Na, dann hoffen wir mal, dass Bayern den Zenit dieser Saison erst in ein paar Wochen erreicht und heute beim nächsten Triple-Schritt nicht stolpert…
Fürs Archiv: Atheismus
Es ist zwar schon eine Weile her, aber so schnell erledigt sich das Thema ja nicht: Die FAZ hat vor einer Weile die Antwort von Alistair McGrath auf Richard Dawkins‘ Gotteswahn sehr aufmerksam rezensiert.
Ein paar Tage später dann erschien dort auch noch ein Artikel des englischen Philosophen John Gray über den neuen Atheismus und die Folgen, der Dawkins, Hitchens & Co als säkulares Spiegelbild der religiösen Fundamentalismus versteht, nicht als dessen positive Überwindung.
Kein gutes Haar
In der Bibel, besonders im Alten Testament bei Hiob und Sacharja, erscheint der Satan in der Rolle des Anklägers am göttlichen Hofstaat. Bisher hatte ich mir das wie eine Art gnadenlosen Staatsanwalt vorgestellt (vorzugsweise gespielt von Tommy Lee Jones, auch Erinnerungen an Ronald Schill werden wach), der immer nur zufrieden ist, wenn er Höchststrafen fordert.
Aber als wir heute über dem LebensArt Thema „Die Macht der Worte“ brüteten, fiel mir eine bessere Analogie für die Anklage im jüngsten Gericht ein: Es wird wohl eher so sein, als kommentierte Dieter Bohlen unsere Performance im Leben, den Auftritt in dieser Welt. Mit all der Arroganz und den verbalen Entgleisungen, für die er so berühmt ist.
Zum Glück ist das Leben keine Casting-Show für die Ewigkeit, bei der nur die zähesten überleben. Und Gott, der alle Tränen abwischen wird, bewahrt uns im letzten Gericht und hoffentlich schon jetzt vor Dieter B. und allen anderen, die mit ihren Urteilen Gott spielen wollen. Wo andere kein gutes Haar an uns lassen, hat Gott jedes einzelne Haar liebevoll gezählt.
Laufend größer…
Feindbild-Kosmetik
Alle reden wieder vom Bayern-Dusel. Ob zu Recht oder nicht, ob das 1:1 in der Nachspielzeit kein Dusel war und ob Toni in den Ball gestolpert ist oder ihn perfekt gespielt hat, das alles spielt hier keine Rolle.
Wohl aber das Thema Vorurteile: Die Zeit bringt derweil anlässlich des Pokalsiegs einen interessanten Kommentar zu dem schwäbischen Choleriker, an dem sich die Geister scheiden wie an keiner anderen Persönlichkeit der Liga: Uli Hoeneß. Den dürfen sich ruhig auch Bayern-Hasser mal reinziehen.
Etabliert?
Ich habe eine nette Anfrage bekommen, ob ich für den Neukirchener Kalender eine Seite schreibe.
Das Schreiben ist kein großes Problem, aber wenn man mal das honorige Autorenverzeichnis ansieht, dann wirkt das wie ein who is who des christlichen Establishments. Klar – alles feine Leute. Trotzdem ist es ein seltsames Gefühl, in dieser Reihe zu erscheinen…
Männertugenden
Heute las ich diesen Satz (und wer die Neigung zur Alliteration erkennt, ahnt vermutlich schon, woher er stammt):
The Bible’s view of manhood can be summarized by five characteristics: compassion, consistency, cooperation, commitment, and courage.
Aha. Gut, dass wir das nun wissen.
Aber woher kommt dieses penetrante Bedürfnis, Mannsein mit ein paar Schlagworten zu definieren? Und warum müssen es, wie in diesem Fall, Tugenden sein, keine Eigenschaften – nichts, was man(n) schon immer ist, sondern etwas, das man mit erheblichem Aufwand erst werden muss?
Mal abgesehen von der Frage, ob Frauen, die diese Tugenden besitzen (und da scheint es mir gar nicht wenige zu geben), dann noch Frauen sind, scheint Weiblichkeit der unproblematischere Begriff zu sein. Oder täusche ich mich da, und es ist inzwischen genauso verfahren?
Nichts gegen diese Tugenden, ich wünsche mir selbst jede einzelne davon. Weil es dabei um menschliche Reife geht. Aber doch nicht ums Mannsein!
Puh!
Kopfschmerztage
Neulich habe ich gelesen, dass das Hirn kein Multitasking kann. Wenn man doch zwei Sachen zugleich versucht, strengt es sich eben mehr an. Heute habe ich eine Predigt über die Autorität der Bibel für Sonntag geschrieben und den Tag über Emerging Church und mehr an der Akademie für Leiterschaft morgen in Ditzingen vorbereitet. Etwas arg viel auf einmal, und mein Kopf wollte zum Ende hin nicht mehr so richtig.
Na Hauptsache, er ist morgen wieder klar…
Abschied von treuen Weggefährten
Bevor ich es mühsam auf eBay verticke: Hat jemand Interesse an einem schnurlosen Swissvoice Eurit 547 ISDN-Telefon? Es hat uns gute Dienste erwiesen, leider aber ein kleines Problem mit dem neuen o2 Router gehabt.
Oder an einer vielseitigen und zuverlässigen Fritz!Bon Fon WLAN 7050 (Telefonanlage mit VoIP, DSL Modem und WLAN Router), die nun auch arbeitslos wird?
