kein Kästchen mehr ans Ohr drücken muss. Eine Lehrerin hat mir erzählt von einem Schüler mit entsprechend langem Haar, der im laufenden Unterricht telefonierte. Aber das war nur der eine Fall, der aufflog…

Für mich ist es auch nicht so neu, weil ich gerne zum Beten spazierengehe. Oder (klingt doch geistlicher…) beim Spazierengehen bete. Und auch da rede ich lieber laut, wenn niemand in der Nähe ist. Peinlich wurde es nur, wenn ich Leute übersah und laut redend, aber ganz allein um eine Ecke kam.

Bei solchen Aktionen kann ich mir ja nun einfach das Headset ins Ohr stecken. Diese Gespräche sparen Strom und bleiben gebührenfrei. Kein Wunder: Gott ist so nah wie die Luft, die mich umgibt. Dafür kann man nichts verlangen 🙂

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Die Revolution der Hoffnung

Am Freitag, den 30. November, wird Brian McLaren Teile aus seinem neuesten Buch Everything Must Change: Jesus, Global Crises, and a Revolution of Hope vorstellen (Gemeindehaus am Bohlenplatz 19.00 Uhr, kein Eintritt!). Wer sich schon vorab für den Inhalt interessiert, findet hier eine Übersicht.

Ich möchte an dieser Stelle nur ein paar Rezensenten zitieren. Der Blogger Bob Carlton schreibt:

Dieses einfache Buch birgt Hoffnung, es enthält 256 Seiten Quecksilber – wie Quecksilber ist es konzentriert und kann gefährlich sein – aber Mann, wie es glänzt! Dieses Buch ist für mich ein Lichtstrahl, und er existiert, weil Brian D. McLaren das geschrieben hat, was der Geist in ihm angestoßen und was die Welt ihm zugeflüstert hat. Die Revolution der Hoffnung, von der Brian schreibt, ist keine falsche Hoffnung – sie hat Gültigkeit in einer Welt, die ihr Vertrauen auf Gewissheit und Wohlstand setzt.

Und der Theologe Scot McKnight resümiert:

Dieses Buch definiert Brians Weg. Dieses Buch muss man als eines ansehen, das emergent definiert und von nun an kann niemand, der dieses Buch nicht kennt, sich mehr verantwortlich zu emergent äußern. (…)Brian packt große, große Fragen an. Dieses Buch ist ein Aufruf an Christen, Jesu Herausforderung anzunehmen und sich diesen Themen zuzuwenden. Es gibt kein wirklich vergleichbares Buch und daher verdient es, von uns allen gelesen zu werden.


Brian hat übrigens auch eine schöne CD mit Songs for a Revolution of Hope herausgebracht, die man hier anhören und bestellen/herunterladen kann. Sie ist einfach produziert, mit akustischen Instrumenten. Nicht alles Ohrwürmer und vom Charakter her recht unterschiedlich, aber angenehm zu hören und durch die Bank mit nachdenklichen Texten – weniger im Liedermacher-Stil, sondern eher zum Mitsingen oder gemeinsam Singen, also eine Art Liturgie der Hoffnung.

Wer sich noch an Brians kritische Anfragen zum Thema Lobpreis (1, 2, 3, 4) erinnert, bekommt hier eine Vorstellung davon, wie Brians Antwort auf seine eigene Frage sich anhört.

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Schotten dicht?

Spiegel Online berichtet – mal wieder – von einem Gerichtsurteil zum Thema Schulpflicht. Ohne hier auf irgendwelche Details einzugehen, die vielleicht auch überzeichnet sind, eines fällt doch auf: Es scheinen immer religiöse Motive zu sein, die Eltern zweifeln lassen, ob ihre Kinder an staatlichen Schulen gut aufgehoben sind. Umgekehrt kann man auch begründete Zweifel daran haben, ob Kinder bei streng religiösen Eltern gut aufgehoben sind, die sie von der Umgebung abschotten, um sie vor allen möglichen Dingen zu beschützen.

Einmal ganz abgesehen von konkreten Missständen an dieser oder jener Schule (es gibt ja auch ganz reguläre Bekenntnisschulen) ist die Flucht aus der Vielfalt der Meinungen (oder vor dominierenden Ansichten, die man nicht teilt) der wesentliche Grund dieser rechtlich wie sachlich aussichtslosen Manöver: Wahrheit vermittelt nur die eigene, vertraute Tradition, alles andere ist zwangsläufig Verführung. Für viele Kinder wird diese Wahrheit dann aber doch irgendwann einmal brüchig, und dann ist der Zusammenbruch um so heftiger. Oder anders gesagt: Irgendwann kommt das Gewächs aus dem Glashaus ins Freiland, aber den Temperaturschock verträgt nicht jede Pflanze.

