Trauer um Frère Roger

Gestern spät abends berichteten die Nachrichten vom Mord an Frère Roger Schutz, dem Prior von Taizé. Es hat mich aus drei Gründen tief bewegt:

Erstens war ich als 14 Jähriger zu Pfingsten in Taizé und habe meine ersten tiefen, bewussten Erfahrungen mit Gott in der Kirche gemacht, in der das Attentat verübt wurde. Dass der Wahnsinn (es war in jedem Fall einer, wenn auch vielleicht kein psychiatrisch relevanter) an diesen Ort dies Friedens vordringen kann, ist schlimm.

Zweitens verliert die Kirche einen großen und eigentlich immer noch dringend benötigten Brückenbauer und drittens verliert der Protestantismus seine wohl größte spirituelle Persönlichkeit, jemand der mit Johannes Paul II. nicht nur auf guten Fuß stand, sondern an Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit gleichziehen konnte und so eine ähnliche Wirkung auf die junge Generation entfaltete. Ein “Heiliger”, ohne Zweifel.

Kein guter Tag. Kardinal Meisner hat festgestellt, dass (wieder einmal!) ein Versöhner und Friedensstifter Opfer einer Gewalttat wurde. Wie hatte Chesterton in seiner Orthodoxie geschrieben? “(A)ny man who preaches real love is bound to beget hate. It is as true of democratic fraternity as of divine love; sham love ends in compromise and common philosophy; but real love has always ended in bloodshed.

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