Joh 14,6 und die Symmetriefalle
Am Ende eines langen Gottesdienstes kam eine Frage, auf die ich zu meinem Kummer keine ausreichend gute Antwort mehr geben konnte: Wie ist es zu verstehen, wenn Jesus von sich sagt, dass er der Weg ist und niemand zum Vater kommt außer durch ihn?
Mit etwas mehr Zeit zum Überlegen und Antworten, zwei positive Aussagen und eine Warnung:
Wir können erstens Gott nur in Jesus richtig erkennen. Wenn wir an ihm vorbei über Erfahrungen spekulieren und Theorien entwickeln, werden immer nur Zerrbilder entstehen. Erst wenn wir Gott in dem Gekreuzigten erkennen, wissen wir, dass er Liebe ist, wie Johannes später schreibt. Deswegen geht es ja auch so weiter im Text:
Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Zweitens ist durch Jesus der Weg zu Gott (vgl. Eph. 2,18) im Sinne von Vergebung und Wiederherstellung der Beziehung offen, weil Jesus diesen Weg für uns geht und den Tod erleidet, damit wir vor ihm gerettet werden und die Welt mit Gott versöhnt wird (auch wenn das noch nicht jeder einzelne begriffen hat oder gut findet).
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. (2.Kor 5,19)
Und – Achtung! – jetzt kommt die Symmetriefalle. Unser Kopf spiegelt die Aussage ins Negative, obwohl das so gar nicht zwingend ist (aber wir haben es eben gehört und gelernt, diese Stelle so zu lesen). Und plötzlich steht da: Wer nicht so glaubt (… wie wir?), der ist in Ewigkeit verloren. Das steht da aber gerade nicht. Jesus zieht hier keinen Umkehrschluss.
Das Verhältnis von Sünde und Gnade, von Liebe und Zorn, von Verlorenheit und Gerechtigkeit ist eben nicht symmetrisch, so dass Umkehrschlüsse legitim wären. Das Gute ist ursprünglich und ewig. Das Böse ist parasitär und hat nur eine begrenzte Zeit.
Kommt herüber und helft uns
Morgen wählt Italien – mal wieder.
Je nach Ausgang der Wahl könnte sich die Frage einer deutschen Intervention dort stellen, findet der Bürgerrechtler und Komiker (in Italien muss man offenbar beides sein) Beppe Grillo in diesem sarkastischen Aufruf, den die Zeit vor einer Weile veröffentlicht hat.
Nach Müll aus Kampanien soll Deutschland nun die dringend nötige Entsorgung korrupter Politiker übernehmen Immerhin: Grillos Blog ist auf Technorati die Nummer 15. So kann man auch Oppositionsführer werden.
Kein Tag für schwache Nerven
Heute morgen haben wir festgestellt, dass das Amselnest neben unserer Haustür, das in den letzten Tagen noch mit etlichen piepsenden Flaumkugeln für Unterhaltung sorgte, von einem nächtlichen Räuber überfallen worden war. Jetzt herrscht (Toten)Stille an der Tür, es liegen bloß noch ein paar Federn herum. Ich hab ja so meinen Verdacht…
Dann habe ich nach 25 Jahren meinen ersten Trip zum Verkehrsübungsplatz hinter mir. Es war aufregend, aber alles ist gut gegangen. Nebenbei konnte ich noch ein paar Väter beobachten, die sonst wohl auch nicht so angespannt sind beim Autofahren 🙂
Nun lese ich zur Entspannung noch ein paar Dinge über das letzte Gericht…
Eifer und Ernst
Im Gegensatz zum Thema Hölle, das viele sehr beschäftigt hat in den letzten Wochen, weil Hölle im Neuen Testament nicht als metaphysischer Ort erscheint, in dem Gott als eine Art jenseitiger KZ-Aufseher erscheint (oder diese Aufgabe an den Teufel delegiert – was jedoch auf dasselbe Gottesbild hinausliefe), stellt sich die Frage nach dem letzten Gericht viel unübersichtlicher dar. Ich schlage gerade Schneisen durch den Dschungel der Bibelstellen und theologischen Meinungen und finde hier und da eine Liane, an der ich mich ein Stück weiter schwingen kann und dabei das Terrain von oben betrachten.
Immer wieder aber begegnet mir bei anderen (und wenn ich ehrlich bin, auch bei mir selbst) die Sorge, dass ein zu nettes und harmloses Bild von Gott als Richter sich nachteilig auf den moralischen Ernst („Wofür strenge ich mich eigentlich an?“) und den missionarischen Eifer („Warum soll ich denen was erzählen?“) auswirken könnte.
Nun kann man sich Gott gewiss zu nett und harmlos vorstellen, als passiven Softie, der zu allem gütig nickt. Und hätte damit seine Liebe missverstanden, die Rich Mullins so schön als reckless raging fury bezeichnet. Und irgendwo da liegt auch die Antwort auf die Frage nach dem Eifer und dem Ernst: Gott erwartet, dass ich das Gute aus Liebe tue, und nicht, um dem Gericht zu entkommen. Und dass ich anderen das Evangelium nicht vorenthalte aus Liebe zu ihm und zu ihnen. Und nicht, weil sie sonst in der Hölle schmoren (nachdem sie bis dahin noch ein paar Dinge getan haben, für die mir aus Angst vor Gott und seinem Gericht der Mut und die Dreistigkeit gefehlt haben?).
Könnte die Liebe als Motivation also nicht vielleicht doch ausreichen?
Wechselduschen
So spannend hätten die Bayern es heute wirklich nicht machen müssen. Aber zum Glück gibts Luca Toni!

