Gute Nachbarschaft

Ein Deutscher ist mit dem Auto in Irland unterwegs. Hier und da entdeckt er am Straßenrand gelbe Streifen. Er fragt einen Iren, was die bedeuten. „Da darf man nicht parken“, sagt der. „Ok, gut“, sagt der Deutsche. „Aber neulich habe ich einen doppelten Streifen gesehen. Was bedeutet denn der?“ „Oh,“ sagt der Ire, „da darf man überhaupt nicht parken“.

Bei uns gibt es keine doppelten Streifen am Straßenrand. Aber es gibt die blau-roten runden Verkehrsschilder mit einem oder zwei diagonalen Streifen. Und manchmal noch einen Zusatz wie „Feuerwehrzufahrt“. Dann sollte dann auch dem letzten Träumer klar sein, dass man da überhaupt kein Auto stehen lässt. 

Die Feuerwehreinfahrt für einen großen Wohnblock in meiner Nachbarschaft wird täglich als praktische Kurzzeitparkzone genutzt. Nicht wenige genehmigen sich das und denken: „Nur ein paar Minuten. Wird schon schiefgehen.“

Der Anblick ist so alltäglich, dass sich alle daran gewöhnt haben. Aber an manche Dinge sollten wir uns besser nicht gewöhnen. Natürlich sind Regeln für die Menschen da und nicht umgekehrt. Aber genau deswegen sollte es nicht passieren, dass die Bequemlichkeit und Wurstigkeit eines einzelnen in so einem Moment die Sicherheit vieler gefährdet.

Gute Nachbarschaft stelle ich mir jedenfalls anders vor.

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