Auf unserem Tisch steht eine Kerze, und immer bevor wir essen, zündet meine Frau sie an. Irgendwann war sie den Plastikmüll der Wegwerffeuerzeuge leid und kaufte – total retro – eine Schachtel Streichhölzer. Aber dann stellten wir fest, dass wir meistens zwei, drei oder gar vier Streichhölzer brauchen, um die Kerze anzuzünden. Sie brechen, der Kopf platzt ab, die Reibefläche schlägt keine Funken.
Früher, lange vor den Einwegfeuerzeugen, war das anders mit den Streichhölzern. Ab und zu zerbrach auch mal eins, aber in der Regel klappte es auf Anhieb. Komisch, dass wir das heute nicht mehr können.
Oh weh, denke ich mir, jetzt klingst du schon schwer nach „früher war alles besser“. Nein, nicht alles. Aber die Streichhölzer schon. Das Problem steckt ja nicht im „früher“, sondern im „alles“. Die Nostalgie sucht das verlorene Paradies in der Vergangenheit. Der Fortschrittsglaube projiziert es in die Zukunft. Klappt, naja, so mittel…
Ich schaue in meine Kerze. Bei all dem Vor und Zurück vergesse ich leicht, dass Gott mir jetzt nahe ist. Und mit ihm – ein kleines Stück Paradies.
(Foto: Andrew D via unsplash.com)

