Bescheidenheit und Gewissheit

Heute abend beschäftigt uns im Alpha-Kurs das Thema “Wie finde ich Gewissheit im Glauben?”: Dabei habe ich mich an ein Gespräch mit einem in jeder Hinsicht gewichtigen kirchlichen Repräsentanten vor ein paar Jahren erinnert, in dessen Verlauf mein Gegenüber meinte, er “versuche Christ zu sein”. Solche Versprecher, wenn es denn einer war, passieren nicht zufällig: Bei allem offenkundigen Bemühen um Bescheidenheit hatte er da erstaunlicherweise wohl etwas missverstanden.

Klar, manche Christen scheinen sich ihrer Sache (!) allzu gewiss zu sein. Doch es geht an dieser Stelle ja gar nicht um ein sich Bemühen, also um Anstrengung und Leistung bzw. Versagen. Wenn jemand meine Kinder fragt, zu welcher Familie sie gehören, dann ist auch nicht von Bedeutung, ob sie mit mir und ich mit ihnen gerade in allen Punkten hundertprozentig einverstanden sind. Ich wäre (wie die meisten Eltern) kreuzunglücklich, würden sie die Frage nicht unter allen Umständen bejahen. Sie sind und bleiben meine Kinder und können (das muss man jetzt richtig verstehen) auch gar nichts dafür.

Als Christen können wir auch nichts dafür, dass Gott uns geschaffen hat, selbstlos liebt und annimmt. Wenn wir das ernst nehmen (und das wäre Glaube), dann ist keine Frage, was wir sind. Dass man am “wie” noch intensiv arbeiten kann, versteht sich wie in allen guten Beziehungen doch von selbst.

Share