Apple gegen die katholische Kirche, jetzt.de verrät, wer die Nase vorn hat.
Sehnsucht
Und jetzt schwieg Legolas, während die anderen redeten, und er blickte hinaus gegen die Sonne, und als er schaute, sah er weiße Seevögel den Fluss herauffliegen.
»Schaut!« rief er. »Möwen! Sie fliegen land einwärts. Ein Wunder sind sie für mich und eine Beunruhigung für mein Herz. Nie in meinem ganzen Leben habe ich welche gesehen, bis wir nach Pelargir kamen, und dort hörte ich sie in der Luft kreischen, als wir zum Kampf um die Schiffe ritten. Da blieb ich stehen und vergaß den Krieg in Mittelerde; denn ihre klingenden Stimmen sprachen zu mir vom Meer. Das Meer! Ach, ich habe es noch nicht erblickt. Doch tief im Herzen unserer ganzen Sippe liegt die Meeressehnsucht, an die zu rühren gefährlich ist. Ach diese Unglücksmöwen! Keinen Frieden werde ich wiederfinden unter Buche oder Ulme.«
Gemischte Gefühle
Der Springer-Verlag steigt komplett auf Macs um und wird größter Apple-Kunde nach Google. Hätte es nicht die Zeit, der Spiegel oder die SZ sein können? Darf man Macs benutzen, um damit die Bildzeitung zu machen? Gibt es von nun an auch eine dunkle Seite der Macs?
Strategen unter sich
Großbritannien hat zwei neue Flugzeugträger in Auftrag gegeben. Wer nun nach den Hintergründen fragt, ist hier an der richtigen Adresse. Britischer Humor vom Feinsten:
Drei-Minuten-Evangelium
Wahlvorschlag
Allmächtiger Gott, Herr des Himmels und der Erde,
Robert Mugabe ist sicher nicht der erste Despot, der meint, Du hättest ihm die Macht gegeben – und damit auch das Recht, sie zu missbrauchen und mit allen Mitteln zu behaupten. In diesen Tagen sagte er, Du allein könntest ihn abwählen.
Eine gute Idee. Die UNO wird von den Chinesen und Russen blockiert und andere afrikanische Staatschefs haben kein gesteigertes Interesse daran, Dir diese Aufgabe abzunehmen. Vielleicht hat Robert Mugabe schon lange nicht mehr Apostelgeschichte 12,21-23 gelesen. Dort steht in grimmiger Deutlichkeit, wie so eine Abwahl aussehen könnte:
Am festgesetzten Tag nahm Herodes im Königsgewand auf der Tribüne Platz und hielt vor ihnen eine feierliche Ansprache. Das Volk aber schrie: Die Stimme eines Gottes, nicht eines Menschen! Im selben Augenblick schlug ihn ein Engel des Herrn, weil er nicht Gott die Ehre gegeben hatte. Und von Würmern zerfressen, starb er.
Gut zu wissen, dass Du nicht hinter solchen Gewaltherrschern stehst. Herodes hatte, glaube ich, weniger Leute auf dem Gewissen. Wie Du Mugabe abwählst, muss ich nicht wissen. Ich bete nur darum, dass es schnell geht und dass jemand besseres nachrückt.
Fix und Fatih
… waren die Kroaten nach der unerwarteten Last-Minute-Niederlage gegen die Türkei, und nun hat es auch die Holländer erwischt, die doch alle schon im Finale gesehen hatten.
Kein Gruppenerster hat bisher überlebt. Lässt die Frühform im Turnierverlauf nach, hat sich der Einsatz der B-Mannschaft im letzten Gruppenspiel negativ auf den Spielrhythmus ausgewirkt? Plötzlich will keiner mehr Favorit sein. Verkehrte Welt…
Diese Woche habe ich die Anweisung Jesu gelesen, sich am Tisch nicht die Ehrenplätze zu suchen (nebenbei: was heißt das für das notorische Plätze besetzen bei christlichen Großveranstaltungen?), sondern sich bescheiden am unteren Ende der Tafel niederzulassen (das zumindest haben viele Gottesdienstbesucher schon verinnerlicht…).
