Everything is Spiritual

Martina und ich haben heute abend Rob Bells DVD “Everything is spiritual” angesehen. Unglaublich, wie der Mann ohne einen Zettel frei sprechend erst die Schöpfungsgeschichte als poetischen Text minutiös analysiert, dann in die Astro- und Quantenphysik eintaucht, ständig mit Zahlen und Fachbegriffen um sich wirft, nebenher auf ein Whiteboard kritzelt und hier und da einen Witz reißt, um sich schließlich aus der elften Dimension wieder zurück zu schwingen und das Schöpfungsgedicht im Kontrast mit konkurrierenden Mythen ganz neu zum Sprechen zu bringen: über den Menschen als geistleibliches Wesen und den Sinn des Staunens bzw. Glaubens, weil das ganze Leben geistlich ist, wenn man nur bereit ist, die Augen dafür zu öffnen

Null special effects, aber irgendwie doch “großes Kino”.

Rob Bell - Everything is Spiritual - Now Available on DVD at www.EverythingIsSpiritual.com

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Arme Muslime?

Jürgen Kroenig schreibt in der Zeit darüber, warum aus seiner Sicht vieles in der aktuellen Diskussion um jugendliche Gewalttäter “mit Migrationshintergrund”, wie es politisch korrekt und sagenhaft umständlich heißt, am Kern der Problematik um die Integration von Zuwanderern vorbeigeht – aus falscher Rücksichtnahme auf Empfindlichkeiten, und weil man bestimmte Fragen einfach ausblendet.

Weder Law-and-Order Parolen noch der Ruf nach mehr Sozialarbeitern bringen die Lösung. Hier ein kleiner Auszug:

Erfahrung lehrt, dass sich manche ethnische Gruppen offenkundig besser an liberale Demokratien und ihre Arbeits- wie hedonistisch getränkte Freizeitkultur anzupassen vermögen als andere Minderheiten. Im verhuschten, politisch korrekten Diskurs wird viel zu selten erörtert, ob nicht auch kulturelle wie religiöse Gründe die miserable sozioökonomische Stellung bestimmter Minoritäten erklären könnten.

Die Statistik jedenfalls spricht eine klare Sprache: Muslimische Einwanderer und ihre Sprösslinge sind in aller Regel ärmer, eher arbeitslos und schlechter ausgebildet als zum Beispiel Immigranten aus Indien oder anderen Ländern Asiens. In Frankreich, Deutschland wie Großbritannien leben fast 40 Prozent der muslimischen Bevölkerungsgruppen von Zuwendungen des Staates, anders als Chinesen oder Inder, unter denen Arbeitslosigkeit fast unbekannt ist.

Desweiteren: Die weitverbreitete Praxis, muslimischen Frauen Erziehung und persönliche Entfaltung zu verweigern, trägt dazu bei, Armut zu perpetuieren. Im Westen hängt wirtschaftliches Wohlergehen, ob man das bedauert oder nicht, nun mal häufig von zwei Einkommen pro Familie ab. Und die Integration davon, ob auch die Frauen ihren Platz in der Gesellschaft und der Arbeitswelt finden.

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Sündenböcke

Ich hoffe und bete, dass Roland Kochs Rechnung nicht aufgeht, seine schwindenden Wahlchancen auf Kosten der Integration ausländischer Jugendlicher aufzubessern. Nicht einmal die Polizeigewerkschaft hat er auf seiner Seite, und die sind mit Sicherheit besser vertraut mit den Ursachen jugendlicher Gewalt. Die NPD klatscht Beifall.

Und Peter Struck hat nur ausgesprochen, was viele denken: Koch kamen die Vorfälle gelegen; er will sich mit diesem Thema profilieren, nachdem es ihm auf konstruktive Weise offenbar nicht ausreichend gelungen ist. Albern, dass Struck sich jetzt dafür entschuldigen sollte.

Koch dagegen “fehlen die Worte”. Fast jedenfalls. Kein Schaden für Deutschland, wenn er mal schweigt.

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Wer für alles offen ist…

… der ist nicht ganz dicht. So lautet ein Spruch, den man aus einer ganz bestimmten Richtung immer wieder hört. Das Problem ist nur, dass man in dem Moment schon nicht mehr ganz dicht ist, wenn man überhaupt für irgendetwas offen ist.

Die Erfinder dieses Spruches und ihre mehr oder weniger naiven Nachahmer sagen damit also eigentlich nur eines: Dass sie selbst total dicht sind.

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Kurz vor Schluss

… muss ich mit meinen Jungs heute Feuerwerk einkaufen, das an Neujahr dann in Rauch aufgeht.

