Coole Regeln

Was man von Apple lernen kann, hat Harris Collingwood zusammengestellt. Es sind ein paar bemerkenswerte Gedanken dabei:

  • Großartigkeit (excellence) übertrifft alles: Auf unseren Kontext übertragen würde das bedeuten, dass Halbherzigkeit unser größter Feind ist. Nicht neu, aber wahr. Manchmal lohnt es sich, an Details eine Weile zu tüfteln und sie durchdacht und liebevoll zu gestalten.
  • Sich für eine Geschichte entscheiden und dabei bleiben: Unsere Identität macht sich in Geschichten fest, die man zwar fortschreiben, aber nicht wie ein Hemd wechseln kann. Es dauert lange genug, bis sich jemand in einer Gemeinde als “Insider” fühlt. Wer die Story ohne zwingenden Grund wechselt, macht alle vorübergehend zu Fremden. Keine gute Idee. Die Apple-Story (pfiffige Underdogs und Befreier einer fremdbeherrschten Welt) ist übrigens nicht so schlecht. Das gab’s doch schon mal?
  • Sich seine Freunde gut aussuchen und sich seine Feinde noch besser aussuchen, das ist unter Christen eine spannende Sache. Aber wir müssen wohl lernen zu unterscheiden, welche Partnerschaften uns helfen, Gottes Auftrag zu erfüllen (darum geht es ja, nicht um “cool Sein”) und wo wir uns über Gebühr Probleme einhandeln. Streitlust trifft oft genug die falschen. Von manchen Dingen (und Personen/Gruppen) muss man sich aber auch klar abgrenzen. Ein Schmusekurs mit George Bush etwa lässt unsere “Story” in einem reichlich Licht erscheinen. Vor allem aber müssen wir gut erklären können, wogegen unser Kampf (den gibt es) sich tatsächlich richtet. Nicht gegen “die anderen” nämlich (auch nicht gegen Bush), sondern gegen zerstörerische Kräfte und Tendenzen, die erst einmal im eigenen Herzen und in den eigenen Reihen überwunden und dann schließlich in unserer Umgebung werden wollen.
  • Dass man schließlich anderen den schwarzen Peter überlassen sollte, muss man erstens nicht zwingend aus Apples Story herauslesen und zweitens hat Collingwood es viel netter formuliert in dem Grundsatz “Show, don’t tell. Let others tell”: Man kann die Tatsachen für sich sprechen lassen. Auch das habe ich schon mal irgendwo gehört…
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Das fängt ja gut an

Unsere Bundeskanzlerin (Wort des Jahres 2005!) hat sich auf dem EU-Gipfel die ersten Sporen verdient und die Streithähne Blair und Chirac zum Kompromiss verführt 😉

Gut, sie hat ja Erfahrung: Erst musste sie die stolzen Landesfürsten der Union auf Kurs bringen und dann die große Koalition vermitteln. Da entsteht schon so etwas wie Kompetenz. Wir können uns ja eigentlich nur freuen, wenn da jemand am Ruder ist, der “Win-win” denkt.

Vielleicht erleben wir die Umkehrung des Schröder’schen “overpromise and underdeliver” – das könnte der Politikverdrossenheit (Wort des Jahres 1992) allmählich den Boden entziehen. Oder hoffe ich schon wieder zu viel?

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Bocklos

Mein Sohn hatte gestern mal wieder einen Anfall von Langeweile. Kein Freund da, Flimmerkistenzeit aufgebraucht, “kein Bock” auf andere Beschäftigungen (mein Hinweis auf unerledigte Hausaufgaben wurde als Zumutung zurückgewiesen).

Ich werde beim Duden den Antrag stellen, zu lustlos, furchtlos, arbeitslos nun auch “bocklos” in den deutschen Wortschatz aufzunehmen.

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