Schönes Schlagwort

In einem Vortrag von N.T. Wright bin ich auf den Begriff „collaborative eschatology“ gestoßen, den Wright von Dominic Crossan übernommen hat. Die Vorstellung gefällt mir gut, weil sie es erleichtert, Gottes und unser Handeln zusammenzudenken und keine falschen Alternativen aufzumachen: Weder fauler Fatalismus („wir können ja doch nichts ändern“) noch atemloser Aktionismus („alles liegt an uns“) sind angesagt. Wir müssen nicht alles tun, aber manches können wir. Die Zukunft ist in der Gegenwart schon angebrochen, die neue Welt mitten in der alten schon da. Also gibt es auch eine gewisse Kontinuität zwischen Gegenwart und Zukunft – eine schöne und motivierende Vorstellung…

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Ein Schuss frische Luft

Angesichts der momentanen Temperaturen schlafe ich relativ spät ein und war folglich zum Nachdenken und Abschalten noch eine Weile auf dem Bergrücken bei Kalchreuth spazieren, in der Hoffnung, dort einen lauen Windhauch abzubekommen. Als ich kurz vor Mitternacht den Weg langsam zurück lief, hörte ich ein paar Meter über mir ein merkwürdig flatterndes Zischen in der Luft, etwa so, als würde ein Lenkdrachen eine scharfe Kurve fliegen.

Nur war da kein Drachen, es war fast windstill und wolkenlos (also definitiv kein Gewitterphänomen). Weit und breit war niemand zu sehen, einen halben Kilometer entfernt saßen ein paar Hiphopper in ihrem Cabrio, ließen die Basskanone brummen und guckten nach Nürnberg hinunter. Die einzigen Vögel um diese Uhrzeit sind Eulen, aber die fliegen bekanntlich lautlos dahin.

Ein Feuerwerkskörper dürfte aus auch nicht gewesen sein. Bliebe als Erklärung (ich habe mich dann schnell entfernt) noch eine Kugel, die irgendwer in größerer Entfernung und vermutlich auch nicht gezielt abgefeuert hatte, vielleicht mit Schalldämpfer. Einen Schuss hatte ich nicht gehört.

Oder hat jemand eine bessere Erklärung?

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Abgrenzungen

Letzte Woche bin ich (sinngemäß zumindest) gefragt worden, warum bei Emergent in den USA Leute wie Rob Bell oder Mark Driscoll hinaus gedrängt wurden. Nun treffe ich überall nur auf größte Hochachtung vor Rob Bell und nehme da keinerlei getrübte Beziehungen wahr. Doug Pagitt hat neulich dort gepredigt, Brian McLaren kommt angeblich bald, Steve Chalke war eben da.

Im zweiten Fall liegt die Sache anders, aber seit ich kürzlich diesen Post auf inhabitatio dei gelesen habe, frage ich mich, ob nicht auch für Anhänger einer weitherzigen Orthodoxie da mittlerweile theologische Welten dazwischen liegen, also nicht nur ein paar Stilfragen…

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