Klar erKant…

Manfred Lütz zur Krise der aufgeklärten Gottesglaubens nach dem Erdbeben von Lissabon 1752 (nett: die freche Anspielung im ersten Satz):

… hier wurde die Aufklärung Opfer ihrer eigenen selbstverschuldeten Verdunkelung. Sie hatte sich nämlich mit den Mitteln der menschlichen Vernunft einen vernünftigen Gott gebastelt, der als Weltbaumeister und Sicherer der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung fungierte und mit dem man kleinen Kindern Angst machen konnte, wenn sie ihre noch kleineren Geschwister verprügelten. Die Aufklärung hatte einen Gott konstruiert, von dem der stets ums eigene Wohlergehen besorgte Voltaire sogar sagte, man müsse ihn erfinden, wenn er nicht existieren würde. (…) Dieser tönerne Gott brach beim ersten Erdbeben auseinander. Eines ist freilich unübersehbar: Dieser Gott ist ein Kunstprodukt und meilenweit entfernt zum Beispiel vom christlichen Gottesbild.

(Gott: Eine kleine Geschichte des Größten, S. 57)

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Hochstapler :-)

In der nächsten Woche werde ich an der Überarbeitung des Alpha-Kurses arbeiten und danach warten drei Wochen Urlaub (den wir, anders als ursprünglich geplant, im Wesentlichen zuhause verbringen werden).

Alles gute Gründe, den Bücherstapel auf dem Schreib- und Nachttisch aufzustocken. Hier sind die Neuzugänge, die sicher auch auf diesem Blog ihre Spuren hinterlassen werden in den nächsten Tagen. Seit gestern vergnüge ich mich mit einem Weihnachtsgeschenk, nämlich Gott: Eine kleine Geschichte des Größten von Manfred Lütz.

Den Tipp zu William Cavanaughs Being Consumed: Economics and Christian Desire habe ich von Jason Clarke, der letzte Anstoß kam aus dem neulich erwähnten Podcast über Radical Orthodoxy.

Aus der Bibliothek habe ich dann noch von Niklas Luhmann Soziale Systeme: Grundriß einer allgemeinen Theorie entliehen. Das dickste Buch mit dem kleinsten Druck. Als Ausgleich muss dann noch ein guter Roman her, da sind die Würfel aber noch nicht gefallen.

Und zu persönlichen Inspiration liegt hier schließlich noch Brian McLarens Finding Our Way Again: The Return of the Ancient Practices ein ebenfalls noch ungelesenes Geburtstagsgeschenk. Langeweile, stets meine größte Sorge, ist damit schon ziemlich unwahrscheinlich geworden.

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