Aber es ist eben nicht alles richtig hier drinnen und draußen nicht alles falsch. Bei John Caputo habe ich zum Thema der Vielfalt, Vorläufigkeit und Kontingenz unserer Standpunkte heute gelesen:

… ich behaupte, dass niemand die Wahrheit weiß, nicht in einer epistemologisch unerschütterlichen Weise, obwohl wir alle unsere verschiedenerlei Glauben haben (und haben müssen).

… die darauf beharren, den Weg zu wissen, haben ihr Leben programmiert, auf Autopilot geschaltet. Sie sind Wissende (Gnostiker), die sich aus dem Spiel ausgeklinkt haben. Sie sind wie abenteuerlustige Urlauber auf dem Weg ins Unbekannte – aber nicht ohne einen klimatisierten, allradgetriebenen Hummer, einen erfahrenen Führer und Reservierungen im 5-Sterne-Hotel. Selbst wenn wir uns an ein Satellitensystem anschließen könnten, das unsere Reisen um den physischen Globus lenkt, wäre der Erdball für radikale spirituelle Wanderer wie uns immer noch ein Staubkorn in einem unendlichen Universum, und wir fragen uns, wohin all das geht.

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Abschalten – aber gründlich!

Wer Deutschland vor der drohenden Verblödung durchs Fernsehen retten möchte, kann demnächst eine auch für unsere Weltregion taugliche Fernbedienung erstehen, mit der man alle TV-Geräte im näheren Umkreis abschalten kann.

TV-B-Gone heißt das kleine Wunderding. Ich stelle mir das besonders nett vor im Elektro-Großmarkt, wenn die ganze Fernseher-Galerie abschaltet (Nebenbei: wer Gründe fürs Abschalten braucht, kann sie mit Hilfe des Films Free Rainer finden).

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Politikversagen?

Gestern haben mich zwei Nachrichten nachdenklich gemacht: Die Reichen werden auch bei uns unaufhaltsam reicher. Die wohlhabendsten zehn Prozent besitzen zwei Drittel des Volksvermögens. Tendenz steigend. Viele Normalverdiener haben (zumal bei steigenden Preisen für Lebensmittel und Sprit) gar keinen Spielraum, um zu sparen und Vermögen zu bilden. Das ist einerseits eine Folge der Globalisierung, die nicht nur uns betrifft. Andererseits spiegelt es aber auch das Versagen der Politik wider. So treibt man die Wähler der Linkspartei in die Arme.

Der zweite Punkt ist die Gier unserer Stromriesen, deren Fusion unsere Volksvertreter betrieben und gefördert haben. Nun haben wir offenbar ein Kartell, das die Preise hoch hält: Zu Gunsten seiner Aktionäre (die oberen 10%) und zu Lasten seiner Kunden (die restlichen 90%) und die immer weiter dreist an der Preisschraube drehen, obwohl Strom bei uns schon teurer ist als anderswo.

91,6% der tagesschau.de-Leser würden die Stromkonzerne zerschlagen. Die Aussicht auf ein bisschen Populismus zu Lasten der Strom-Lobby kann man sich doch nicht entgehen lassen, oder?

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Alpha ReImagined?

In den letzten Wochen habe ich – nicht zum ersten Mal – einiges an konstruktiver Kritik zu Alpha-Kursen gehört, vor allem an den schriftlichen Materialien. Und weil vor zwei Wochen unser Kurs begonnen hat, lese ich die in die Jahre gekommenen Unterlagen mit ganz anderen Augen und halte auch meine Vorträge mit veränderten Akzenten.

An alle von Euch, die mit Alpha schon mal zu tun hatten: Wo seht ihr die Stärken, wo die Schwächen, und wie könnte eine bessere Kontextualisierung für Deutschland aussehen, das zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Gegensatz zu Großbritannien

  • im Westen eine viel höhere traditionelle, distanzierte Kirchlichkeit aufweist (Darrel Guder nannte es in Greifswald “Kulturchristentum” und fand, davon gebe es in den USA auch mehr, als man denkt; vgl. dazu auch diesen Post von Scot McKnight) und
  • im Osten deutlich atheistischer und unreligiöser ist als fast alle anderen Gegenden dieser Welt?

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Vorerst kein iPhone

Ein Wechsel zu T-Mobile und, wie heute endgültig publik wurde, ein happig teurer Tarif – so viel Wert ist mir ein iPhone dann doch nicht. Ein Glück, dass man sich mit dem Mac nicht an einen DSL-Provider bindet.

