10 Antworten auf „Feigenhasser“

  1. Oh weh, diese Leute haben KEINE Ahnung, und davon ganz viel 😉

    Korrekte Antwort wäre gewesen: Jesus hat DIESEN EINEN Feigenbaum verflucht. Warum?

    Zu diesem Gleichnis muss man folgendes wissen:

    „Wie der Weinstock, jedoch im Unterschied zum Ölbaum und der großen Zahl anderer in Palästina heimischer immergrüner Bäume, wirft der Feigenbaum im Herbst (November) seine Blätter ab und schlägt im Frühling (ab Ende März) neu aus. Während die großen Blätter im Sommer ein schattiges Laubdach bilden, wirkt der Baum im Winter durch das Fehlen feinerer Verästelungen auffällig kahl. Bei den Früchten unterscheidet man Frühfeigen und Spätfeigen. Die Frühfeigen, schon im März an den alten Zweigen ansetzend, sind bereits ab Ende Mai reif und als das erste Obst des Jahres sehr beliebt. Den Hauptertrag bringen jedoch erst die Spätfeigen, die an den neuen Trieben ansetzen und im Spätsommer reifen, wobei das Ernten nicht auf einmal erfolgt, sondern sich von Mitte August bis weit in den Oktober hinein erstreckt.“

    Jesus erwartet an diesem Baum also „Frühfeigen“, da die Zeit für die Spätfeigen noch nicht da war. Ein Feigenbaum der in Israel keine Frühfeigen trägt, mit dem ist was faul. Zurecht verurteilt Jesus den (diesen einen) Baum.

  2. Ich hoffe, dass das Satire ist. Ich hab in der Hinsicht schon so viel schlimmes gesehen, dass man das durchaus für voll nehmen könnte.

    Jedenfalls wollte ich mal aufklären über diese von vielen Menschen falsch verstandene Bibelstelle.

    Die Jeremia-Stelle ist natürlich auch aus dem Zusammenhang gerissen. Der Kontext macht klar: nicht Leute werden verflucht, die Feigen lieben, sondern die verfluchten werden mit Feigen verglichen. Im Deutschen (ab Vers 16):
    „Fürwahr, so spricht der HERR über den König, der auf Davids Thron sitzt, und über das ganze Volk, das in dieser Stadt wohnt, über eure Brüder, die nicht mit euch in die Gefangenschaft gezogen sind, ja, so spricht der HERR Zebaoth: Siehe, ich will Schwert, Hunger und Pest unter sie schicken und will sie machen wie die schlechten Feigen, davor einem ekelt zu essen,…“

  3. Ej, ich finds voll schade, dass hier keiner darüber nachdenkt, wie sich die armen Feigen f ü h l e n. Die werden ja wohl voll gemobbt. Ich glaube, das ist krass übler geistlicher Missbrauch.

    Aber wahrscheinlich will sich der Herr am Ende nur anders an ihnen verherrlichen? Vielleicht erleben die armen Feigen ja auch voll den Zerbruch, damit sie dann voll die Salbung erleben, oder so, ne?

    Dieser voll harte Post hat mich jedenfalls total betroffen gemacht. Aus Solidarität mit den Feigen, die es bestimmt auch nicht immer leicht hatten, fühle ich mich jetzt innerlich eine Weile mit ihnen solidarisch, koche mir eine Ingwerbowle und denke symbolisch an einen ökomenisch charismatisch emergenten Keks.

  4. Besonders gelungen ist das Spiel Figs (Feigen) zu Fags (etwa Schwuchtel).

    „God hates Fags“ ist ein besonders plakativer Spruch einer besonders selbstgerechten Variante Gericht und Hölle predigender Anklagechristen. Michael Frost greift entlarvend die besondere Technik der Bibelauslegung solcher Gruppen auf.

    Erschütternd und erhellend zugleich, folgende Doku: America’s most hated Family

    http://www.youtube.com/watch?v=bOrz5k0jWdU

  5. Immer diese figophoben Postings.
    Ich denke, wir müssen das viel differenzierter sehen: Gott liebt die Feigen, aber er hasst es, wenn sie ihr Feige-sein ausleben. Kann jemand den Feigen nicht mal Wege aus Obstualität aufzeigen? Feige-sein muss kein Schicksal sein. Es gibt auch schon eine Ex-fig-Bewegung, wo mehrere Datteln davon erzählen, dass sie auch mal Feigen waren. Warum nicht Wege zur Veränderung aufzeigen statt solche feigenfeindlichen Parolen weiterzuleiten?

    Witzige Parodie auf „God hates fags“ (nur zur Sicherheit noch mal explizit aufgelöst).

  6. @Andreas: Na, dann warte nur mal auf die Ex-Ex-Fig-Bewegung. Leute wollen Datteln kaufen und bekommen stattdessen die Ex-Figs angedreht. Angewiedert werden sie diese (völlig zurecht) in die Läden zurückbringen. Ist das ein paar Mal passiert, werden die Ex-Figs ahnen, dass sie in Wirklichkeit immer noch Feigen sind. Allerdings haben sie sich jetzt so lange selber gesagt, dass sie Datteln sind, dass sie auch das nicht so recht glauben können.

    Im Übrigen sollten wir lieber nicht von Feigen reden (das würde ja implizieren, dass es so etwas wie eine „Feige“ tatsächlich gibt), sondern lieber von Feigen-artig schmeckend.

  7. Das stimmt, Tobias. Wahrscheinlich sind die vermeintlichen Feigen in Wirklichkeit nur Birnen, die eine sehr schwere Kindheit hatten.

  8. Nomen est omen, liebe Feigen!

    Als Gott durch den Garten Eden ging und die Namen verteilte, hat er es den Feigen schon ordentlich mitgegeben.
    Dass dies beim Sprach-Fall zu Babylon dann auch noch in allen Sprachen übernommen wurde (hier ja nur plakativ am deutschen und englischen zu sehen) spricht doch wohl für sich!
    Übrigens glaube ich, dass jede Feige die Wahl hatte zu entscheiden, was sie wird. Daher ist diese Behandlung durchaus gerechtfertigt…

  9. Ihr obstologischen Taliban! Natürlich gibt es Feigen! Total feigige Feigen, die ihre obstologischen Neigungen voll ausleben und sich nicht als Datteln tarnen, das nie wollten und das auch nie nötig haben!
    Noch nie vom Fig-stopher Fruit-Day gehört?
    Fig Pride Rules!
    Ihr obstikalen fruitbasher! Wohl im Gemüse-Belt aufgewachsen!

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