Au Weihnachten II

Das Magazin der SZ hat einen interessanten Artikel über Risiken und Nebenwirkungen von Weihnachtsfeiern: Jeder fünfte fehlt Kater-bedingt, jeder vierte verlangt benebelt eine Gehaltserhöhung, jeder dritte ist in Handgreiflichkeiten verwickelt und mehr als jeder zweite erhofft sich Sex. Hinterher stehen die Chancen für einen Leistungseinbruch oder einen Ehekrach nicht schlecht.

Also: Glückwunsch an alle, die ihre Weihnachtsfeier schon unbeschadet hinter sich haben 😉

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Alleine Glauben?

Immer wieder bekommt man zu hören, man müsse als Christ doch nicht ständig in die Kirche rennen. Besonders unter Evangelischen wird das noch als „Freiheit“ gehandelt: Glauben könne man doch auch für sich. Von solchen Anfragen aus dem persönlichen Umfeld erzählte mir erst jüngst wieder jemand.

Klar kann man das – weil Glauben in diesem Zusammenhang so verstanden wird, dass man der Meinung ist, es gibt ein höheres Wesen (und dass man, warum auch immer, deshalb ein anständiger Mensch sein sollte). Ganz anders sieht es aus, wenn Glauben bedeutet, Gott zu vertrauen, ihn zu lieben und sich von ihm verändern zu lassen. Glaube nicht als Meinung, sondern als Prozess – als Weg der Nachfolge. Nicht bloß kognitiv, sondern ganzheitlich. “Love is a verb”, habe ich neulich gelesen.

Das geht schlechterdings nicht alleine. Beziehung und Gemeinschaft ist für Christen immer die Nagelprobe echten Glaubens: Wie kann denn jemand sagen, er liebe Gott, wenn ihm sein Bruder/seine Schwester gleichgültig ist, fragt Johannes (1. Joh. 4,20). Erst die anderen stoßen mich mit der Nase darauf, wo ich Veränderung nötig habe und erst die anderen können bereits eingetretene Veränderungen wahrnehmen und bestätigen. Dann erst weiß ich, dass ich mir nichts in die Tasche lüge von wegen Anstand und guter Mensch. Nichts kann so befreiend sein wie solch eine Konfrontation und nichts ermutigt mehr als so ein Lob.

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Die Pharisäer-Taktik

Heute morgen habe ich auf Sacred Space Matthäus 21,23-37 gelesen. Jesus verweigert den Pharisäern eine Antwort, weil sie sich selbst nicht festlegen. So können sie selbst andere kritisieren, bleiben aber selbst unangreifbar. Oder anders gedacht: Sie sagen, was sie nicht wollen, aber nicht, was sie wirklich wollen.

Einerseits finde ich das erleichternd, zu sehen, dass es in Ordnung ist, diese Art Streitgespräche einfach abzubrechen. Andererseits merke ich, dass ich ja auch oft kritische Gedanken habe und äußere, und ich möchte nicht denselben Fehler machen, dabei im Negativen stecken zu bleiben und nicht mehr konstruktiv zu sein. In Zeiten von Post-dies und Post-das ist das keine leichte Aufgabe, aber eine lösbare.

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