Es sind zwar noch 20 Jahre hin, aber vielleicht kann man mit diesem Gebet einer alt(ernd)en Nonne gar nicht früh genug anfangen:
Herr, du weißt besser als ich, dass ich alt werde und eines Tages tatsächlich alt bin. Bewahre mich davor, geschwätzig zu werden und besonders vor der fatalen Angewohnheit zu meinen, ich müsse immer zu allem etwas zu sagen haben. Angesichts des gewaltigen Schatzes meiner Weisheit scheint es ein Jammer, wenn ich sie nicht nutze.
Mache mich nachdenklich, aber nicht launisch. Lehre mich die herrliche Lektion, dass es gelegentlich sein kann, dass ich mich irre. Lass mich einigermaßen liebenswert bleiben. Ich will keine Heilige werden – mit manchen von ihnen hält man es nur schwer aus – aber eine versauerte alte Frau ist ein Glanzstück des Teufels. Befreie mich von der Sucht, die Angelegenheiten aller anderen zu regeln. Halte meine Gedanken frei von der Aufzählung endloser Einzelheiten – gib mit Flügel, damit ich zum Punkt komme.
Ich bitte um genügend Gnade, den schmerzlichen Geschichten anderer zuzuhören. Hilf mir, sie geduldig zu ertragen. Aber versiegle meine Lippen, wenn es um meine Schmerzen und Wunden geht – sie sind interessant und meine Vorliebe, sie aufzusagen, wird mit den Jahren immer süßer. Aber du weißt, Herr, dass ich am Ende noch Freunde haben möchte.
(via Sacred Space)



Hamm geht als Experte für Spätmittelalter und Reformation an das Thema

Vielleicht ist es nach dem Tod Jesu ja ähnlich: Die alten Rituale der Beschuldigung haben keinen Sinn mehr. Und zugleich kommt alles darauf an, dass dieser Tod nicht nur zur Kenntnis genommen wird – dankbar und mit Hochachtung – sondern dass er andere inspiriert, nun erst Recht in die Fußstapfen dessen zu treten, der hier so brutal erschlagen wurde, und dafür zu sorgen, dass Gewalt und Hass in dieser Welt überwunden werden und keine Chance mehr bekommen, sich ungehindert zu verbreiten. Wir alle ahnen ja, dass das nicht der letzte Fall dieser Art gewesen sein wird…
Nur noch knapp drei Wochen, dann geht unser neuer Gottesdienst „puls“ an den Start. Ab dem 4. Oktober sind wir alle zwei Wochen am Sonntag abend im Museumswinkel. Die erste Staffel trägt den Titel „Rhythmus des Lebens“.