Naive Jenseitsvorstellungen

Als Kinder blätterten wir lachend die religiösen Bücher durch. Besonders lächerlich fanden wir die Hölle und das Paradies, die Hölle erinnerte uns an die russische Sauna, dort kochten die Sünder bei hohen Temperaturen. Auch das Paradies erinnerte lustigerweise an eine Sauna, wo schon gewaschene Sünder, in weiße Tücher gehüllt, auf der Suche nach ihren Hosen herumirrten.

Wladimir Kaminer in der Zeit über den Kampf zwischen Gut und Böse

"Sauna" von mag 3737 via flickr.com/creative commons 2.0
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Mehr erwarten?

Immer wieder mal begegnet mir jemand, der sagt, er sei mit Gott und den Christen fertig, weil er mit irgendjemandem schlimme Erfahrungen gemacht hat. Ich höre mir dann meistens die bedrückenden, empörenden oder traurigen Geschichten an. In der Regel ist das dann nicht der Augenblick für Diskussionen und Argumente, die die Schlussfolgerungen aus dem Erlebten in Frage stellen würden. Oft bin ich auch wütend über irgendwelche „lieben Geschwister“, die da leichtfertig, fahrlässig oder überheblich so einen fetten Bock geschossen haben. Ich denke, ich muss sie auch gar nicht in Schutz nehmen in so einem Moment.

Was mich dann aber auch frustriert, ist die Tatsache, dass hier jemand eine konkrete verletzende Erfahrung verallgemeinert. Letztlich ist es so, als würde er sagen: Ein Franzose hat mir mal eine Freundin ausgespannt oder den Traumjob weggeschnappt. Seitdem kann ich keine Franzosen mehr riechen. Oder: Ein Grieche hat mich mal beleidigt, seitdem können Griechen mir gestohlen bleiben.

Gut, sagen jetzt einige mit Recht, Christsein hat ja vielleicht auch einen moralischen (ich schlucke etwas bei dem Wort) Anspruch, der über dem der griechischen oder französischen Durchschnittsethik liegt. Da ist es eben viel ärgerlicher, wenn einer alle anderen in Verruf bringt. Das ist so wie mit Israel und den Palästinensern – wir erwarten von den Israelis ja auch (ob zu Recht oder zu Unrecht lassen wir mal dahingestellt sein), dass sie sich humaner oder zivilisierter verhalten als ihre Kontrahenten (denen die niedrigen Erwartungen an sie selbst anscheinend gar nicht so zu denken geben…).

Ja, Jesus fordert in der Bergpredigt eine „bessere Gerechtigkeit“, und moralischen Dünkel hat er damit sicher nicht gemeint. Trotzdem wundert es mich, dass manche Leute, denen nationale Vor- und Pauschalurteile ein Dorn im Auge sind, über Christen und Kirchen insgesamt so bereitwillig den Stab brechen. Vielleicht funktioniert es so: Weil man Christen für selbstgerecht hält oder als selbstgerecht erlebt, empört man sich auch eher selbstgerecht über ihr Versagen.

Sei’s drum – irgendwie würde ich auch von diesen Zeitgenossen gern etwas mehr erwarten…

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Bekenntnisse auf dem grünen Rasen

Letzte Woche hatte ich eine kleine Korrespondenz mit einem Blogleser, den das Verbot von (bestimmten) Glaubensäußerungen bei der Fußball-WM störte. Schränkt die FIFA die freie Religionsausübung ein? Ich habe eine Weile nachgedacht und sehe das Thema mit sehr gemischten Gefühlen:

Erstens ist die WM auch ohne Jesus-lebt-T-Shirts unter dem Trikot voller kleiner Gesten: Akteure bekreuzigen sich oder bilden eine Gebetsrunde auf dem Platz. Maradona hat vorgestern acht Kreuze geschlagen. Oder war es einfach nur ein nervöses Fingerzucken, das er nicht abstellen kann?

Zweitens begeistern mich nicht alle Christen: Wenn jemand sich bei der Einwechslung demonstrativ bekreuzigt und dann Ellbogenschläge verteilt oder einen Gegenspieler umsäbelt, auf die Gefahr hin, dass der sich verletzt, dann bringt er damit auch Gott in Verruf, mit dem er sich identifiziert hat.

