„Herr, du siehst…“

Neulich in einer Gebetsgemeinschaft, in der – bevor mich jemand tadelt dafür, dass ich mein analytisches Ohr nicht diskret abgeschaltet hatte – sich die Gebete eher im Großen und Allgemeinen bewegten: Jemand beginnt mit „Herr, du siehst“ und dann beschreibt er, was er selbst sieht; vielleicht ja auch was die übrigen Anwesenden seiner Meinung nach sehen müssten.

Freilich – wenn Gott alles sieht, sieht er auch das, was wir sehen. Aber vielleicht sieht er die Dinge gar nicht so, wie wir sie sehen und beschreiben, sondern ganz anders? Es ist völlig in Ordnung, im Gebet auch explizit davon zu reden, was ich sehe. Ob Gott es dann tatsächlich so sieht wie ich, das wäre ja erst noch die Frage, und die macht das Beten vielleicht ja auch so wichtig und interessant.

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