Leipzig: der zweite Tag

Ich war das letzte Mal vor neun Jahren in der Stadt und der Unterschied ist gewaltig. Die Innenstadt scheint bei dem schönen Wetter vor Leben zu bersten. Leider lässt der Kongress zu wenig Zeit, um das auszukosten.

Heute morgen war ich bei einem Forum mit Bischof Cotrell aus Reading (GB) und Bischof Fischer aus Karlsruhe. Kein Ort der radikalen Querdenker, sondern der behutsamen und diplomatischen Umsetzer. Aber es ist ja auch schön zu hören, dass die Ideen einiger “Radikaler” zu Fragen von Evangelisation und neuen Gemeindeformen in den letzten 10-15 Jahren in den anglikanischen Mainstream eingewandert sind. Und in Baden soll nun an der Kirchenverfassung gearbeitet werden, um andere Gemeindeformen möglich zu machen.

Dsc00288 Dsc00292 Dsc00299

Das alles macht Hoffnung – auch für die Pioniere, die sich damals einiges haben anhören müssen für das, was heute Bischöfe und Kirchenpapiere als normal darstellen. Das Territorium ist allmählich an die Siedler übergegangen. Noch sind es eher die mobilen und flexiblen, die hier siedeln, doch andere werden folgen. Viele Dinge, die wir über Alpha oft lange erklären müssen, konnten wir heute im Workshop (Bild Mitte) nur mal so antippen und es war genug.

Natürlich ist das kein Grund, mit der Erkundung neuer Territorien innezuhalten. Irgendwo müssen sich ja auch in 20 Jahren wieder Leute ansiedeln können. Wir müssen also weiter Querdenken, experimentieren und dann damit leben, dass andere es aufgreifen, weiterverbreiten (und es scheint, als sei es deren Idee gewesen).

Technorati Tags: ,

Share

AMD Theologenkongress in Leipzig: Die Kirchengestalt der Zukunft

Die Eröffnung und Bischof Hubers Zeitansage habe ich verpasst, aber inzwischen via USB Stick auf meiner Festplatte. Aber als ich heute den Hauptbahnhof verließ, flimmerte mir von der Multimediawand schon Pfarrer Führer von der Nicolaikirche und ein Hinweis auf den Kongress entgegen.

In St. Nicolai findet auch das erste Forum statt, an dem ich teilnehme, bevor ich weiter zur Peterskirche pilgere, wo unser Stand von Alpha aufgebaut ist. Morgen nachmittag werde ich mit Swen Schönheit aus Berlin und Armin Beck aus Kassel einen Workshop über Alpha machen. Noch mehr aber freue ich mich auf die Begegnung mit alten Bekannten und hoffentlich auf vielen neuen interessanten Leuten, die Hoffnung auf eine wachsende Kirche (so das Kongressmotto) haben und ausstrahlen.

Dsc00280
Kunstbeflissene Seniorengruppen wandern durch den historischen Kirchenraum. Der Titel des Forums – im Kontrast zu so viel Vergangenheit und Alter – ist “Phantasie für eine Kirchengestalt der Zukunft” mit Rainer Knieling aus Wuppertal, Burghart Krause aus Göttingen, Paul Michael Zulehner aus Wien (den wollte ich schon lange einmal hören). Hier ein paar der wichtigsten Aussagen von Zulehner, den ich jetzt – als Nicht-Pfarrer – am Interessantesten fand, am Ende noch eine Prise Burghart Krause:

Technorati Tags: , , ,


„AMD Theologenkongress in Leipzig: Die Kirchengestalt der Zukunft“ weiterlesen

Share

Und täglich grüßt…

Wir haben kürzlich einen Brief bekommen, dessen Adressat uns völlig unbekannt war. Also haben wir den Umschlag gestern wieder mit einem Vermerk in den Briefkasten zurückbefördert. Heute war er wieder da, trotz Bemerkung. Nun geht das Spiel in die nächste Runde mit einem unübersehbaren roten Vermerk. Mal sehen, ob den jemand zur Kenntnis nimmt.

Jemand hat mal gesagt, Wahnsinn ist, wenn man dasselbe tut, aber dabei andere Resultate erwartet. Zum Beispiel den Brief immer an die angegebene Adresse ausliefern, auch wenn die Annahme dort verweigert wird. Oder wenn wir den Brief mit demselben Vermerk wieder zurück in den Briefkasten stecken würden.

Ganz nebenbei bin ich ins Nachdenken gekommen, wo so etwas noch passiert: In unseren Beziehungen, in Gemeinden (in DIESER Gemeinde???), in der Politik, in meinen Gedankengängen, Gewohnheiten und Reaktionsmustern. Die Überprüfung läuft noch.