Apropos Qualm, mich erfreut die Perspektive auf rauchfreie Cafes und Kneipen im neuen Jahr ungemein: Bayern bekommt das schärfste Rauchverbot der Republik. Nur noch drei Tage, und ich kann Cappuccino trinken ohne nach Zigaretten zu riechen.

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Weihnachtsmusik

Ich finde zugegebenermaßen viele Weihnachtslieder kitschig und theologisch nur zu ertragen, wenn man nicht richtig hinhört. Das gilt nicht nur für Jingle Bells und Leise rieselt der Schnee, auch das notorische “O du fröhliche” reizt noch zum Bildersturm: Was soll eigentlich an der Weihnachtszeit so gnadenbringend sein? (Was süßliche Krippenspiele angeht: hier ein Boykottaufruf auf Connexions)

Aber zum Glück gibt es ja Alternativen. Eine der schöneren ist dieses Lied von Don Francisco, das man hier auch online bekommt – idealerweise gegen eine Spende. Unten könnt Ihr den Text mitlesen, der dieses Geschenkes Gottes an die Welt (und damit das ganze Evangelium) in nur wenigen Worten wunderschön auf beschreibt.

CHRISTMAS SONG

The center of the ages
The Lord talks with a girl
And by the words He speaks
He gives a Savior to the world
The time grows to it’s fullness
And Mary’s son is born
The promises‘ fulfillment
Lies asleep now in her arms

He didn’t come to terrify
To judge or condescend
To call us all His servants
But to lift us as His friends
To save us all from Satan’s power
To reign at his right hand
In the little town of Bethlehem
When God became a man

Today the God of majesty
Has given to the earth
A gift of such magnificence
We could never plot it’s worth
And the rudeness of the setting
Just ignites the jewel’s fire
A pearl beyond the greatest price
The joy of man’s desire

He didn’t come to terrify
To judge or condescend
To call us all His servants
But to lift us as His friends
To save us all from certain death
To reign at his right hand
When once for all eternity
God became a man

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Auf Sand gebaut

Norbert Knöll hat mir heute ein Foto seiner ehemaligen Gemeinderäume in Nürnberg-Mühlhof geschickt. Das alte Fabrikgebäude steht am Rednitzufer auf Sand. Die Pfähle, die es wohl auch gegeben hatte, halfen nicht mehr, und so kam es in den letzten Monaten zunehmend ins Rutschen.

Vergangene Woche schließlich stürzte ein Teil des Komplexes ein. Eher ungewöhnlich in unseren Breiten, aber eine gute Illustration zum Schlussgedanken der Bergpredigt.

Mühlhof

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Basketball-Video

Das Basketball-Video hat beim Emergent Forum viele tief beeindruckt. Hier kann man es zwar nicht herunterladen, aber wenigstens noch einmal ansehen und anderen zeigen.

Für alle, die es noch nicht kennen: Konzentriert Euch auf das weiße Team und zählt, wie oft der Ball abgespielt wird. Holt Euch einen Partner dazu, der das schwarze Team im Auge behält. Viel Spaß beim Auswerten 🙂

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Raumfragen: Gemeinde als “Familie”?

Heute beim Kaffee kam das Gespräch darauf, dass eine Bedeutung von Weihnachten die ist, dass Gott alle Menschen (zumindest potenziell) als Teil seiner Familie ansieht. Mit der Konsequenz, dass er von uns erwartet, dass wir andere (ohne Ausnahme!) auch so behandeln. Nächstenliebe unterscheidet nicht mehr nach Gruppen, Clans, Völkern und was einem dazu sonst noch alles an äußeren Abgrenzungen und Kategorisierungen einfällt.

Trotzdem wurde mir bei dem Begriff “Familie” etwas unwohl. Ich erinnerte mich an ein Gespräch letzte Woche, wo jemand anders die Erwartung formulierte, unsere Gemeinde müsse “wie eine Familie” werden. Ich fürchte, das führt direkt in die Überforderung, und von da aus in Frust und Rückzug. Ich habe es auch schon mehr als einmal miterlebt.

Heute musste ich wieder an die Unterscheidung zwischen öffentlichem, sozialem, privaten und intimen Raum von Joseph Myers denken: Für uns ist Familie etwas privates, wahrscheinlich mit Kern- und Rumpffamilie sogar etwas Intimes. Die Leute, die mein Schlafzimmer von innen gesehen haben. Damals, zur Zeit des Neuen Testaments, war die Großfamilie eher dem sozialen Raum zugeordnet. Intime Erwartungen kamen da gar nicht so auf, ähnlich wie in Zeiten, als bei uns die Kinder die Eltern noch “siezten”. Heute wäre das Äquivalent eher der Kreis guter Bekannter.

