Jesus und die Erstklässler

Der Unterrichtsentwurf für die erste Klasse sah vor, den Kindern drei Personen zu zeigen: Ein armes Kind, ein wohlhabendes Kind und eine berühmte Person. Dann sollten die Kinder die drei der Wichtigkeit nach ordnen wie auf einem Siegertreppchen. Das erste Kind legte noch die Berühmtheit auf die Eins. Fast alle weiteren Vorschläge aber zogen das arme Kind vor.

Ich hatte Mühe, beim Zuhören nicht dahinzuschmelzen, musste mich aber im Zaum halten. Denn die Lösung am Ende war so gedacht, dass alle – ob reich oder arm oder normal – gleich wichtig sind: Alle auf die Eins.

Dieser Vorschlag kam gar nicht gut an bei den Kindern. Sie beharrten darauf, dem armen Kind einen Bonus zu geben. Und ich frage mich, ob sie nicht goldrichtig damit liegen: Jesus sagt immerhin im Evangelium, dass die Letzten die ersten sein werden. Das ist etwas anderes als „alle werden die Ersten sein“ oder „es wird keine Letzten mehr geben“.

Im besten Fall wird es die Privilegierten dieser Weltzeit am Ende nicht stören, wenn all jene, die ein härteres Los hatten, einen Ausgleich bekommen. Ganz sicher sind auch sie Gott wichtig. Aber auf dem Weg zu einer gerechten Welt haben manche mehr zu verlieren und andere mehr zu gewinnen. Jesus und die Erstklässler erinnern uns: An der Option für die Armen kommen wir nicht vorbei.

Ich glaube, St. Martin wird ein Festtag für die Kleinen

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