Ab jetzt werden sich die Teams bei der EM vermutlich im Tiefstapeln überbieten. Es scheint das Turnier der Underdogs zu werden. Italien kann die miese Gruppenphase als Verheißung für die KO-Runde betrachten. Die Russen müssen nun allerdings zittern im Halbfinale. Jeder rechnet mit einem Sieg gegen – wen auch immer…
Durchschaut
Als Joachim Löw heute versprach, dass Deutschland ins Finale kommt, war mir alles klar: Es gab keinen einzigen Zufall im Verlauf der EM auf deutscher Seite. Alles sah nur so aus: Gegen Polen kickten sie sich warm, gegen Kroatien wurde dann die Tarnung begonnen. Großartige Leistung, wie die in Wirklichkeit absolut souveräne Mannschaft gegen die Balkan-Truppe so überfordert aussah. Andere Fußballer schauspielern, um Freistöße für sich und gelbe Karten für den Gegner zu schinden. Unser Team aber lullte die Portugiesen, die man für das Viertelfinale fest im Visier hatte, mit dem miesen Spiel erfolgreich ein. Sie wollten gar nicht erster werden…
Zugleich entzog man den Schlüsselspieler und Portugiesenschreck vom Dienst durch eine rote Karte dem Rampenlicht und schien sich dann gegen Österreich durchzuzittern, aber auch das war nur eine Verbeugung vor dem Gastgeber und um weiter Ronaldo & Co Sand in die Augen zu streuen. Und weil eben längst alles klar und perfekt geplant war, erwirkte Jogi Löw unterstützt von Josef Hickersberger den Platzverweis, um in Basel den Logenplatz zu bekommen. Auf dem Platz wurde er nämlich gar nicht gebraucht.
Scolari hatte zwar ein paar dunkle Ahnungen, aber niemand hörte auf ihn. Damit waren die Weichen gestellt für den Erfolg im Viertelfinale. Die Falle schnappte zu, die perplexen Gegner hatten das Nachsehen, der Turniersieg ist in Reichweite. Wir werden es alle noch sehen… 😉
Kein Cordoba
… aber wahrhaftig keine Glanzleistung. Auf der Straße vereinzeltes Hupen von Fans, die die Chance zum Autokorso noch nutzen wollen.
Die Portugiesen werden sich schon freuen auf unsere Rumpelfußballer, die endlich wieder so spielen, wie man das von Duetschland kennt und sie in dieser Verfassung vor keine großen Probleme stellen dürften. Oder doch? Im Fußball ist ja – wie man täglich hört – alles möglich.
Schön locker bleiben…
In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder die Diskussion über die Erweckung in Lakeland verfolgt. Mit recht zwiespältigen Gefühlen: Manches schien eine Art „Toronto reloaded“ zu sein, mit vielen Begleiterscheinungen, denen ich bisher nicht besonders nachgetrauert hatte. Zudem hatte mich das Niveau, auf dem Begeisterte und Entgeisterte diskutierten und mit häufig kontextbereinigten Bibelzitaten um sich warfen, auch nicht besonders beeindruckt. Schließlich schien mir das Ganze zu oft auch einfach furchtbar humorlos vorgetragen, und zwar von allen Seiten.
Vielleicht muss man sich noch viel gründlicher von der Vorstellung befreien, dass es Gottes Wirken irgendwo in Reinkultur gibt, selbst wenn Leute ganz intensive Erfahrungen machen. Vielleicht muss man die eigenartige Mischung, die so ein Phänomen erzeugt, auch mal eine Weile auf sich wirken lassen, ohne den Druck, alles entweder verklären oder verdammen zu müssen. Vielleicht hat Unterscheidung der Geister viel mehr damit zu tun, mit einer gesunden Portion Offenheit auch ebenso berechtigter Skepsis den ganzen Betrieb unter die Lupe zu nehmen, das (manchmal allzu) Menschliche daran einfach so stehen zu lassen und eben darüber auch mal zu lachen.
Mike K. hat das unter dem Titel „Leaving Lakeland“ auf the Ooze getan. Der erste Teil ist online und ich freue mich auf die Fortsetzung. Beim Lesen musste ich mehrfach laut lachen, weil er ziemlich frech schreibt („She wanted to bring the “Fire™” back home to her church„) und die Dynamik der segenshungrigen Meute so gut beobachtet (“People have been hungry for God” said the lady with red and gray highlights. “Yes. People will crawl over one another to get to God!” said another woman).
Parallel lese ich weiter in New Monasticism und lasse mich in Kapitel 4 wieder daran erinnern, dass Gottes primäres Augenmerk nicht dem Wohlbefinden und der persönlichen Entfaltung des einzelnen dient, sondern dass das alles eingebettet ist in die Vision einer Gemeinschaft, die dazu berufen ist, diese Welt zu verändern. Mehr geistliche Dynamik in dieser Richtung könnten wir sicher brauchen – ob sie nun via Internet und Satellit aus Florida kommt oder sich aus anderen, weniger bizarren Quellen speist.
Nachtrag: Inzwischen ist auch Teil 2 online.
