Hoffnungslose Optimisten

Am Samstag haben Daniel und ich auf der Straße Leute interviewt zum heutigen Gottesdienstthema Hoffnung. Beim Bearbeiten wurde immer deutlicher (manche Sätze muss man ein paar mal hören…), dass zwar alle versuchen, optimistisch zu sein, aber dass eine echte Hoffnung fehlt. Was bleibt, ist ein schulterklopfendes “wird-schon-wieder” – eben die rosa Brille von der lieben Tante Evolution, von der in Geo zu lesen war, mit der wir unsere (triste?) Welt schönen.

Nun lebe ich auch lieber unter Optimisten als unter Schwarzsehern. Optimismus ist besser als Verzweiflung, aber ist er genug? So lange es uns halbwegs gut geht, kommen wir damit vielleicht durch. Was aber, wenn die Umstände schlimm werden? Die Tragik ist doch, dass wir bei scheinbar – oder tatsächlich – übermächtigen Problemen ohne Hoffnung einfach den Kopf in den Sand stecken, um unseren Optimismus nicht zu verlieren. Und dass wir jetzt schon so leben, dass wir etwa beim Klima reale Risiken herunterspielen oder ignorieren – beziehungsweise und für unzuständig erklären. Brutal gesagt: Auf der Titanic waren auch lauter Optimisten unterwegs…

Charakteristisch ist dagegen die weitgehende Fehlanzeige beim Thema Hoffnung.

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Nachgelegt: Strafe und Versöhnung

Sam hat zum Post von neulich über fromme Brillen gefragt, warum ich Gott als (strafenden) Richter ein Problem nannte. Ich hatte geschrieben, Gott als Kläger und Richter ist ein “Problem”, weil sich der Gedanke in unserer Kultur aufgrund der anderen Situation (Demokratie statt Monarchie bzw. Feudalismus, Dekonstruktion vieler offenkundig missbrauchter “Absoluta”, und nicht zuletzt der Wirkung von Jesu Ethik der Gewaltlosigkeit!)) sehr schwer vermitteln lässt. Viel schwerer als zu Anselms Zeiten oder im ersten Jahrhundert.

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Warum also in der christlichen (und, zugespitzt: nach eigenem Verständnis sogar missionarischen) Verkündigung immer diesen Einstieg wählen, statt erst einmal den Weg über plausiblere Metpahern zu gehen und das Schwierige (das in der Bibel auch vorkommt) später anzuschneiden? Ganz abgesehen davon, dass bei der “klassischen” Akzentuierung eben die erwähnte Schwierigkeit bleibt, was noch vergeben werden muss, wenn doch bezahlt wurde. Dazu habe ich einfach noch keine befriedigende Erklärung gehört.

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