Share

Dies & das

Ein paar nette oder nebensächliche Dinge muss ich einfach mal erwähnen:

  • Martina (sie liest mit großer Begeisterung Abraham Heschel) hat nach 3 Jahren befristeter Jahresverträge eine feste Anstellung als Katechetin im Nebenamt bekommen und freut sich, dass sie in ihrer geliebten Schule bleiben kann.
  • Mit Gott im Job ist ins Koreanische übersetzt und ich darf nun noch ein Vorwort dafür schreiben – sowas hätte ich mir nie träumen lassen.
  • Mein Drahtesel ist wieder ohne Restrisiko benutzbar und zugleich leichter geworden, weil die Federgabel durch eine einfache ersetzt wurde – spart Geld und Gewicht.
  • Diese Woche beginnt dank O2 und Sony Ericsson für mich das UMTS Zeitalter und ich bin schon sehr gespannt.
  • Das Alter: Am Samstag habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Brille aufgesetzt, die keine Sonnenbrille war (sondern eine eher suboptimale Lesebrille für 6,90 € vom Obi, weil der Optiker meiner Wahl noch im Urlaub ist) und mir dafür vom Rest der Familie alles Mögliche anhören dürfen. Wer nun hier auf ein Foto wartet, tja … 🙂
Share

Das “Gebetswunder”

Wir hatten immer das Gefühl, dass Beten nicht die große Stärke unserer Gemeinde ist. Als ein kleines Team sich für eine Woche 24-7 Gebet stark machte, waren meine Erwartungen nicht sehr groß. Und nun füllen sich die Stunden spielend, Halbzeit ist längst vorbei und – noch wichtiger! – alle, die ich bisher gesprochen habe, haben es als sehr gut empfunden. Heute spät abends bin ich selbst wieder dran. Leere “Slots” gibt es erst wieder übermorgen.

Nun kann man sagen, dass es nachts im Sommer sicher leichter ist als im Winter, dass so kurz vor den Ferien Leute vielleicht mehr Zeit haben, aber das hieße schon wieder, das Erfreuliche zu klein zu reden. Also versuche ich es mal anders herum: Es war offenbar Gottes Führung im Spiel, und die gelungene Gestaltung des Raumes (Danke, Martina und Florian!) hat ihr übriges getan und viele zusätzlich inspiriert. Man bekommt Anregungen und bleibt doch frei in der Art, wie und wofür man betet. Auf einmal hat alles eine Leichtigkeit, ohne dass es auf Kosten der Tiefe geht.

Ich bin eines Besseren belehrt worden und lehne mich wohl kaum zu weit aus dem Fenster, wenn ich jetzt mal vermute, dass das ein Anfang war und wir das irgendwann wiederholen. Hoffentlich nicht erst im nächsten Sommer…

Technorati Tags: ,

Share

Sand in der Kurve…

… und eine ausgeleierte Federgabel am Rad (hätte ich längst ersetzen sollen, ich war gewarnt) haben mich gestern abend auf dem Heimweg vom Bad recht unsanft zu Boden gehen lassen. Schmerzhafte Zerrungen in der Wade, im Unterarm, und ein paar der leichten Bekleidung geschuldete Abschürfungen sorgen nun für eine zeitweise Unterbrechung der Badesaison.

Wenigstens die Rübe hat nichts abbekommen. Martina meint, ich sollte mir mal einen Helm leisten, bei meinem Tempo. Muss mich noch gewöhnen an den Gedanken. Ich fühle mich eh wie ein Halbinvalide: Am Freitag gehe ich das erste Mal in meinem Leben zum Augenarzt. Könnte gut sein, dass ich es mit einer Lesebrille zu tun bekomme.

Bevor es jemand von Euch als Kommentar schreibt: Ja, es sieht so aus, als wäre Eitelkeit meine “Baustelle”.

Technorati Tags: , ,

Share

Dahingeschmolzen

Kerzen haben bei diesen Temperaturen nur im Schatten eine Chance. Diese haben wir auf der Dachterasse vergessen. Noch schlimmer erging es ihrer wesentlich schlankeren Vorgängerin, die sich in eine Pfütze auflöste. Wenigstens ist jetzt unser Tisch frisch eingelassen.

Dscf1046

Was lässt mich noch dahin schmelzen? Wie wär’s mit diesem Augenaufschlag…

Dscf1041

Technorati Tags:

Share

Nektarinen

Wer ist eigentlich für diese Züchtung verantwortlich? Sie sind wirklich nett anzusehen. Immer wieder einmal unternehme ich daher einen neuen Versuch und will eine Nektarine essen. Entweder ist sie noch steinhart und sauer. Oder sie ist saftig und süß, aber weder im einen noch im anderen Fall löst sich das Fruchtfleisch vom Kern (wie bei Pfirsichen und Aprikosen) und es gibt ein Getropfe und Geklebe ohne Ende.

