Elementarteilchen

Quantenphysik und das Leben haben eine mehr gemeinsam, als man denkt. John Polkinghorne erkundet die zwar nur die Analogien zur Theologie, im ersten Kapitel bin ich aber über eine Bemerkung zum experimentell bestätigten EPR-Effekt gestolpert, die beim ersten Lesen ziemlich phantastisch klingt:

a counterintuitive togetherness-in-separation that implies that two quantum entities that have interacted with each other remain mutually entangled however far they may subsequently separate in space. Effectively, they remain a single system, for acting on the one „here“ will produce an immediate effect on its distant partner. 

Aus dem Reich der menschlichen Beziehungen (von Gott ganz zu schweigen) sind ganz ähnliche Erfahrungen bekannt. Spannend…

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Kein Aprilscherz

Der Spiegel berichtet von einer ungewöhnlichen Hochzeit:

Zusammenleben ohne Trauschein? Im Grunde seien sie „nie dafür gewesen“, sagte Sylvie Basin. Dass sie und ihr 101 Jahre alter Freund trotzdem nicht eher geheiratet hätten, liege an ihrer Arbeit.

Sie war Geschäftsfrau in Monaco, er lehrte Medizin in Mailand. Die beiden sind seit 50 Jahren ein Paar, pendelten bislang hin und her und haben es auf einmal eilig, die wilde Ehe zu legalisieren:

Der Termin für die Hochzeit stehe noch nicht fest. „Aber ich möchte, dass es so schnell wie möglich geschieht, am besten noch vor dem Sommer“, sagte die Französin.

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Seine und meine Feinde?

Zum gestrigen Post über die Frage nach dem Gericht hier ergänzend die entsprechende Passage aus dem Heidelberger Katechismus Dort heißt es in Frage 52:

Was tröstet dich die Wiederkunft Christi, zu richten die Lebendigen und die Toten?

Dass ich in aller Trübsal und Verfolgung mit aufgerichtetem Haupt eben den Richter, der sich zuvor dem Gericht Gottes für mich hingegeben und alle Verdammung von mir weggenommen hat, aus dem Himmel erwarte, der alle seine und meine Feinde in die ewige Verdammnis werfen, mich aber samt allen Auserwählten zu ihm in die himmlische Freude und Herrlichkeit nehmen wird.

Für heutige postmodern-sensible Ohren besonders kritisch ist die Nennung „seiner und meiner Feinde“ in ein und demselben Atemzug, der eine gewisse unselige Wirkungsgeschichte anklingen lässt. Aber eben auch die Tatsache, dass man mit einem so schwarz-weißen Schema von gut und böse, wir und die anderen, gerettet und verdammt im 16. Jahrhundert bestens leben konnte. Ok, auch heute finden viele diese „Klarheit“ gut, so lange klar ist, dass man selbst auf der richtigen Seite steht…

In der Reformation scheinen es also ausgerechnet die Täufer (oder einzelne Vertreter der Bewegung) gewesen zu sein, die dem Heilspartikularismus der Reformatoren einen Heilsuniversalismus entgegensetzten. Das wiederum verbunden mit einer radikalen Ekklesiologie, und wie beides zusammenhängt, das ist mir noch nicht klar. Weiß jemand Bescheid?

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