Gut aufhören können
Vor einiger Zeit haben wir beschlossen, unser LebensArt Projekt nach sieben Jahren einzustellen. Es hatte eine ganze Reihe von Gründen, und irgendwie schien allmählich die Luft raus zu gehen. Die meisten hatten das eine Weile schon so empfunden, und dann fiel die Entscheidung recht schnell. Es war dann bei aller Wehmut auch ein gutes Gefühl, dass viele sagten, es wird ihnen etwas fehlen und noch keiner gefragt hatte, wie lange wir das eigentlich noch machen wollen.
Leicht war das Ganze allerdings nicht. Und dabei fiel mir auf, was sich heute in einem Gespräch über andere Dinge noch einmal bestätigt hat: Ich glaube, wir sind nicht so gut darin, Dinge aufzuhören. Vielleicht verwechseln wir das auch mit Treue. Die allerdings brauchen wir wirklich. Sie besteht darin, vor Schwierigkeiten nicht davon zu laufen und Durststrecken zu ertragen.
Aber manchmal verwalten wir einfach nur den Stillstand und haben nicht den Mut, die Reißleine zu ziehen, wenn das Verfallsdatum erreicht ist. Vielleicht auch aus Verlegenheit und weil wir nicht wissen, was wir sonst tun sollten. Und das hat dann Folgen: Wir schleppen als einzelne wie als Gemeinden einen gewissen Ballast an Aktivitäten und Programm herum, der Kräfte bindet und wenig einbringt. Wir nehmen uns kreative Freiräume, die wir nutzen könnten, um Bestehendes zu verbessern oder Neues zu entwickeln. Wenn wir dann schließlich doch loslassen, sind wir müde und genervt und empfinden das Ganze als Niederlage.
Diesmal werden wir feiern. Einmal mit unseren Gästen und einmal als Team. Es wird ein guter Abschied.
Vergebung für 40 Euro
Ich bekam heute einen Stapel Flyer, in denen für eine Vergebungszeremonie geworben wird, die auf einem indianischen Ritual basiert. Grundlage ist die so genannte „Tipping-Methode“; und die ist, so lese ich, an keine religiösen Überzeugungen gebunden. Für die drei Stunden zahlt man dann 40 Euro als Teilnehmer.
Irgendwie widerstrebt mir der Gedanke, dass Vergebung hier zur weltanschaulich keimfreien Methode gemacht wird. Sicher hilft das Konzept manchen Menschen, erlittenes Unrecht zu verarbeiten. Aber für mich ist das doch nicht zu trennen vom Evangelium der Versöhnung zwischen Gott und Menschheit und deshalb dann auch zwischen einzelnen Menschen.
In diesem Sinne haben wir als Christen doch mehr zu sagen und zu bieten. Vielleicht müsste man die vorhandenen Angebote etwas profilierter herausstellen. Aber kostenlos sollten sie in jedem Fall bleiben, denn gerade Vergebung haben wir nach Mt 10,8 umsonst empfangen. Umsonst, aber nicht vergeblich…
Gute Antwort
Dass Deutschland Polen besiegt, war vielleicht keine ganz große Überraschung. Das Lukas Podolski beider Tore macht, schon eher. Wie er aber den Ball beim Jubeln flach hält (und es schien ja für ihn völlig normal zu sein, in kein Triumphgeheul auszubrechen), das war vorbildlich – und die denkbar beste Antwort auf die bluttriefenden Schlagzeilen im Vorfeld des Spiels.
Chapeau – das muss Oliver Pocher erst mal nachmachen…
Statistiken…
… sollte man genau lesen, damit kein Quatsch herauskommt, wie dieses Interview wieder einmal beweist:
sueddeutsche.de: Eine Tageszeitung titelte kürzlich: „Jede zweite Ehefrau geht fremd“ …
Beer: Woher wissen die das?
sueddeutsche.de: Die berufen sich auf Ihre Theratalk-Studie.
Beer: Dann haben die wohl etwas falsch verstanden.
sueddeutsche.de: Moment, in dem Artikel steht, dass 55 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer schon einmal eine Affäre hatten.
Beer: An unserer Studie nahmen aussschließlich Untreue teil. Davon sind 55 Prozent Frauen, 45 Prozent Männer. Mit dem Anteil der Untreuen in der Gesamtbevölkerung hat das nichts zu tun.
Judas und der Lohn…
Nicht nur der Judas der Evangelien hatte eine gewisse Affinität zum Geld, sondern auch seine Neuentdecker, die das gnostische Judas-Evangelium publizierten – mit hohem Sensationswert und daher lukrativ, aber wissenschaftlich zweifelhaft, wie die SZ nun feststellt.