Drittens scheint mir manches (z.B. bei Maradona, von dem in seiner aktiven Zeit in Neapel angeblich Bilder aufgestellt und Kerzen davor angezündet wurden) eher mühsam verbrämter Aberglaube zu sein: eine Art magisches Ritual – der Versuch, (den Fußball-)Gott zu bestechen oder auf die eigene Seite zu ziehen.

Viertens bin ich froh, dass keine Parolen auf den Unterhemden erscheinen. Was hätten wohl die Nordkoreaner geschrieben? Oder die Algerier? Es gibt Anlässe, da gehört so plakative Werbung nicht hin. Auf einer Beerdigung oder im Bundestag fände die wenigsten von uns so etwas gut – zu Recht. Was jemand in einem Interview sagt, ist ihm sowieso freigestellt, auch von der FIFA. Es bleibt also genug Raum für öffentliche Bekenntnisse, aber eben nicht in jeder Form.

Das eigentliche theologische Dilemma scheint mir aber zu sein: Welche Rolle spielt Gott beim Ausgang eines Spieles? Wird die WM primär im Gebet und erst sekundär auf dem Platz entschieden? Lässt Gott sich vor den eigenen Karren spannen oder hält er sich schön heraus und lässt die Besten gewinnen? Trübt göttliche Vorsehung den Blick und lenkt das Urteil des einen oder anderen Schiedsrichters oder sind da finstere Mächte am Werk? Reichlich Platz für Spekulationen und Streitereien.

Ich würde es dabei belassen: Ein Fußballer ehrt Gott vor allem, indem er gut und fair spielt. Abgesehen davon sind Gottes Wege unergründlich, und das ist wenigstens bei einer Fußball-WM gut so.

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Bringt das was?

Die SZ hat die Oma von Thomas Müller interviewt. Erna Burghart spricht über ihr Leben und den berühmten Enkel. Diese Passage fand ich besonders nett:

Burghart: Ich verstehe ja nicht viel vom Fußball und habe auch bei früheren Spielen immer nur dann weitergeschaut, wenn der Thomas nicht ausgewechselt wurde. Aber diesmal habe ich alles bis zum Ende angesehen, mit einer Kerze auf dem Tisch.

SZ: Mit einer Kerze? Bringt das was?

Burghart: Schon. Nur diesmal habe ich vergessen, die Kerze anzuzünden. Mich wundert selber, dass es trotzdem geklappt hat.

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Akkusativ- oder Dativpredigten?

Ich denke gerade – dienstlich bedingt – über Versuchungen nach und übers Predigen. Die Schnittmenge beider Wortfelder liegt in der Versuchung zur Akkusativpredigt: Ich predige mich selbst. Meine Vorlieben und Vorurteile, meine Eitelkeiten und meinen Eigensinn. Ein Freund kommentierte neulich eine Predigt so ähnlich. Zwischen den Zeilen des gewollt lockeren Predigers kam für ihn nur heraus „schaut mal, wie toll ich bin – nicht so wie die anderen“. Ich als Prediger lerne, wenn ich dieser Versuchung erliege, bei der Arbeit an meiner Predigt nichts dazu (außer wie man sein Image geschickt poliert). Meine Zuhörer leider noch viel weniger.

Nützlicher sind Dativpredigten, und das bedeutet: Ich predige mir selber (und zugleich natürlich der Gemeinde). Da bin ich dann, wenn es richtig läuft, weder der tolle Hecht noch der arme Wurm, sondern einer, der ringt wie alle anderen. Ich muss das nicht einmal ausdrücklich dazu sagen jedes Mal, sondern ich kann mich einfach zurücknehmen. Ich werde automatisch anders reden, wenn sich das Zentrum von mir zu dem hin verschiebt, um den es tatsächlich geht. Klar kann ich nicht jede persönliche Färbung oder perspektivische Verzerrung vermeiden. Aber das Bewusstsein, dass es zwischen Gottes Wort und meinem immer eine Differenz geben wird, nötigt mir hoffentlich genug Bescheidenheit ab, und öffnet für andere eine Tür, durch die sie selbst gehen und Gott begegnen können.

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Sternstunden des Sportjournalismus

Ich mag die SZ – normalerweise. Aber vor dem Auftaktspiel unserer Internationalmannschaft einen Astrologen ins Studio zu holen, das gehört schon zu den schwärzeren Stunden ihrer verdienstvollen Geschichte.

