Evangelikal UND Intellektuell?

Im aktuellen Aufatmen-Heft schreibt Markus Spieker unter dem Titel “Tiefgang und Testosteron” (bitte – geht es denn hier nur um Männer?) unter anderem davon, dass der deutsche Evangelikalismus durch eine geistige (nicht geistliche) Enge bei christlichen Intellektuellen für lange Gesichter sorgt und am Glauben interessierte (noch-nicht-christliche) Intellektuelle kaum noch erreicht. Da hat er wohl Recht.

Noch nachdenklicher hat mich gemacht, dass etwas später eine Liste geistig-geistlicher Vordenker und Vorbilder folgt (Pascal, Kierkegaard, C.S. Lewis, Bonhoeffer), von denen auch noch extra vermerkt wird, dass sie keine Evangelikalen seien. Was zu der Frage verleitet, ob intellektuelle Impotenz (ah, deswegen “Testosteron”?) schon in der Genetik der Bewegung verankert liegt.
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Ausgeschlossen

Eine e-mail hat mich eben an einen Gedanken von neulich erinnert: In Genesis 12 sagt Gott, dass er durch Abraham allen Völkern Segen bringen will und dann kommt (mit höchst problematischer Wirkungsgeschichte) der Satz, dass Gott die verflucht, die Abraham verfluchen.

Manche begründen mit diesem Satz eine Art christlichen Zionismus. Ich denke, dass der Zusammenhang eine ganz andere Deutung nahe legt.
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Gurus, Mentoren und transformatorisches Lernen

Nächsten Samstag wirke ich bei einem Seminar zum Thema “Mentoring” mit und bin mitten in den Vorbereitungen. Dabei bin ich auf einen Artikel von Elizabeth Debold zur Zukunft der Schüler-Lehrer-Beziehung gestoßen. Vielleicht ist er um so interessanter, als ihm der christliche Hintergrund völlig fehlt. Sie setzt sich engagiert und detailliert mit dem Buch “Do you need a Guru?” von Mariana Caplan auseinander. Caplan beschäftigt sich ihrerseits mit der Autoritätskrise östlicher Spiritualität nach den Guru- und Sektenexzessen des 20. Jahrhunderts (zu denen es wenigstens weitläufige Parallelen in verschiedenen christlichen Strömungen gab).

Die Lehrer-Schüler Beziehung als der wichtigste Kontext für echte Transformation – also ein Lernen, das die Person verändert und nicht nur ihren Kenntnisstand – hat im letzten Jahrhundert durch den beispiellosen Vertrauensschwund in so gut wie alle Autoritäten (beziehungsweise deren Integritätsverlust) schwer gelitten. Bezold meint “wir sind zu aufgeklärt, um die Rolle des Abhängigen in einer autoritären Beziehung anzunehmen. und nur allzu oft ist der Wunsch nach einem Lehrer tatsächlich mit all unseren anderen Motivationen vermischt, welche mehr mit Bequemlichkeit und Trost zu tun haben als mit echter Transformation.”
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Orale “Potenz”?

Neulich kam eine der verbreiteten Viagra-Spams mit der netten Formulierung “oral potency pill”. Das wäre eine wesentlich interessantere Variante des Präparats. Zu klären wäre, ob orale Impotenz darin besteht, dass man nichts zu sagen hat oder es nicht in (die richtigen) Worte fassen kann?

Jedenfalls gäbe es einen Markt für die Pillen: “In 30 Minuten zum Power-Prediger”. “Reden Sie Stunden ohne dass ihre Zuhörer einschlafen oder wegbleiben.” Nicht nur Prediger, auch Wahlkämpfer würden sich damit dopen. Wenn keine Kontrollen eingeführt werden! Was, wenn Oskar Lafontaine oder Guido Westerwelle positiv getestet würden? Folgt dann die Disqualifikation bei positiver B-Probe?

Bei Gregor Gysi glaubt niemand, dass er das nötig hätte. Er muss auf seine Gesundheit achten und es könnte mit den Nebenwirkungen Probleme geben. Über die zu spekulieren wäre auch noch spannend.

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Nichts zu verschenken?

