Vertrauensbildende Maßnahme

Seit ich meine Fahrradkette vor einer Weile neu geölt hatte, rutschte sie bei jedem kräftigen Antritt mit lautem Knacken von den hinteren Zahnrädern und brachte mich immer wieder in Verlegenheit, man kann da böse abrutschen.

Eine Weile versuchte ich es mit einem sanfteren Tritt, aber wenn man eine befahrene Straße überqueren will, ist das oft zu wenig. Genervt brachte ich das Rad heute zur Reparatur und wurde einen Batzen Geld für eine neue Kette und neue Zahnkränze los.

Nun schnurrt das Velo wieder, aber ich ertappte mich bei der ersten längeren Ausfahrt (mit Bergstrecke) immer wieder dabei, wie ich innerlich angespannt auf den nächsten Knacks und die nächste gefährliche Situation wartete. Sie kam nicht, in keinem der 21 Gänge. Aber es dauerte, bis ich wieder Vertrauen gefasst hatte. Dabei wusste ich, dass die kritischen Teile alle erneuert waren.

In menschlichen Beziehungen fällt das noch schwerer. Oft hat sich der andere schon geändert, aber es dauert eine Weile, bis man es wieder wagt, die Beziehung normal zu beanspruchen, so wie ich heute meine Fahrradkette. Das erfordert dann mehr als eine Spazierfahrt…

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Wenn Wissen zum Glauben drängt

ZEIT Campus interviewt Armin Maiwald von der „Sendung mit der Maus“. Der gelernte Theaterwissenschaftler erklärt seine Vorliebe für Karl Popper, gibt seine Ansichten zum Niveau des Fernsehens preis und erzählt unter anderem auch, dass er Gott und Glauben nie zum Thema gemacht hat, weil das eben nicht ein Gegenstand unter anderen ist. Und dann sagt er auf die Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Wissen:

Ich bin kein gläubiger Mensch im Sinne der kirchlichen Institutionen. Aber je mehr ich in wissenschaftliche Grenzbereiche eindringe, desto mehr zweifele ich, dass das alles nur Zufall sein kann. Ich habe mal eine Geschichte über Frösche gedreht. Der Biologieprofessor konnte auf den Tag genau sagen, wann ein Frosch lurcht. Aber auf die Frage: »Warum macht er das?«, kam nur die Antwort: »Das kann ich Ihnen nicht beantworten. Da kann man nur gläubig werden.«

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