Der Mann (ich hab den Namen vergessen und will ihn auch gar nicht wissen) gab ein paar wohlwollend-positive Allgemeinheiten von sich über Löw und Lahm und Schweinsteiger, die man auch ohne Referenz zu irgendwelchen Himmelskörpern tausendfach im heimischen Blätterwald vorfindet. Beruhigend daran: Er ist offenbar des Lesens kundig. Auf die Frage, was die Sterne mit der WM zu tun haben, antwortete er: Eine Menge. Schließlich gebe es 12 Tierkreiszeichen und eine Fußballmannschaft bestehe ja auch aus 12 Leuten … wenn man den Trainier dazu rechne.

Guter Mann, du hättest wenigstens vorher sehen können, dass gestern 14 Leute gespielt haben. Auswechslungen sind ja so ungewöhnlich nicht. Und der Trainerstab besteht auch aus mehr als einer Person. Flick und Köpke mitgerechnet wären wir bereits bei 17 Akteuren. Bei dieser Kaffeesatzleserei geht es offenbar nur darum, Leuten das zu sagen, was sie gerne hören würden und daher glauben wollen, und dem eine an den Haaren des freien Assoziierens herbei gezogene Pseudoplausiblität zu verleihen. Ohne sich freilich auf irgendwas festzulegen.

Leute, gebt mir den Kaffee und behaltet die schwammigen, ausgelutschten Sätze für euch!

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Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel…

… meinen die einen, während die anderen alles minutiös planen und Überraschungen ausschließen wollen. Beide Lebenshaltungen, schreibt Wolf Lotter in der aktuellen Ausgabe von brand eins, helfen nicht weiter. Kleiner Auszug aus dem lesenswerten Text:

Merkwürdige Perspektiven haben nicht nur die, die alles auf lange Sicht so ganz genau haben wollen, die Planungssicherheit einfordern. Es sind auch die ein wenig verpeilt, die daraus den Schluss ziehen, man solle gleich mal mit dem Nachdenken über die nächste Zeit aufhören. Ist alles nur eine Überraschung? Gibt es keine Kausalitäten mehr? Wenn sich Zukunft nicht genau festlegen lässt, soll man dann gleich darauf pfeifen, Zukunft gestalten zu wollen – und damit Perspektiven und Möglichkeiten zu erkennen? Aus dieser Perspektive ist das Leben ein einziger Kindergeburtstag, eine bunte Überraschung. Genau betrachtet aber sind die einen die Flachwurzler mit ihrer Planungssicherheit wie die anderen – die Überraschungsonkels – nur zwei Spielarten einer Haltung. Denken ohne Zukunft ist genauso sinnlos wie Zukunft, über die man nicht nachdenken mag. Die Zukunft ist und bleibt das, was wir daraus machen. Aber wo fängt man damit an?

Foto: kallejipp / photocase.com

Obama sagte kürzlich zur Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, dass sich die entscheidenden Leute ganz offenbar nicht genug Gedanken gemacht hatten, was für Folgen solche (wie wir inzwischen wissen: fahrlässigen) Tiefseebohrungen haben könnten. Während die einen gar nicht mehr denken, versuchen die anderen, das Denken in den gewohnten Bahnen zu beschleunigen oder zu rationalisieren. Derweil wachsen uns die Krisen über den Kopf. Das alte Paradigma ist zerbröselt und ein neues noch nicht in Sicht, schreibt Lotter.

Woher kommen neue Perspektiven? Fast meine ich, Alan Roxburgh hier wieder zu hören, wenn am Ende von Werten und Kultur die Rede ist, aus denen man keine Pläne, sondern Strategien (den Begriff hatte Roxburgh allerdings in dem Sinne von „Plan“ verwendet) gewinnt, die jedem einzelnen wieder Freiräume eröffnen, selbstständig zu handeln. Und Kulturen bestehen im Wesentlichen aus gemeinsamen Geschichten. Nochmal Lotter:

Man muss also etwas wollen und darüber reden, das auch andere verstehen – oder, wie man neudeutsch sagen würde, blicken würden, damit man die Entwicklung nicht verpeilt.

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Auf ein Wort…

… lautet der Titel einer „Verkündigungssendung“ (!) im BR, ab und zu höre ich sie nolens volens beim Autofahren. Vielleicht verpasse ich ja die guten immer, ich finde sie jedenfalls oft frustrierend in ihrer Belanglosigkeit.