Letzten Sonntag habe ich eine sehr inspirierende Predigt über Jesaja 56 gehört, zum Thema Barmherzigkeit. Am Ende stand mir wie aus dem Nichts der Satz vor Augen “Wir haben hier nichts zu verschenken”. Hier treffen sich das Judentum des 5. Jahrhunderts vor und Deutschland im 21. Jahrhundert nach Christus: Man muss nur die Zeitung aufschlagen oder die Nachrichten anschalten. Ganz zu schweigen vom gewaltigen Appell der Live8 Konzerte (auch wenn offenbar nicht jeder den Akteuren oder dem Publikum uneingeschränkte Ernsthaftigkeit unterstellen möchte und Alibi-Aktionen oder Trittbrettfahrer vermutet). Dabei geht es für uns nicht alleine um Geld und Status (die Verengung ist schon Teil des Problems), sondern auch um Anteilnahme, Zeit zum Zuhören, Geduld, Privilegien und vieles andere.
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Galaktischer Film

Aus einem Kultbuch könnte ein Kultfilm werden: Gestern habe ich Douglas Adams‘ “Per Anhalter durch die Galaxis” gesehen. Eine wunderbar schräge Geschichte genial in Bilder umgesetzt, auch dank Aliens aus Muppet-Vater Jim Hensons Werkstatt.

Ganz nebenbei zeigt sie, dass etliches, was heute unter Postmoderne diskutiert wird, schon über 25 Jahre alt ist: Beißender Spott über die Industriegesellschaft (und ihre Umgehungsstraßen), über technischen Fortschritt (Roboter Marvin, der menschliche Psyche simuliert und depressiv wird), über die eine letzte Antwort auf alle Rätsel der Welt, die zwar existiert (typisch modern-reduktionistisch gedacht: eine Zahl), aber niemand kennt die entsprechende Frage dazu. Verkündet wird sie von einer Mischung aus Computer und Buddha-Statue. Weltformel ade.

Kleine theologische Fußnote: Dan Kimball zitiert in “The Emerging Church” Dan Allenders Aussage auf einem Willow Creek (!) Leadership Summit: “Wir sind an Prinzipien orientierte, linear und in Vereinfachungen denkende Menschen, denen Antworten wichtiger sind als Jesus Christus selbst.”

Bingo, Douglas!

Am Ende kehrt Arthur Dent zurück in “sein” Haus, alles sieht aus wie vorher und ist es doch nicht. Die Realität ist nur eine dünne, brüchige Oberfläche. Was wirklich zählt, sind Freunde. Hinterher kann man noch stundenlang nachdenken und darüber reden, was diese oder jene Szene vielleicht alles andeuten wollte. Wirklich sehenswert. Oder gleich das Buch? Die englische Hörbuchvariante, gelesen von Steve Fry, ist auch eine schöne Alternative.

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Liebe und Wahrheit

Diese Woche haben wir einen Abend lang das Thema „Wahrheit“ diskutiert. Eher von der philosophischen Richtung her denn von bestimmten Bibelstellen. Es war recht deutlich, dass der moderne positivistische Ansatz von Objektivität heute nicht mehr trägt. Wir können nicht ernsthaft zurück zu dieser naiven Weltsicht und ihren haarsträubenden Reduktionen (Die Welt/der Mensch/das Leben ist „nichts als…„).

Wahrheit lässt sich aus persönlichen Bezügen herauslösen (die sie immer in gewisser Weise relativieren, wenn auch nicht völlig). Jede Wahrheit ist „irgendjemandes Wahrheit“. Wenn N.T. Wright eine „Epistemologie der Liebe“ vorschlägt, dann wird genau die Illusion neutraler Objektivität aufgegeben. Vielleicht bedeutet es auch, wie Paulus in 1.Kor 13 zuzugestehen, dass unser Erkennen fragmentarisch ist. Deshalb braucht der einzelne die Gemeinschaft, aber auch die verschiedenen (Kirchen-) Gemeinschaften sich gegenseitig und natürlich lernt „die“ Kirche von der sie umgebenden Kultur, selbst wenn diese gar nicht christlich sein sollte – in der Bibel kann Gott durch Esel und heidnische Armeen sprechen, wenn niemand die Wahrheit hören will.
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Vorsicht, eine Organisation!?

Eine schönere Illustration für den Gedankengang von gestern hätte ich mir gar nicht ausdenken können: Emergent US hat einen Hauptamtlichen eingestellt. Riesenfehler: Man verwandte unbedarft den Begriff „Director“. Ein Sturm der Entrüstung brach aus: Es gehe gar nicht um Beziehungen, hier werde unter der Hand eine Denomination gegründet (warum das schlecht wäre, wenn es so wäre, brauchte man gar nicht zu begründen).

Heute hat emergent US korrigiert: Der Direktor ist „nur“ ein Koordinator. Das wird nur manche beruhigen, andere werden ein taktisches Manöver darin sehen und noch misstrauischer werden.

Fakt bleibt, dass Wachstum (und das erlebt emergent US erfreulicherweise!) mehr Koordination nötig macht. Damit auch mehr Organisation und, richtig, auch Leitung. Auch das ist ja nicht weiter schlimm, so lange man nicht prinzipiell und zwanghaft antihierarchisch denkt.