Aber wer weiß – vielleicht wird die nächste Generation der iPhones in entsprechenden Stückzahlen gebaut, so dass sie auch auf den freien Markt kommen. Ich habe Zeit 🙂

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Nett gesagt

Es ist eine heikle Sache, jemanden auf sein Körpergewicht anzusprechen und als Christ soll man seine Worte ja gut wählen. Mein Vorschlag für missionale Theologen wäre: “Da bist Du vielleicht etwas überinkarniert.”

😉

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Ist das Erfolg?

Ein christliches Ratgeber-Magazin lag im Briefkasten, Thema dieser Ausgabe ist Erfolg. Im Inhaltsverzeichnis stoße ich auf einen Autor von Erfolgsbüchern, ein Unternehmerehepaar, eine Profi-Musikerin und einen frommen Selfmade-Millionär, der erst Millionär war und dann fromm wurde.

Kein Zweifel, die haben sicher interessante Dinge zu erzählen. Und doch habe ich gar keine Lust, weiter zu lesen, weil ich mich plötzlich frage: Ist das denn Erfolg?

Müssten wir als Christen den nicht ganz anders definieren und andere Leute dazu interviewen? Wie wären Eltern, die ein Kind mit Down-Syndrom mit Hingabe gefördert haben, weit hinaus über die wenig ermutigenden Prognosen der Ärzte für die Entwicklung des Kindes? Jemand, der an einem scheinbar aussichtslosen Ort für Versöhnung arbeitet und sich nicht entmutigen lässt?

Ist Jesus erfolgreich, weil er der Gründer der größten Religion der Welt ist – spiritueller Weltmarktführer, Superheld? Oder gibt es andere Kriterien bei ihm und wir sind, wenn wir die Maßstäbe unserer Gesellschaft jabezmäßig unkritisch übernehmen (den Begriff habe ich aus Greifswald mitgenommen) überkontextualisiert? Vielleicht gibt das Ratgeber-Magazin ja auch darüber Auskunft – mal sehen.

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Es Leopard sich zusammen

Hätte ich doch nur Apple-Aktien gekauft vor drei Jahren. Morgen erscheint (endlich) MacOS 10.5 alias Leopard. Der soll, so war heute zu lesen, sogar 100 Millionen Dollar mehr einbringen, als seine Schöpfer offiziell erwarten. Das (und jetzt englisch lesen:) leopard sich also zusammen.

Apple brummt in allen Bereichen – kein Tag vergeht, ohne dass die Firma in den Schlagzeilen ist. Der Spiegel feiert die Rückkehr des Macs und verweist auf dessen steigenden Marktanteil – sogar im Land der Aldi-Rechner ist die digitale Erweckung ausgebrochen:

Am Samstag, dem 20. Oktober, waren 11,36 Prozent aller Rechner, die auf SPIEGEL ONLINE zugriffen, Apple-Modelle. Wochentags liegt dieser Wert bei 8 Prozent (am 22. Oktober: 8,23 Prozent). Das sind beeindruckende Zahlen.

Auf diesem Blog sind es laut Blogcounter 10,4% Macs. Vista habe ich übrigens zu meinem Erstaunen in der Statistik gar nicht finden können.

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Ohnmächtige Wut

Anders kann man vielleicht gar nicht empfinden, wenn man in der Welt liest, wie im Ostkongo Frauen brutal und systematisch zerstört werden. In solchen Momenten bin ich dankbar, dass die Bundeswehr Auslandseinsätze macht – auch wenn das die Probleme erst mal nur eindämmt und noch nicht löst.

Musiktipp: If I Had a Rocket Launcher by Bruce Cockburn

I want to raise every voice — at least I’ve got to try
Every time I think about it water rises to my eyes.
Situation desperate, echoes of the victims cry
If I had a rocket launcher…

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Ertappt

Ist mir tatsächlich auch schon passiert, was die Welt hier beschreibt: Phantom-Vibrationen. Ich meine, mein Handy in der Tasche zu spüren, aber es ist ausgeschaltet, gar nicht da, oder es kam weder Anruf noch Nachricht.

Vielleicht ein Zeichen dafür, das Ding öfter abzustellen und länger mal irgendwo liegen zu lassen?

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K(r)imi Räikkönen: Die Welt sieht rot

Ich bin ja kein großer Motorsportfan, aber das war nun wirklich ein Saisonfinale voller Dramatik: Wer hätte gedacht, dass die Roten am Ende dieser Skandalsaison die Nase doch noch vorn haben würden?

Glückwunsch an den Iceman und den ganzen Formel 1-Zirkus für gelungene Unterhaltung und eine Entscheidung auf der Piste statt am grünen Tisch.

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