Gestern etwa ging es um Seniorenspielplätze – als ob diese Woche keine anderen wichtigen Dinge passiert wären. Dem Autor gelang es noch, einen Bibelvers übers Alter einzuschmuggeln. Am Ende meinte er, man könne Seniorenspielplätze gut finden. Oder auch nicht. Das wäre auch ok.

Kein Wunder, wenn die Kirchen allmählich Seniorenspielplätzen gleichen.

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Und tschüss?

Ist es der Käßmann-Effekt? Rücktritte kommen in Mode – wer hätte das vor einem Jahr vermutet. Eben Koch, nun Köhler. Sind unsere Politiker zu empfindlich geworden oder behandeln wir sie zu schlecht?

Ich mochte Horst Köhlers nachdenkliche und manchmal auch kritische Worte. Seine Kapitalismuskritik war wichtig und mutig. Er ist ein freundlicher und integrer Mann. Richtig souverän fand ich ihn trotzdem nie in diesem Amt – vielleicht liegt das an seinem etwas hausbackenen Redestil. Wie ein Politiker hat er jedenfalls nie geredet, und in dem umstrittenen Interview hat er nicht unbedingt sehr umsichtig formuliert. Klar hagelt es da Kritik. Und klar hat er es nicht so gemeint, wie seine Kritiker unterstellten.

Aber hey – jeder Prediger muss damit leben und jeder Blogger auch, dass uns nicht jeder Kommentar schmeckt und dass Dinge ganz anders ankommen, als wir uns das wünschen. Mit dem hastigen Abgang hat er nun vor allem die Kanzlerin brüskiert. Und die kollektive Lena-Euphorie ist jäh verflogen. Deutschland hatte endlich einen Grund, sich mal wieder richtig gut zu fühlen! Jetzt ist die Krisenstimmung zurück. Mehr Widerhall hätte der Paukenschlag kaum erzeugen können.

Eine Sache würde ich jetzt gern allen Lesern vorschlagen: Können wir den Leuten, die eine Aufgabe – sei es in der Kirche, der Politik oder im sozialen Bereich, aber gern auch Müttern und Vätern – in kritischen Zeiten und unter persönlichen Anfeindungen gut und treu erfüllt haben, mal richtig Danke sagen? Können wir sie mal ganz deutlich spüren lassen, dass die Opfer, die sie dabei bringen, gewürdigt werden und dass ihr Einsatz sich lohnt?

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Zwiespältig

Zum Start des iPad bietet die hiesige Presselandschaft ein seltsames Bild: Einerseits gerät Apple, das Microsoft an Börsenwert gerade hinter sich gelassen hat, in die Kritik und Steve Jobs wird als kommender Digitator düster inszeniert, andererseits bieten dieselben Medien iPad Apps an und hoffen auf einen Erfolg des Systems, das ihnen geregelte Einnahmen und ein funktionierendes Geschäftsmodell verspricht. Ähnlich war zuvor schon geunkt worden, das Dinge werde sich nicht verkaufen, um gleich darauf Lieferengpässe und Terminverschiebungen (aufgrund der immensen Nachfrage!) zu bemängeln.

Ich hab jedenfalls keins bestellt, sondern meinem MacBook erst mal einen neuen Akku verpasst. Wirklich beunruhigend finde ich die Lage bei Foxconn. Statt die Arbeitsbedingungen zu verbessern müssen die Mitarbeiter dort schriftlich versprechen, sich nicht umzubringen. Da muss man wohl Chinese sein, um diese Logik zu verstehen. Das Thema ist für Steve Jobs so gefährlich wie die Ölpest für Obama.

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Babel 2010

Die Geschichte vom Turmbau zu Babel könnte kaum aktueller sein: die Türme wachsen immer weiter in den Himmel, die ganze Welt blickte im vergangenen Jahr gebannt nach Dubai als vorläufigem Höhepunkt der Wolkenkratzerei. Die Banken, Baufirmen und Investoren, die superreichen Kunden der Luxushotels sorgen zugleich dafür, dass die Schuldenberge, Müllberge und Ölteppiche ebenso ins Unermessliche wachsen.