Vielleicht sollten manche der Beteiligten, statt Unkenrufe abzusetzen, doch mal die eigenen Denkvoraussetzungen überprüfen. Es könnte sich herausstellen, dass gerade die, die jede Art Hierarchie beklagen (meist selber „Leiter“ von irgendwas), sich gegen einen notwendigen Entwicklungsschritt stemmen. Meine Familie ist eine Wachstumshierarchie. Irgendwann werden aus ihr neue Familien entstehen. Bis dahin habe ich aber eine gewisse Pflicht, gute Ordnungen zu schaffen und aufrecht zu erhalten, damit wir als Familie wachsen, die Kinder (und wir Eltern) uns gut entwickeln.

Anders geht es ganz offenkundig nicht. Alles Gute, Tony Jones, für den Job bei emergent!

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Richtige und „falsche“ Rebellen

Der Philosoph Ken Wilber hat sehr treffend analysiert, wie postmoderne Dekonstruktion und Pluralismus der „kulturell Kreativen “ (also just die von Paul Ray so bezeichnete Gruppe, in der ich jüngst im Weltbild-Test gelandet bin…) ins Leere laufen können: „Bei dem noblen Versuch (…), über die konformistischen Regeln hinauszugehen (von denen viele in der Tat unfair und ausgrenzend sind), und in dem ehrlichen Wunsch, eine starre Rationalität aufzubrechen (die in vieler Hinsicht repressiv und verdummend sein kann) – also in dem bewundernswerten Bestreben (…), postkonventionell zu werden -, hat es oft jegliches Nichtkonventionelle propagiert. Und zum Nichtkonventionellen gehört nun einmal (…) vieles, das eindeutig präkonventionell, rückschrittlich und narzisstisch ist.“ Anders gesagt: Wer bei allen aneckt, kann manchmal auch den „richtigen“ Gegner bekämpfen. Er ist damit aber noch immer kein Wohltäter, weil es ihm nur um den eigenen Vorteil gegangen ist.

Offenbar ist dieser Narzissmus auch eine Gefahr mancher neuer Ansätze von Kirche. So hat mehr als eine Gemeinde, die ich kenne, Schwierigkeiten bekommen, etwa mit dem typisch postmodern-dekonstruktivistischen Ansatz von Jim Thwaites, der institutionelle Kirche als „Konstrukt“ (!) bezeichnet, das geradezu verhindert, dass der einzelne Christ seine Rolle in der Gesellschaft wahrnimmt und erfüllt. Thwaites vermeidet es, seinerseits konkrete Modelle für die praktische Umsetzung seiner Thesen zu formulieren. Aber wo diese Theologie nun auf frustrierte oder unreife (eben narzisstische) Individuen trifft (ähnlich kann man auch mit Hauskirchen-Theologie verfahren), da wird mit einem seltsamen Eifer „reformiert“. Nur ist es eben oft leicht zu sagen, wogegen man ist, aber viel schwerer, wofür man dann positiv steht.
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Reifenwechsel, oder: Zur dunklen Seite der Macht?

Ein heftiges Erdbeben für die Mac-Gemeinde kam gestern abend aus Cupertino: Apple-Boss Steve Jobs läuft über zu Intel, weg von IBM. Es ist eine durch und durch pragmatische Entscheidung, aber sie löst ein mittleres Erdbeben bei all jenen Fans aus, die den Goliath Intel bisher als feindliches Imperium betrachtet haben, gegen das Davids wie Apple (angeführt von „Steve Skywalker“) rebellieren. Hat die dunkle Seite der Macht nun triumphiert, indem sie den Widerstand korrumpiert?

Ich sehe es auch lieber pragmatisch: So lange Macs benutzerfreundlich und sicher bleiben wie kein anderes System auf dem Markt (und wer wollte das bestreiten?), soll hinter der ästhetischen Außenhaut doch alles ticken dürfen, was schnell und stabil genug ist. Von Ferrari erwarten die Fans ja auch, dass es Bridgestone kündigt, wenn die Reifen nicht konkurrenzfähig sind. Mein Weltbild kann solche Erschütterungen verkraften 😉

(Diese Zeilen entstanden auf einem iMac unter MacOS 10.4 „Tiger“)

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Weltbild-Test

Endlich hatte ich ein paar Minuten Zeit, den beliebten Weltbild-Test zu machen. Hier ist mein Ergebnis – Ihr könnt es mit dem Euren vergleichen:

You scored as Cultural Creative. Cultural Creatives are probably the newest group to enter this realm. You are a modern thinker who tends to shy away from organized religion but still feels as if there is something greater than ourselves. You are very spiritual, even if you are not religious. Life has a meaning outside of the rational.

