Weiblich, bissig, (relativ) jung sucht…

Anfang September ist Nadja Bolz-Weber in Deutschland unterwegs. Die Kombination von Kollar und Tatoos, derbem Humor und bewusst lutherischer Theologie macht die Pastorin der ELCA zu einer spannenden Gesprächspartnerin – längst nicht nur für Landeskirchler.

200907281245.jpgSie hat in Denver, Colorado, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern lebt, die Gemeinde House for all Sinners and Saints gegründet, wo es unter anderem ein B.Y.O.B. (Bring Your Own Brain) Bible Study gibt.
Im vergangenen Jahr veröffentlichte Nadia Bolz-Weber ihr Buch Salvation on the Small Screen? 24 Hours of Christian Television, ein theologischer und soziologischer Kommentar der amerikanischen Medienlandschaft, basierend auf einem Selbstversuch, sich 24 Stunden dem TV-Programm des Bibelsenders Trinity Broadcasting auszusetzen. Die Auswertung des Buches geschieht auf hinreißende Art und Weise mit einem kritischen Blick und wachem Verstand aber auch mit einer gehörigen Portion Humor und komödiantischem Können.

Nadja bloggt als Sarcastic Lutheran und schreibt Beiträge für Jim Wallis‘ Blog God’s Politics.

Wer sie im Zeitraum vom 1. bis 5. September gerne für eine Lesung aus ihrem Buch, eine Predigt oder einen Vortrag (etwa über Gemeindegründungen in der lutherischen Kirche) einladen möchte, kann sich bei Sandra Bils melden (Mail und Telefonnummer auf Anfrage gern von mir),  die Nadja begleitet und auch übersetzt.

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9 Antworten auf „Weiblich, bissig, (relativ) jung sucht…“

  1. klingt interessant – wird es irgendwo eine Tourliste geben?

    (PLZ 342xx oder HH wäre für mich interessant)

    Gruß

    shasta-cor

    P.S. *grins* der Spamblocker ist gut – 3 + 4 = 6,9998 wird nicht akzeptiert 😉

  2. @ Alexander: Wo liegt für Dich das Problem bei der Predigt? Die spannendsten Gesprächspartner sind meistens die, mit denen man nicht sofort einer Meinung ist…

  3. „Problem“ klingt gleich so negativ. Sagen wir „Anfragen“.
    Die Kernaussage der Predigt lautet ja: Judas hat Gottes Gnade nicht empfangen können, weil er aus der Gemeinschaft (der Jünger) ausgeschlossen wurde. („Judas carried with him into that field [= wo er sich erhängte] the burden of not receiving God’s grace because he was removed from the community in which he could hear it.“) Und weil er ausgeschlossen wurde, hat er auch niemals etwas von „Gnade“ gehört. („In Judas’ ears there never was placed a word of grace.“)
    Das ist wenig überzeugend. Judas war drei Jahre mit Jesus unterwegs. Da soll er nie etwas von Gnade gehört haben?? Und dass die Jünger ihn ausgeschlossen haben, davon ist nirgends die Rede. Hat er sich nicht eher selbst ausgeschlossen?
    Viel plausibler scheint es doch zu sein, dass Judas sehr wohl die Möglichkeit gehabt hat, in die Gemeinschaft zurückzukehren, als er über seiner Untat verzweifelte, sich aber entschied, genau das nicht zu tun – und sich umbrachte. Anders Petrus, den Bolz-Weber ja als Vergleichsfall nennt. Der verleugnete den Herrn, aber als er erkannte, was er getan hatte, hielt er dennoch an der Gemeinschaft fest.
    Es gibt also sehr wohl einen Unterschied zwischen Petrus und Judas (anders Bolz-Weber). Mit der Konsequenz, dass es auch einen Unterschied gibt zwischen denjenigen, die sich von Jesus (und der Gemeinschaft seiner Anhänger) abwenden (und das macht Judas, der ja ursprünglich dazu gehört hat), und denjenigen, die sich Jesus (und der Gemeinschaft seiner Anhänger) zuwenden. Die weitere Konsequenz ist eben auch nicht, wie einer der Kommentatoren auf ihrem Blog schreibt, dass „(a)ll people will eventually be saved by a loving God“. Ein klein wenig wundert es mich, dass sie diesen Kommentar nicht geradereückt. Wenn sie kein Universalist ist (ist sie das? ich weiß es nicht), hätte sie das doch machen können. (Oder hat sie den Kommentar übersehen?!)
    Die Judas-Predigt jedenfalls finde ich aus den genannten Gründen wenig überzeugend. Es gibt keinerlei Anzeichen in der Erzählung, dass Judas aktiv ausgeschlossen wurde. Wenn man für die Marginalisierten eintreten will (was ja ein berechtigtes Anliegen ist), dann gibt es sicher eindeutigere Texte. Wenn diese Predigt für Bolz-Weber repräsentativ ist, möchte ich nochmal fragen, was sie angesichts dessen zum „spannenden Gesprächspartner“ macht. Vielleicht hatte sie auch nur ’nen schlechten Tag?!

  4. Also erstens muss man nicht jeden Kommentar „gerade rücken“, das schaffe ich hier auch nicht. Mein Eindruck ist, dass es weniger ein exegetischer, sondern ein homiletischer Zug dieser Predigt ist, im Blick auf ihre Hörer Judas in diesem Licht zu zeichnen oder ihn aus der Ecke des hoffnungslos Verdammten etwas heraus zu holen.
    Aber das musst Du Nadja eigentlich selbst fragen, das kann ich hier auch nicht für die gerade rücken. Mir sind Leute und Predigten allerdings lieber, die mal ungewohnte oder gewagte Perspektiven bringen, als … die anderen halt.

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