In diesem Sinn kann Gemeinde dann schon “Familie” sein – aber wir hören und assoziieren in der Regel etwas anderes mit und wundern uns dann, dass es uns nicht gelingt, dies in einer Gemeinde mit über 150 Leuten (eine Art natürliche Grenze, wo die Überschaubarkeit ein für allemal endet) zu leben. Vielleicht sollten wir also doch vorsichtig sein mit Begriffen, die solche Erwartungen wecken.

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Außenansichten

Die Zeit schreibt über Evangelikale in den USA anlässlich der Kandidatenkür der Republikaner, wo der Mormone Romney gegen den früheren Baptistenpastor Huckabee (kann man mit diesem Namen Präsident werden??) antritt. (N.B.: Rechtschreibfehler stammen aus dem Original…):

Mormonen glauben immerhin, neben der Bibel, an das Buch Mormon, das dem Sektengründer Joseph Smith vom Engel Moroni eingegeben wurde (ähnlich wie L. Ron Hubbard und „Battlefield Earth“, übrigens Romneys Lieblingsbuch) und sie lehnen die Dreifaltigkeit ab. Dafür glauben Mormonen, dass Gott nahe dem Planeten Kolob wohnt, tragen geheime Unterwäsche, die sie vor dem Bösen schützen soll, und bis vor kurzem kamen Schwarze, nach mormonischen Glauben, nur als Sklaven in den Himmel. (…)

Wer aber glaubt, Mormonen seien besser auf einer Star Trek Convention aufgehoben als im Weißen Haus, kennt die Evangelikaler nicht. Die glauben an die Apokalypse, daran, dass Armageddon unmittelbar bevorsteht und dass der Antichrist bald auf Erden wandelt. Jerry Falwell, ein bekannter Evangelikale, sagte einmal, der Antichrist sei sogar schon da, er sei männlich und jüdisch. Heute vermuten manche Konservative, der Antichrist sei Obama.

Neon beschreibt heute Glauben ohne Kirche in Deutschland, auch interessant zu lesen, weil es keine Seltenheit ist. Hier das Fazit am Schluss:

… ich weiß, auch, wenn ich heute nicht mehr dorthin gehe, gehört sie (d.h. die Kirche) zur Entwicklung meines Glaubens doch dazu. Deswegen bleibe ich auch ihr Mitglied, obgleich ein stilles. Weil ich weiß, was ich ihr zu verdanken habe. Und weil ich nicht ausschließen mag, dass es vielleicht mal eine Zeit geben wird, in der wir wieder besser zusammenpassen.

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Unglückliche Abk.

Im Spamfilter hing eine Mail mit einem Gebetsaufruf für palästinensische Christen. In diesem Zusammenhang stand auch The World Awakening and Revival Net, kurz “WAR”.

Das sollten sie sich vielleicht noch einmal durch den Kopf gehen lassen…

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Gut weg gekommen

Nicht immer kommen Christen (zumal wenn sie aus evangelischen Freikirchen stammen, die sonst eher als Sekten gelten) so gut weg in den Medien, wie der brasilianische Starfußballer Kakà heute in der Zeit, wo er als Gottes schöner Botschafter gehandelt wird.

Den Titel hat er sich aber auch tatsächlich verdient, weil sein Leben und sein Fußballspiel tatsächlich eine Botschaft vermitteln:

Es war im ersten Jahr des neuen Jahrtausends. Kakà stand in Brasilien am Rande eines Swimmingpools und sprang in ein Becken, in dem nicht genug Wasser war. In seinem Hals brach ein Wirbel, er hätte gelähmt sein können und das Fußballspielen aufgeben müssen. Das Glück, das ihm nichts passierte, rechnet er einer höheren Instanz zu: „Gott hat mich gerettet.“ Er ist evangelisch, gehört einer brasilianischen Freikirche an und lebt nach der Bibel. Das T-Shirt „I belong to Jesus” trug er erstmals zum WM-Finale 2002 Deutschland gegen Brasilien. Auch im Finale der Champions League gegen den FC Liverpool brachte es ihm Glück. Nach jedem Tor reckt er beide Arme dem Himmel entgegen und dankt Gott. Manchmal, sagt er, denken seine Mannschaftskollegen, er sei ein bisschen seltsam. Eine Rote Karte hat er noch nie bekommen. Zehn Prozent seines Einkommens spendet er der Kirche.

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