Ich suche ein neues Fahrrad und stöbere im Netz. Wenn ich dreihundert Euro mehr ausgebe, dann bekomme ich ein Rad, das ein paar hundert Gramm leichter ist. Verlockend, wer will schon unnötiges Gewicht den Berg hinauf wuchten?
Das teurere Rad ist leider auch für Diebe interessanter. Ich brauche also ein sehr robustes Schloss, oder vielleicht auch zwei meint ein Fahrrad-Ratgeber. Aber Moment – die sichersten Schlösser sind doppelt so schwer, wie das bessere Rad leichter ist.
Na, dann entscheide ich mich für das günstigere Rad und ein leichteres Schloss: Gleiches Gesamtgewicht und noch Geld gespart. Für Luxus zahlt man eben doppelt: Den Preis, den es ohnehin kostet, und dann nochmal für Versicherungen, Alarmanlagen und was sonst nötig ist, damit ich meine schönen Sachen sorglos genießen kann.
Das gibt es auch in ganz groß: Die aktuelle Hitzewelle haben wir uns eingehandelt, weil wir – die Mittel- und Oberschicht – beim Konsum und Wirtschaften, beim Reisen und Wohnen viel zu lange nicht vom Gas gegangen sind. Sie kostet uns in Deutschland bis 2030 voraussichtlich 120 Milliarden Euro. Die Klimaschäden fressen das Wirtschaftswachstum. An dem schönen Rad hängt ein schweres, klobiges und hässliches Schloss.