Cultural Creative

75%

Postmodernist

63%

Idealist

38%

Modernist

38%

Fundamentalist

38%

Existentialist

31%

Romanticist

25%

Materialist

6%

What is Your World View? (updated)
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Die Medien, Angie und der Papst

In den letzten Wochen habe ich gleich zwei Mal einen erstaunlichen Umschwung der veröffentlichten Meinung verfolgt: Kardinal Ratzinger wurde sein Image als reaktionärer Ordnungshüter los und zum Vorschein kam ein freundlicher, bescheidener Mann, der zugleich ein brillianter Denker ist.

Nun, da die Bundesregierung die Lust aufs Weitermachen verloren zu haben scheint, wird Angela Merkel neu entdeckt als Hoffnungsträgerin und Intergrationsfigur. Plötzlich heißt sie überall wieder „Frau Dr. Merkel“. Sind das eigentlich die gleichen Leute, die ihr jetzt alles mögliche Gute zutrauen, die sich Monate und Jahre lang über ihre Firsur mokiert und sie immer ein bißchen mitleidig-süffisant runtergemacht hatten?

Welches Bild von den beiden soll ich nun glauben? Liegt die Wahrheit in der Mitte? Wann wird sich der Wind im launischen Blätterwald wieder drehen? Vielleicht müssen wir alle etwas mehr Abstand zur gemachten Meinung finden und selbständiger denken und urteilen lernen? Oder vielleicht ist es ja so, dass man nur weit genug zurück sein muss, um wieder vorn zu stehen – weil alles im Kreis läuft oder ständig die Richtung wechselt? Verwirrend, das Ganze…

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Relativismus und Kultur

Die Art, wie Menschen Glauben und Sinn erleben, ändert sich: „Alle Glaubenssysteme der ersten Liga existieren noch, aber sie haben alle postmoderne Schwierigkeiten: interne Bürgerkriege. Gläubige, die hinein und herauspendeln. Erneuerer, die seltsame Abwandlungen erfinden: Kommunismus mit freiem Markt, feministisches Christentum, esoterische Wissenschaft. Wir leben in einer neuen Welt, einer Welt, die nicht weiß wie sich sich aus dem definiert, was ist, sondern nur aus dem, was sie aufgehört hat zu sein“, sagt Walter Truett Anderson, Präsident der US-Zweigs der World Academy of Art and Science.

Kultur ist das Schlüsselwort für den postmodernen Zugang zu Wahrheit und Werten. In der Moderne lieferte die Naturwissenschaft das Paradigma einer objektiven, logischen und eindeutigen Wahrheit (und verdrängte damit Kirchen, heilige Schriften oder Priester und Propheten, denen offenbarte Wahrheit anvertraut war und die damit Menschen – so argwöhnte man – bevormundeten).

Heute sind es die Kulturanthropologen, durch deren „Brille“ wir Wahrheit betrachten – und wir entdecken, dass es keine absolute Objektivität gibt, sondern Spache und Kultur schon unsere Wahrnehmung und noch mehr unser Denken bestimmen. Unser Verstehen ist nur relativ objektiv.
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Wie bitte?

Manche Lieder sind schön fürs Ohr, aber eine echte Zumutung fürs Hirn. Heute habe ich in einem Treffen „Komm in Vollmacht“ singen müssen. Gott war gemeint. Das Problem ist, er ist der einzige auf der Welt, der das nicht kann (obwohl er natürlich allmächtig ist…). Vollmacht ist ja eine abgeleitete, übertragene Macht, man wird von jemand anderem autorisiert: Dem Staat, einer Institution, einem Mandanten etc. Gott hat keine Vollmacht, nur pure Macht. Der Liedtext ist also widersinnig. Aber wen stört das?

Mein anderer Favorit ist die Zeile Zeilen wie „ich geh im Geist auf die Knie“ (wie macht man denn das, bitte?). Die fromme Phrasensprache im Lobpreis treibt ihre ganz eigenen Blüten. Neulich betete jemand „Danke Vater, dass du für uns gestorben bist“. Das ist selbst nach dem Grundsatz „opera ad extra sunt indivisa“ („nach außen hin sind Gottes Werke nicht aufteilbar“) vermutlich die einzige Ausnahme in der Geschichte der Trinität: Gestorben ist tatsächlich nur der Sohn, und zwar ganz alleine.

Aber hat es jemand gemerkt, dass dieses Gebet etwas seltsam war? Leider nicht. Wir haben aufgehört, unseren eigenen Gebeten aufmerksam zuzuhören. Mir kommt es vor wie Textbausteine, die zufällig zusammenkopiert werden. Vielleicht sollten wir wieder anfangen, weniger und bewusster zu formulieren. Und um Vollmacht beten – für sinnvolle Texte.

Wer gerne weiterlesen und -denken möchte, kommt hier und hier auf seine Kosten.

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