Aber bestimmt geht’s nur mir so.

Share

plakative Fehlpässe

In der Erlanger Bahnhofsunterführung hängt ein Plakat, auf dem steht “Jesus ich vertraue dir”. Dazu im Nazarenerstil ein blasser, schmalzgelockter, bärtiger Jesus in ein Bettlaken gehüllt. Er scheint etwas leidenschaftslos zu leuchten. Alan Hirsch würde sagen, der verlässt die Kirche nie.

Dem soll ich also vertrauen? Ich muss gar nicht in die Haut der “ungläubigen” Adressaten solch frommer Werbung versetzen: Das wäre nicht der Typ, mit dem ich über Geld- oder Beziehungsprobleme reden wollte, nicht die Art Mensch, die ich eines Tages zu werden hoffe und träume.

Schlimmer: Es ist nicht der Jesus der Evangelien (jawoll – nicht einmal der des Johannes, der so lange Reden hält…), der Menschenaufläufe hervorruft, bei den Zöllnern zu Tisch sitzt, sich von einer Prostituierten die Füße salben lässt und sich mit dem irritierten Establishment anlegt.

Nein, diesem Jesus vertraue ich nicht. Und das ist gut so…

Share

Geht’s noch?

Kundenalltag im Serviceparadies Deutschland: Weil der Stichtag auf ein Wochenende fiel, wurde der Dauerauftrag für die Firma Techem Energiecontracting in Eschborn verspätet ausgeführt. Was dazu führte, dass man mir umgehend eine Zahlungserinnerung schickte.

Sie ging am 22. Juni raus, lag am Freitag, den 23. Juni, nachmittags im Briefkasten und forderte den Zahlungseingang (!) bis zum 26. Juni. Was schlicht unmöglich war, weil (wieder) ein Wochenende dazwischen lag. Dafür wurde angesichts der astronomischen Schuldenlast von etwa 40 Euro mit Inkasso gedroht und auf die damit verbundenen Unannehmlichkeiten und Kosten verwiesen.

Natürlich hat meine irritierte und empörte Rückfrage bei der Service-Hotline die falsche Person erwischt. Meine Zahlung war, als der Brief das Haus verließ, längst eingegangen, aber das hatte niemand für erwähnenswert gehalten. Die Schreiben, sagte mir die nette Dame, haben andere zu verantworten, die Computerprogramme haben auch andere geschrieben. Außerdem haben deutsche Energieversorger langfristige Knebelverträge – wozu sich da um ein gutes Verhältnis zu seinen Kunden mühen? Die Techem Homepage meldet zum Stichwort “Beschwerde”: Die Suche ergab keine Treffer. Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise der Wörter.

Oder hat man etwa bei Techem klammheimlich das Wochenende abgeschafft, um mehr Geld zu verdienen?

Nachtrag: Sie haben tatsächlich angerufen, sich entschuldigt und wollen den Fehler abstellen (!)

Share

Umgekehrte Prioritäten

Während im Normalfall meine familiären Pflichten sich um meine Arbeit herum gruppieren – auch wenn die in mancher Hinsicht flexibler ist als viele andere Jobs – hat sich das diese Woche umgekehrt. Martina ist fünf Tage weg und nun stehen Essen kochen, Küche aufräumen, Hilfe bei den Hausaufgaben, Taxidienste, Einkaufen und Krankenpflege (Manuel hat Fieber) auf dem Plan.

Für Arbeit bleibt auch noch Zeit, ich habe ein paar Tage frei genommen und verteile alles über die ganze Woche, aber jetzt arbeite ich, wenn ich vom Rest mal Luft habe. Eigentlich eine gute Erfahrung – aber es ist ja auch erst der zweite Tag.

Share

Dicke Lippe

Ich hatte zwischenzeitlich schon Sorge, dass ich heute nicht predigen können würde: Gestern war ich recht flott mit dem Rad unterwegs, als ich mit einer – ebenfalls mit hohem Tempo entgegen kommenden – Biene oder Wespe zusammenstieß. Das Tier touchierte meine Unterlippe (ein Glück, dass es nicht in den Mund flog…), nicht ohne einen schmerzhaften Stich zu hinterlassen. Die Wunde lag ja günstig zum Aussaugen während der Fahrt, aber heute morgen war die Lippe dann doch wieder dick. Trotzdem – es hätte schlimmer kommen können.

Share