Gut, es ist nicht mehr ein Turm, sondern viele. Und er gehört nicht mehr allen, sondern nur ganz wenigen – die anderen dürfen Teile liefern, in Containersiedlungen fern ihrer Familien zusammengepfercht hausen, Leben und Gesundheit auf den Baustellen riskieren. Sie bekommen das Gift aus der Luft und im Grundwasser ab oder zahlen mit den Steuern auf ihr kleines Einkommen die Zeche der Zocker.

Unsere globalisierte Welt hat nur für die Bewohner der Sonnenseite keine Grenzen. Aber die Etagen dieser Welt (wer sagt, die gehörten nur zum antiken Weltbild?) sind sauber getrennt, es fährt kein Aufzug zwischen Penthouse und Souterrain. Die Überholspur auf den Autobahnen darf man nur mit den Sternen, Ringen und sonstigen Symbolen der Premium-Marken befahren. Wir leben in unmittelbarer Nähe und doch auf ganz verschiedenen Planeten. Babel ist überall. Das System reproduziert sich tausendfach, und wenn es einen Kreislaufkollaps bekommt, leiden Millionen.

Auf der Straße indes gibt es ein Gewirr von Stimmen: Menschen, die einander noch nie gehört, geschweige denn verstanden haben, sind plötzlich im Gespräch. Sogar ein paar Leute von oben begegnen denen von unten und erkennen, dass sie verwandt sind, dass sie alle zusammen gehören. Die unten lassen sich von Verschwiegenheitsklauseln nicht mehr den Mund verbieten. Sie lassen sich nicht mehr gegeneinander ausspielen, nur weil es bei ihnen Unterschiede von Herkunft und Hautfarbe gibt. Sie verabreden sich zu Folgetreffen. Sie sitzen um einen Tisch herum und hören einander zu. Sie beginnen zu teilen: Erst Brot und Wein, dann ihre Freuden und Sorgen, schließlich ihre Angst vor einander und ihre Sehnsucht nach Gerechtigkeit.

Sie entdecken, dass bei Gott niemand nutzlos ist. Sie träumen von einer Welt im Gleichgewicht. Sie brechen Tabus: „Über Geld spricht man nicht. Über Religion und Politik auch nicht.“ Sie langweilen sich bei Glamour-Paraden, Promi-Tratsch und Castingshows. Sie lassen sich ihre Sehnsüchte nicht mehr diktieren, denn sie leben in der Hoffnung, dass Gott selbst ihnen die Jahre erstatten wird, die die Heuschrecken (auch die sind wieder da!) gefressen haben, wie Joel sagt. Ab heute ist auch Jerusalem überall.

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Komm, Schöpfer Geist

Komm, Heilger Geist, o Schöpfer du,
sprich den bedrängten Seelen zu:
erfüll mit Gnaden, süßer Gast,
das Herz, das du geschaffen hast.

Der du der Tröster bist genannt,
des allerhöchsten Gottes Pfand,
du Liebesglut, du Lebensbronn,
du Herzenslabung, Gnadensonn.

Du siebenfaches Gnadengut,
du Hand des Herrn, die Wunder tut;
du lösest aller Zungen Band,
gibst frei das Wort in alle Land.

Zünd unsern Sinnen an dein Licht,
erfüll uns mit der Liebe Pflicht,
stärk unser schwaches Fleisch und Blut
mit deiner Gottheit Kraft und Glut.

Den Feind aus unsrer Mitte treib,
mit deinem Frieden bei uns bleib,
führ’ uns auf deiner lichten Bahn,
wo uns kein Unheil schaden kann.

Lehr uns den Vater kennen wohl
und wie den Sohn man ehren soll;
im Glauben mache uns bekannt,
wie du von beiden bist gesandt.

Ehr sei dem Vater, unserm Herrn,
und seinem Sohn, dem Lebensstern,
dem Heilgen Geiste gleicherweis,
sei jetzt und ewig Lob und Preis.

Angelus Silesius nach dem lateinischen Veni Creator Spiritus

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Frischer Auftritt

Endlich hat die Website von Alpha Deutschland ein neues Gesicht bekommen. Es ist am Internationalen Stil orientiert, läuft aber wegen der schleppenden Entwicklung international auf unserem eigenen System. Frische Farben passen in die Jahreszeit, Termine und Inhalte sind aktueller denn je. Nun hoffen wir mal, dass alles auch im normalen Betrieb stabil läuft.

Alpha HP.tiff

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