Spiegel online zeigt ein paar PowerPoint Folien von Donald Rumsfeld, auf denen dieser Kriegsnachrichten aus dem Irak mit Bibelversen garniert hatte. Mit Verlaub, dieser Umgang mit der Bibel ist pervers: Wenn Bilder von US-Kampfbombern, Panzern und Marines mit dem Aufruf Gottes an den militärisch und waffentechnisch hoffnungslos unterlegenen Josua, doch mutig und unerschrocken zu sein, kombiniert werden, dann stellt das die Verhältnisse eben gerade auf den Kopf. So gesehen hätte Gott – wenn man denn schon unbedingt annehmen will, dass er Partei ergreift – doch eher auf der Seite der Irakis gewesen sein.
In Crown of Lights gibt es einen interessanten kleinen Dialog, wo Merrily Watkins‘ Tochter Jane sich fragt, ob es analog zur schwarzen Magie auch eine Art black christianity gibt, wobei „schwarz“ eben weder im politischen noch im ethnischen Sinn gebraucht wird, sondern für die Bereitschaft steht, andere Menschen zu unterdrücken, einzuschüchtern, auszugrenzen und zu zerstören um die eigene Macht zu vergrößern oder zu behaupten.
Also das hier kommt schon nahe hin. Und es zeigt einmal mehr, dass Kontext alles ist. Einfach Bibelstellen zitieren kann ja – laut Bibel – selbst der Teufel…

