Heute vor vier Jahren rollten die ersten russischen Panzer über die ukrainische Grenze, Bomben fielen auf Kindergärten und Kliniken, Brücken und Kraftwerke wurden und werden zerstört. Deswegen sind meine Gedanken heute bei den Menschen in Kijiv und Charkiv, in Odessa und Lwiw.
Bei allen, die Väter oder Söhne, Mütter oder Töchter verloren haben. Oder Nachbarn, Freundinnen und Kollegen. Bei allen, die in drückender Dunkelheit und bitterer Kälte ausharren und auch noch anderen helfen, die das selbst nicht mehr können.
Wie schwer waren die paar Wochen und Monate Corona-Lockdown für uns. Wie viel schwerer ist das, was die Ukrainer:innen erleben: Vier Jahre Angst, Zerstörung, geraubte Zukunft, vier Jahre warme Worte und maue Hilfe aus dem Westen.
Ich weiß, es gibt gerade sehr viele schlimme Nachrichten und ich kann gar nicht alles an mich heranlassen. Aber heute, heute darf es mir wehtun und mich beschweren. Und morgen vielleicht nochmal. Denn der erste Schritt, das Leid zu beenden, ist es anzuerkennen. Dass ich hinsehe und zuhöre und Anteil nehme. Und viele andere hoffentlich auch. Wenigstens für einen ausgiebigen Augenblick.
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