Das Luxus-Paradox

Ich suche ein neues Fahrrad und stöbere im Netz. Wenn ich dreihundert Euro mehr ausgebe, dann bekomme ich ein Rad, das ein paar hundert Gramm leichter ist. Verlockend, wer will schon unnötiges Gewicht den Berg hinauf wuchten? 

Das teurere Rad ist leider auch für Diebe interessanter. Ich brauche also ein sehr robustes Schloss, oder vielleicht auch zwei meint ein Fahrrad-Ratgeber. Aber Moment – die sichersten Schlösser sind doppelt so schwer, wie das bessere Rad leichter ist. 

Na, dann entscheide ich mich für das günstigere Rad und ein leichteres Schloss: Gleiches Gesamtgewicht und noch Geld gespart. Für Luxus zahlt man eben doppelt: Den Preis, den es ohnehin kostet, und dann nochmal für Versicherungen, Alarmanlagen und was sonst nötig ist, damit ich meine schönen Sachen sorglos genießen kann.

Das gibt es auch in ganz groß: Die aktuelle Hitzewelle haben wir uns eingehandelt, weil wir – die Mittel- und Oberschicht – beim Konsum und Wirtschaften, beim Reisen und Wohnen viel zu lange nicht vom Gas gegangen sind. Sie kostet uns in Deutschland bis 2030 voraussichtlich 120 Milliarden Euro. Die Klimaschäden fressen das Wirtschaftswachstum. An dem schönen Rad hängt ein schweres, klobiges und hässliches Schloss.

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Internationaler Asteroiden-Tag

Heute, am 30. Juni, ist der internationale Asteroiden-Tag. Ich hätte es wahrscheinlich überlesen, wenn ich nicht kürzlich erst über einen Bericht gestolpert wäre, dass ein Asteroid entdeckt wurde, der in sieben Jahren auf dem Mond einschlagen könnte.

Wenn es dazu käme, würden eine Menge Trümmer ins All geschleudert. Auf der Erde würden massenweise Meteoriten niedergehen. Und es könnten ziemlich viele Satelliten und die Internationale Raumstation ISS schwer beschädigt werden.

Das Problem ist, dass wir noch nicht genau wissen, dass es dazu kommt. Wir müssten allerdings jetzt schon anfangen, etwas zu unternehmen, um diesen Fall zu verhindern. Danach sieht es allerdings nicht aus.

Ich erzähle das nicht, um Angst zu verbreiten. Vielleicht geht es ja gut. Aber weil die meisten Menschen (und erst recht die meisten Politiker) uns nicht als Erdlinge sehen, sondern als Deutsche oder Schotten oder Kap-Verdier, arbeiten wir auch nicht gut zusammen.

„Erdling“ ist die beste Übersetzung des biblischen „Adam“, Mensch. Der Asteroidentag erinnert uns wieder daran, dass die eine Erde so viel wichtiger ist als irgendeine Nation, egal welche.

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