work hard – play hard?

Wie ein Kommentar zur Lebensdevise zahlreicher Führungskräfte liest sich diese Passage aus Moltmanns Eschatologie:

Der Tod befristet unsere Lebenszeit und macht das Leben kurz: Vita brevis est. Unbewusste, nicht verarbeitete Todesangst zeigt sich in der Lebenseile. Presto! Nur wer schneller lebt, hat mehr vom Leben. Die »moderne Welle« ist die beschleunigte Welt. Wir »modernisieren« immer schneller. Wir bewegen uns immer mehr und hasten von einem Ort zum anderen. Wir nehmen immer mehr Erfahrungen auf und verbrauchen immer mehr Leben ohne erkennbares Tempolimit.

Die Antwort haben die Dixie Chicks in Easy Silence so formuliert:

When the calls and conversations
Accidents and accusations
Messages and misperceptions
Paralyze my mind

Busses, cars, and airplanes leaving
Burning fumes of gasoline
And everyone is running
And I come to find a refuge in the

Easy silence that you make for me
It’s okay when there’s nothing more to say to me
And the peaceful quiet you create for me
And the way you keep the world at bay for me

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Freiheit – flach oder tief?

Im LebensArt Team hatten wir eine interessante Diskussion über Freiheit. Jemand sagte, dass man durch eine Entscheidung wie zum Beispiel Heiraten seine Freiheit einschränkt. Mich hat an dem Gedanken etwas gestört, und dann begriff ich, dass es in Wahrheit umgekehrt ist: Durch eine Entscheidung nutze und betätige ich meine Freiheit, selbst wenn ich mich festlege. Sie wird dadurch nicht geringer, sondern wirklicher.

Sich alles offen zu halten (was Bruder Paulus als “flächendeckende Suche” beschreibt) ist nur die Illusion von Freiheit, nach dem Motto “Ich könnte jederzeit…” Echte Freiheit hat dagegen immer mit Mut und Verantwortung zu tun. Mut, sich zu entscheiden und bestimmte Dinge mit ganzer Hingabe zu tun. Verantwortung, weil ich zu meinen Entscheidungen samt deren (oft unabsehbaren) Folgen für mich und andere stehe: Partnerschaft, Berufswahl, mein spiritueller Weg.

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Bell’s hell :-)

Rob Bell bringt das Thema “Hölle” schön auf den Punkt. Die zeitliche, nicht die ewige Perspektive gibt den Ausschlag. Im Gleichnis vom Weltgericht werden Leute danach beurteilt, wie sie sich zu den irdisch-konkreten Formen von Hölle verhalten. Guter Punkt!

Es ist beunruhigend, wenn Leute mehr über die Hölle nach diesem Leben reden als über die Hölle hier und jetzt. Als Christ möchte ich tun, was ich kann, um zu verhindern, dass die Hölle auf die Erde kommt. Armut, Ungerechtigkeit, Leiden, das alles sind Höllen auf Erden, und wir Christen widersetzen uns dem mit all unserer Energie. Das hat Jesus uns aufgetragen.

Rob Bell, Velvet Elvis S. 148

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Prophetisches Christsein (4): Zwischenauswertung

Brueggemanns Analyse hat mich sehr an “Matrix” erinnert: Wir haben es mit einer Situation zu tun, wo vor lauter “Sachzwängen” Alternativen kaum noch denkbar scheinen, wo Sattheit und Abstumpfung dafür sorgen, dass Menschen sich fügen in die Gefangenschaft einer Welt, die andere für sie “managen” – nicht ohne dabei den eigenen Vorteil zu sichern.

Kleine Fußnote: In Watership Down kommen die flüchtigen Kaninchen in eine Bau, wo ungewöhnlich große und distinguierte Artgenossen leben, aber eine unnatürliche Traurigkeit über allem liegt. Schließlich stellt sich heraus, dass Menschen sie halten und dafür immer wieder mal ein Tier “ernten”. Nur wird über dieses Thema nicht geredet. So wie bei uns über die wahren Kosten von materiellem Wohlstand, Erfolg und Sicherheit. Oder die Diskussion am Ende der Truman Show: Soll man unechte Sicherheit gegen riskante Freiheit eintauschen?

Der Prophet erinnert an Gottes Freiheit gegenüber diesen brüchigen Welten. Er legt mit seiner Poesie die Risse und Sollbruchstellen der gängigen (manipulierten) Weltbilder und Denkstrukturen frei, er kontert die Apathie der herrschenden Götzen mit Gottes Leidenschaft, die an die Wurzeln unseres Selbstverständnisses und Weltbilds gehen. Er weckt die tieferen Träume und Sehnsüchte, die unter den allgegenwärtigen Zerstreuungen verschüttet waren oder aus Kostengründen abgeschrieben beziehungsweise auf Eis gelegt wurden – heilige Unzufriedenheit und Unruhe.

Wahrer Hoffnung und wahrer Trost können auf dieser Grundlage erst richtig gedeihen. Davon handelt dann der nächste Post.

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Zeitgemäß Feiern

Weil niemand weiß, wie lange wir noch Grund zum Feiern haben bei dieser WM, tun wir nach jedem Spiel so, als wäre das schon der Titel. Verkehrskollaps in den Innenstädten, lärmende Verbrüderung mit konkurrierenden Teams, Schwarz-Rot-Gold allenthalben und so weiter.

Heute habe ich zwei Autos mit portugiesischer Fahne hupend vorbeifahren sehen. Vor ein paar Jahren (EM? WM?) hat Italien ein Viertelfinale gewonnen und die Tifosi haben in Nürnberg den Altstadtring dicht gemacht. Ich blieb im Verkehr stecken, weil ich nicht mit so viel Siegestaumel gerechnet hatte.

Warum fahren eigentlich nicht nächstes Jahr an Ostern mal Christen aus allen Gemeinden mit dem Auto hupend in die Stadt, schwenken Fahnen (‚tschuldigung, auf kanaanäisch: “Banner”), nehmen ein paar Flaschen Abendmahlswein mit (und Traubensaft…), grölen “so ein Tag” und verbrüdern sich mit jedem, der vorbei kommt – Materialisten, Muslimen, Mormonen, …?

Da muss man nicht viel organisieren, das bleibt anders als viele Gottesdienste nicht unbemerkt und es macht manchen von uns sogar Spaß. Vielleicht eine etwas flottere Version der Fronleichnams-Prozessionen

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