Spatzenhirne

Selbstfahrende Autos. Seit Jahren wird das angekündigt, erprobt, ausgewertet. Bald soll es so weit sein, heißt es. Ich schaue auf die Straße und stelle mir vor, wie es dann wohl zugeht. Vielleicht ja weniger impulsiv und aggressiv, das wäre schön. Und alle Beschwipsten und Bekifften kämen sicher von A nach B.

Aber erst müssen die Sensoren noch besser werden. Die KI muss noch dazu lernen. Die Bordcomputer brauchen mehr Rechenleistung. Dann klappt’s bestimmt.

Ein Schwarm Spatzen fliegt vorbei. Sie zischen pfeilschnell durch kleine und kleinste Lücken im Gebüsch. Sie stoßen auch im Schwarm nicht zusammen und ecken nirgends an. Schon krass, denke ich mir, was so ein Spatzenhirn leistet. 

In meinem Menschenhirn formt sich ein Gedanke: Wie kommt es, dass uns die KI, die wir geschaffen haben, offenbar so viel mehr fasziniert als das, was Gottes Geschöpfe so alles drauf haben? Immerhin gehören wir selbst ja auch zu diesen wundersamen Wesen. Vielleicht sollte ich aufhören, das als selbstverständlich zu betrachten.

(Foto von P A auf unsplash.com)

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